Schon unzählige Male wurde das Konzept des Mainframe von "Experten" verschiedenster Coleur totgesagt. Es sei Technik von gestern und längst überholt, lauteten die häufigsten Argumente. Dass dem jedoch nicht so ist, beweist der ungebrochene Trend zu modernen Mainframes, insbesondere bei Großunternehmen, Versicherungen, Banken und Behörden.
Zu den unbestrittenen Vorteilen moderner Mainframes gehören vor allem ihre außergewöhnlich hohe Transaktionssicherheit und ihre Fähigkeit, auch sehr große Mengen umfangreicher Geschäftsvorgänge in geringster Zeit zu bewältigen. Waren die Mainframes von etwa zwei Jahrzehnten vor allem zur Bewältigung großer Datenmengen konzipiert, so können moderne Mainframes ebenso bei großen Mengen gleichzeitiger Input/Output-Vorgänge ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Stichwort Virtualisierung

„Um die Wirtschaftlichkeit der BS2000- Mainframes zu ermessen, muss man vor allem deren sicheren sowie weitgehend wartungs- und störungsfreien Betrieb ins Kalkül mit einbeziehen.“ - Joseph Reger, CTO Fujitsu Siemens Computer
So gilt beispielsweise beim US-Flugzeughersteller Boeing ein Virtualisierungsfaktor von 9 als Vorgabewert - mit anderen Worten: jeder Mainframe generiert dort im Durchschnitt neun virtuelle (und für die jeweiligen Anwendungen "maßgeschneiderte") Rechner, auf denen dann die einzelnen Anwendungen laufen.
Neue Prozessoren
Diesem Trend entsprechend, brachte Fujitsu Siemens beispielsweise zwei neue Mainframes heraus, die unter der Bezeichnung "BS 2000 Business Server" firmieren. Sie verbinden die Stärken des offenen Mainframe-Betriebssystems BS2000/OSD mit den Vorteilen der SPARC64-Architektur. Das Modell SX100-D richtet sich an den Mainframe-Anwender im Einstiegsbereich, während das Modell SX160 im mittleren Leistungsbereich positioniert ist. Beide Systeme basieren auf der Technologie des SPARC64-Prozessors, wie sie Fujitsu-Siemens auch bei High-End Unix-Servern einsetzt.
Die SX-Linie ist neben den Servern der S-Klasse die zweite strategische Serverlinie von Fujitsu Siemens Computers im Mainframe-Bereich. Beide Produktlinien bieten dem Anwender hohen Investitionsschutz sowie ein großes Potenzial bezüglich Innovationsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeit. Die Business-Server der SX-Linie laufen mit der Betriebssystemvariante OSD/XC; sie entspricht der funktional der aktuellen Version von BS2000/OSD V7.0 und wurde auf die SPARC64-Architektur portiert. Diese Lösung erschließt für die SX-Server die uneingeschränkte Funktionalität von BS2000/OSD; existierende Kunden-Anwendungen laufen mit OSD/XC binärkompatibel ab.
"Um die Wirtschaftlichkeit der BS2000-Mainframes zu ermessen, muss man vor allem deren sicheren sowie weitgehend wartungs- und störungsfreien Betrieb ins Kalkül mit einbeziehen" definiert CTO Joseph Reger die Vorteile der neuen Modelle, "der nackte Kauf- bzw. Mietpreis alleine sagt nämlich noch nicht viel aus. Erst wenn man alle Kosteneinflüsse zusammennimmt, also auch Faktoren wie z. B. Stromverbrauch, Stellfläche und Zukunftssicherheit, ergibt sich in Summe ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis, das für den Einsatz von Business-Servern in der Unternehmens-IT spricht."
Zum Kreis der potenziellen Kunden zählt Fujitsu Siemens vor allem solche Unternehmen und Rechenzentren, die die Zuverlässigkeit und Robustheit der BS2000 Business Server zu schätzen wissen und ihre bewährten Mainframe-Anwendungen als integrierten Bestandteil moderner IT-Architektur sehen.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 