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Thema: Business Software

SAPPHIRE 07 Vienna

SAP-Chef Kagermann präsentierte eine konsolidierte Roadmap

Die SAP Hausmesse SAPPHIRE in Wien war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Henning Kagermann präsentierte ein konsolidiertes ERP-Angebot und die Bestandskunden bekamen eine verlängerte Mainstream Maintenance.

Henning Kagermann präsentierte auf der SAP-Hausmesse SAPPHIRE ein konsolidiertes ERP-Angebot und die Bestandskunden bekamen eine verlängerte Mainstream Maintenance.

Zuerst aber wurde in Wien eine neue Sprachregelung präsentierte. Damit folgt Kagermann der Aufforderung und dem Wunsch von DSAG-Chef Alfons Wahlers, der auf dem Jahreskongress 2006 der deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG e.V.) in Leipzig ein Aufräumen im SAP-Sprachraum gefordert hat. Ab sofort gilt für mySAP ERP 2005 der neue Name SAP ERP 6.0. Ob und wann nun ein ERP 7.0 präsentiert wird, blieb in Wien auf der SAPPHIRE allerdings offen. Sicher hingegen ist nur der verlängerte Wartungszyklus für ERP 6.0. Kagermann argumentierte im Interview diesen bedeutenden Schritt mit den Hinweis, dass es 2008 viele neue Versionen existierender SAP-Produkte geben wird und man hier eine einheitliche Zeittaktung erzielen will.

Die nun offizielle Verlängerung der Mainstream Maintenance von fünf auf sieben Jahre für SAP ERP 6.0, ehemals mySAP ERP 2005, wird vielen Bestandskunden bei ihrer Releasestrategie helfen. Alfons Wahlers, Vorstandsvorsitzender der DSAG e.V., forderte im Namen des Anwendervereins schon vergangenes Jahr eine deutliche Wartungsverlängerung für das aktuellen SAP-Realese. Kagermann gegenüber dem MONITOR: "Ich kenne auch Kunden, die sich 15 Jahre Standardwartung wünschen." Tatsache ist, dass es immer ein Kompromiss bleiben wird. Es gilt das rechte Mittelmaß zwischen Beharrung und Innovation zu finden. Auf der einen Seite sollen die Bestandskunden zufrieden gestellt werden, auf der anderen Seite die Aktionäre. In einem persönlichen Gespräch meinte Henning Kagermann dazu: "Man muss einen vernünftigen Kompromiss finden und 2008 ist ein gutes Datum zur Synchronisierung." Damit bleibt alles beim erprobten System der 5-1-2-Wartung. Für ERP 6.0 wird die Uhr im März 2008 nochmals auf Null gesetzt und dann ist der Release bis März 2013 in der Standardwartung und bis 2016 in der Extended Maintenance mit plus zwei Prozentpunkte im ersten und plus vier Prozentpunkte im zweiten und dritten Jahr. Eine Adaptierung des Wartungszyklus auf 7-2-3 ist aktuelle nicht in Diskussion.

Ein weiterer, interessanter Punkt in der Keynote von Henning Kagermann in Wien war die Erwähnung des Worts "Semantik", ein im SAP-Sprachgebrauch bis dahin eher unüblicher Begriff. Auf diesen Umstand angesprochen erklärte Kagermann, dass er sehr bewusst diesen momentanen Trendbegriff benutzte: " Neben der Interaktivität zwischen Mensch und Maschine, werden wir zukünftig auch eine Maschine-Maschine-Interaktivität sehen." Für diese intelligente Kommunikation zwischen Maschinen ist naturgemäß das Wissen über die gegenseitige Bedeutung eine wichtige Voraussetzung. Nur wenn das Web-Service sich seiner eigenen Bedeutung und die der anderen Services bewusst ist, kein ein intelligenter, automatisierter Geschäftsprozess entstehen. "Aber Sematik Web oder Web 3.0 ist noch lange nicht Mainstream", erklärte Kagermann im Gespräch abschließen, "somit gibt es dafür auch noch keinen Zeithorizont". Am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam wird derweilen auf dem Gebiet der Web-Services und dem Semantik Web schon intensiv geforscht.

Kurz wurde im Gespräch mit Kagermann auch das Thema A1S erwähnt, obwohl es dafür auf der SAPPHIRE nicht viel Neues gab. Man konnte aber den Eindruck gewinnen, dass SAP hier von Beginn an alles richtig machen will. Kagermann: "Wir werden beispielsweise die Daten getrennt von der Anwendung speichern und auch soweit gehen, dass man die Unternehmensdaten im eigenen Firmenbereich deponieren kann." Damit zeigt SAP sehr viel Verständnis für die Kultur von Klein- und Mittelbetrieben, wo der Outsourcing-Gedanke teilweise noch etwas frivoles ist: Meine Firmenbücher werde ich doch nicht außer Haus geben! A1S als Software-as-a-Service-Konzept wird somit die frei Wahl des Speicherorts für die eigenen Unternehmensdaten anbieten. A1S wird nach Aussage von Kagermann preiswert und schnell zu implementieren sein: "Wir kommen mit fertig modellierten Geschäftsprozessen auf den Kunden zu!"

Einen Nachfolger für Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi wird es nicht geben. Kagermann dazu im Interview: "Wir haben ein sehr schlagkräftiges und motiviertes Managementteam und das Thema Technologie ist auf die einzelnen Anwendungsbereich aufgeteilt, sodass sich momentan nicht die Notwendigkeit ergibt."

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(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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