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Strategien

Konferenzbericht: Microsoft Management Summit

Systemverwaltungswerkzeuge gebündelt

Microsofts wichtigste Benutzerkonferenz zum Thema Systemverwaltung ist die MMS (Microsoft Management Summit). Im amerikanischen San Diego wurden auch heuer wieder neue Konzepte und Produkte vorgestellt

Johann Baumeister

Microsoft plant durch den Configuration Manager den gesamten IT-Lifecycle zu unterstützen.

Im Mittelpunkt der Benutzerkonferenz MMS stand heuer die Vorstellung des System Centers und seiner Bestandteile. Dazu gehört das bisher unter dem Namen System Management Server vertriebene Client Verwaltungstool. Er wird nunmehr als System Center Configuration Manager bezeichnet. Weitere Mitglieder sind der System Center Operations Manager, der Data Protection Manager, der Capacity Planner, sowie die System Center Essentials, eine Zusammenfassung aller System Center Module in einem vorkonfigurierten Paket.

Im Kern geht es bei der Neuausrichtung aller Produkte um eine erhöhte Dynamik der IT-Prozesse. Der Grund dafür liegt in den Konzepten, die mit den Schlagworten On Demand (IBM), N1 (Sun) oder beispielsweise DSI (Microsoft) umschrieben sind. DSI steht für "Dynamic System Initiative" und umschreibt ein Konzept für eine sich weitgehend selbstverwaltende IT-Infrastruktur. Danach sollen die starren Abläufe des heutigen IT-Einsatzes mit separierten Phasen der Entwicklung, des Tests und Betriebs, mehr und mehr von flexibleren Systemen abgelöst werden. Das Konzept stellt auch die Grundlage für alle weiteren Entwicklungen des Herstellers dar. Um die hier geforderte Dynamik umzusetzen, erneuert man daher das gesamte Portfolio an Werkzeugen zur Systemverwaltung. Dieses Toolset wird seit dem letzten Jahr unter der Dachmarke "System Center" vertrieben.

Umbenennung in Configuration Manager

Bob Muglia, Senior Vice President der Server und Business Tools, gibt die Strategie für das System Management von Microsoft vor.

Die Umbenennung von SMS zum Configuration Manager (CM), der im Sommer als finale Version verfügbar sein soll, zeigt die neue Ausrichtung der Systemverwaltung. Der CM wird zwar weiterhin auch die von SMS bekannten Funktionsblöcke - etwa Softwareverteilung oder Fernzugriff - umfassen, er bringt aber auch neue Funktionen. So kann in Zukunft für die überwachten Clientdesktops ein gewünschter Sollzustand definiert werden. Diese Wunschkonfiguration ("Desired State Management") wird im Vorfeld einmal festgelegt. Zu diesen Einstellungen gehören beispielsweise die Konfiguration von Programmen, ferner geforderte Software-Patches oder Sicherheitseinstellungen. Letztendlich kann alles dazugehören, was sich automatisiert erfassen und verändern lässt, wie die Softwareinstallation, Datenanbindungen oder Registry-Einträge.

Die Definition dieser Konfigurationen soll in Zukunft bereits bei der Planung der Applikation im Requirements Engineering mitbestimmt und modelliert werden. In diesem Zusammenhang spricht der Hersteller auch von Configuration Items und einer Baseline - beides Begriffe, die ursprünglich aus dem Kontext von ITIL stammen. In der im System Definition Model (SDF) bezeichneten Vorlage werden sowohl die Aspekte der Softwareentwicklung als auch des IT-Betriebs integriert. Das SDF-Modell dient dann zur Laufzeit als Vorgabe für den IT-Betrieb.

Modul Operations Manager

Ein weiteres Modul des System Center ist der schon vorhandene Operations Manager (OM). Er dient zur Beobachtung von Server und Desktops. Der OM wurde mittlerweile zu einem umfassenden Überwachungstool für die gesamte IT-Infrastruktur ausgebaut. Neben der schon traditionellen Serverüberwachung wird so auch die Optimierung der Client-Desktops möglich werden.

Dabei sammelt der OM alle auftretenden Client-Fehler, korreliert und gewichtet sie. Aus der Verteilung der bei den Clients auftretenden Fehler und deren Häufig- bzw. Wichtigkeit soll der Administrator Hinweise auf die dringendsten und häufigsten Client-Fehler erhalten. Er kann diese Informationen dann nutzen, um die Konfiguration des gesamten Clientbestands schrittweise zu optimieren. Neuerungen gibt es auch bei der Serverüberwachung. Hier versucht man nun durch eine Root-Case-Analyse die häufig auftretenden Folgefehler nach dem Ausfall einer Komponente zu vermeiden und den Fehler auf den eigentlichen Problemkern einzugrenzen.

Der Data Protection Manager (DPM)

Neu aufgelegt wird auch der DPM. Er dient bereits heute als Sicherungstool von Dateien in Dateisystem. Das Sicherungskonzept beruht dabei auf den Verfahren der Continuous Date Protection. Hierbei erfolgt, anders als bei periodischen Backupläufen, eine Sicherung von Daten im laufenden Betrieb. Dieses Konzept wiederum setzt auf den Volume Shadow Copies bzw. dem Volume Shadow Service des Betriebssystems auf. Während der DPM heute nur Dateien sichern kann, sollen in Zukunft auch die Datenbestände des Exchange- und SQL-Servers gesichert werden können. Parallel dazu werden die derzeitigen Sicherungsintervalle von mindestens einer Stunde weiter abgesenkt.

Bereits verfügbar sind die System Center Essentials. Hierbei handelt es sich genau genommen nicht um ein eigenes Produkt, sondern lediglich um die Zusammenfassung der wichtigsten Funktionen der System Center Module in einem vorkonfigurierten Paket. Dieses richtet sich in erster Linie an den Mittelstand und soll durch die Vorkonfiguration den Umgang mit den Modulen erleichtern.

Im Sommer verfügbar: der Virtual Machine Manager (VMM)

Noch in diesem Sommer soll der VMM lieferbar sein. Er ermöglicht die Verwaltung von physischen und virtuellen Maschinen in einer Konsole. Dazupacken will man auch die Funktionen zur Migration von physischen Rechnern auf virtuelle Systeme, sowie einer Live-Migration von Gästen zwischen den virtuellen Systemen unterschiedlicher Hosts. Ferner soll ein Self-Service-Portal integriert sein. Dieses ermöglicht es den berechtigten Benutzern, eigene virtuelle Maschinen zu erzeugen und zu verwalten. Die Basisplattform zur Virtualisierung stellt der Virtual Server und später auch Windows Longhorn dar. Die Virtualisierung von Applikationen, wie es durch SoftGrid erfolgt, ist davon unabhängig.

Abgerundet wird das System Center 2008 durch den Service Manager. Er umfasst die Belange des Service Managements und soll Change-Requests und Service-Anfragen verwalten. Damit wird dann ein umfassender Werkzeugkasten zur Verwaltung von Servern, Clients und allen darauf befindlichen Applikationen zur Verfügung stehen.

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