"Im Mittelstand liegt die Zukunft" lautet die Devise vieler ERP-Anbieter. Während der Markt der großen Unternehmen unter wenigen "Global Playern" aufgeteilt ist, erwarten sich sehr viele ERP-Software-Anbieter im klassischen Mittelstand von österreichischen Unternehmen (50-250 Mitarbeitern) große Wachstumschancen. Aber wie werden die Angebote der ERP-Anbieter vom Mittelstand wahrgenommen? Welche Erfahrungen machen sie mit ihren ERP-Systemen und -Anbietern? Welche ERP-Lösungen sind aus der Sicht des Mittelstandes am besten? Und wo liegt der Handlungsbedarf aus Sicht der mittelständischen Unternehmen in Österreich?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Studie "Anwenderzufriedenheit ERP-/Business-Software Österreich" welche von der i2s-consulting mit Monitor, der ADV und der Trovarit AG durchgeführt wurden. Im vorliegenden Artikel wurden die Ergebnisse der Studie 2006 gezielt für den Mittelstand ausgewertet.
Der Mittelstand hat hohe Ansprüche und ist hart umkämpft
Fokussiert man die Untersuchung auf den klassischen österreichischen Mittelstand, berücksichtigt also nur Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern, dann ergibt sich im Prinzip ein ähnliches Bild wie im Gesamtportfolio über alle Unternehmensgrößen hinweg mit einigen Besonderheiten
- Die ERP-Installationen weisen bereits eine relativ große Komplexität im Hinblick auf die Breite des Einsatzbereiches im Unternehmen auf. Gerade im Handel und der Industrie überwiegen bereits integrierte ERP-Lösungen, die sowohl logistische als auch kaufmännische Geschäftsprozesse unterstützen.
- Die ERP-Installationen bringen auch schon bei nicht einmal 50 ERP-Arbeitsplätzen große Investitionen und hohe Anforderungen an die Einführung, die Betreuung der Anwender und die Pflege der Installation mit sich.
- Die ERP-Installationen müssen heute oft auch eine Auftragsabwicklung abdecken können, die sich über mehrere Standorte, Länder und/oder rechtlich eigenständige Gesellschaften erstreckt.
Bei rund 5.000 Betrieben in diesem Segment ergeben sich daraus relevante Umsatzpotentiale für die ERP-Anbieter. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich hier eine Vielzahl von ERP-Anbietern im Wettbewerb gegenübersteht. Dabei spielen die Global Player wie SAP, Lawson oder Infor in Österreich im Mittelstand nicht so eine große Rolle. Sehr wohl aber deutsche ERP-Anbieter wie Abas, proAlpha oder p2Plus (AP AG), aber auch österreichische ERP-Anbieter wie Pollex, Ramsauer & Stürmer oder Data Systems Austria, die sich auf den anspruchsvolleren österreichischen Mittelstand konzentrieren.




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8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 