Economos, 1976 als Handelshaus gegründete österreichische Unternehmensgruppe mit weltweit 25 Tochterfirmen und rund 900 Mitarbeitern, fertigt hydraulische- und pneumatische Dichtungen. Als Universallieferant für die Industrie ist man auf die Herstellung von Präzisions-Kunststoffteilen (AEPP-Teile aus High-Performance Polymeren und EPP-Teile aus technischen Kunststoffen) sowie Zylinderreparaturen spezialisiert.
Economos operiert heute weltweit, wobei West-Europa der Hauptabsatzmarkt ist. Die Hauptverwaltung befindet sich in Judenburg, Österreich. Die Unternehmensgruppe vertreibt ihre Produkte weltweit über fast 90 Filialen sowie über ein umfassendes Händlernetz. Seit August 2006 gehört Economos zum schwedischen Konzern SKF und soll die Marktposition von SKF bei Dichtungen für den allgemeinen Maschinenbau stärken.
Neue ERP-Zeiten
Eine Unternehmensgruppe mit diesen Dimensionen und einer Vielzahl von Aktivitäten und Produkten muss überschaubar sein, um sie erfolgreich führen zu können. Die Basis hierzu muss eine effizient und zuverlässig arbeitende betriebswirtschaftliche Software liefern, die nicht nur alle Unternehmensbereiche, sondern auch alle Prozesse abbildet.
Im Laufe der Jahre, einhergehend mit der Gründung von Tochterunternehmen und Umstrukturierungen, wurde der Entschluss gefasst, die seit 1997 eingesetzte Unternehmenssoftware MFG/PRO des Herstellers QAD abzulösen. Die Vielzahl der Anforderungen waren mit diesem System nicht mehr abzudecken. "Ein neues System war überfällig, wir hatten daher begonnen den Markt nach dem passenden ERP-System zu sondieren", erinnert sich Mario Brückner, Mitarbeiter im internationalen Vertrieb, und bei Economos für die Einführung und Betreuung der ERP-Software verantwortlich.
Bereits nach kurzer Zeit kam die Economos Projektgruppe zu einer eindeutigen Entscheidung für abas-ERP des deutschen Herstellers ABAS: "Die einfache Anpassbarkeit der Software und deren Flexibilität hatten uns beeindruckt, die Zukunftsstrategie des Karlsruher Herstellers war nachvollziehbar und machte einen soliden Eindruck. Ein weiterer Vorteil ist für uns die weltweite Präsenz durch Partnerfirmen, die vor Ort als Ansprechpartner für ERP-Projekte und den Support bereit stehen", erinnert er sich.
Zudem hatten die Steirer bereits im Rahmen einer Jahr-2000-Umstellung gute Erfahrungen mit dem Wiener IT-Dienstleister Nittmann & Pekoll gemacht, einem Partnerunternehmen von ABAS. "Wir haben festgestellt, dass Nittmann & Pekoll unser Geschäft und unsere Prozesse schnell verstanden haben und überzeugende Lösungen anbieten konnten; gut gefiel uns zudem das vorgestellte Einführungskonzept für die ERP-Software", sagt Brückner.
Einstieg in den Umstieg
Das Unternehmen ist Einzel- und Serienfertiger sowie Maschinenbauer zugleich, was alles in der Software abzubilden war. In der Unternehmensgruppe waren zudem Mandanten für Tochterfirmen einzurichten und ein E-Business-Bereich aufzubauen.
Eine Fleißaufgabe stellte die Datenübernahme aus dem alten System dar, denn alleine die Teilestämme umfassten rund 60.000 Artikel. Diese wurden aus dem alten System exportiert, mit Schwerpunkt auf Datenbereinigung überarbeitet und in abas-ERP übernommen. Zur Sicherheit und zu Archivierungszwecken läuft das alte ERP-System seit der Umstellung auf einem Server weiter.
Bei Economos sind alle Module der ERP-Software von Einkauf mit Bestellwesen über Lagerwesen, Disposition, Waren- und Materialwirtschaft bis Verkauf mit Auftragswesen und Rechnungswesen im Einsatz. Eine Besonderheit stellt die Produktionsplanung und -steuerung mit BDE dar, denn in der Fertigung verzichten die Steirer auf eine Arbeitsvorbereitung, da diese in vielen Fällen mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als beispielsweise die Fertigung einer Dichtung selbst.
"Wir setzen stattdessen auf eine flexible, direkte Auftragsbearbeitung. Alle notwendigen Daten wie Stücklisten für die Kommissionierung stehen selbstverständlich an der Maschine bereit. Die entsprechenden Rückmeldungen an das System erfolgen automatisch nach Beendigung der Arbeiten", erklärt Brückner. Alle Daten, etwa für das Lager oder das Kommissionieren, stehen danach aktuell im ERP bereit. "Eine weitere Besonderheit ist das Prinzip der ‚permanenten Inventur'; auf Basis der Daten in abas-ERP haben wir jederzeit aktuelle und zuverlässige Angaben zu Beständen", fügt er hinzu. Economos kann so unter anderem Fehlbestände im Lager frühzeitig ausmachen, Ausfallzeiten für die Jahresinventur vermeiden und den Kunden zuverlässige Lieferzeiten nennen.
Rückblickend ist man in Judenburg mit der ERP-Einführung zufrieden. Die Methodik, nach der abas-ERP eingeführt wurde, hat sich bewährt. Anhand eines Stufenmodells und definierter Projektabschnitte konnte der zeitliche Rahmen sowie das Budget nahezu eingehalten werden und der Projektstand war jederzeit überschaubar. Inzwischen arbeiten 60 Anwender mit dem Programm, das auf einem Linux-Server installiert ist. "Das System läuft bislang äußerst stabil und auch mit den Updates hatten wir bislang keine Probleme", betont Brückner.
Autor Steffen Herzog ist Fachjournalist in Rossdorf, Deutschland




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 