5-6-2007 | Aus MONITOR 6/2007 Gedruckt am 26-10-2014 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/8999
Mobile Computing

Mobil Working Day 2007

Die große Mobilmachung

Mobile IT-Lösungen stehen bei heimischen Firmen derzeit hoch im Kurs. Der von mobil-data veranstaltete "Mobile Working Day" verzeichnete im dritten Jahr einen neuen Besucherrekord.

Alexander Hackl

Verteilung des Marktgesamtpotenzials für integrierte mobile Datenlösungen in Österreich (Quelle: INSET Mobile Business Solutions 2006)

Am 8. Mai lud der Spezialist für mobile Geschäftslösungen ins Twin Conference Center am Wienerberg zum - bald kann man schon sagen "traditionellen" - Gedankenaustausch mit Kunden, Partnern und Interessenten. 250 Gäste - drei Mal so viele wie im Vorjahr - informierten sich bei Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Ausstellerständen über Möglichkeiten und Trends mobiler Prozessoptimierung.

"Vor allem größere Unternehmen haben derzeit sehr starkes Interesse, ihre Geschäftsabläufe mobil zu machen. Mobile Anwendungen bieten heute Möglichkeiten, Probleme zu lösen, die früher nicht zu lösen waren", konstatiert mobil-data-Geschäftsführer Thomas Gruber. Das Portfolio des Dienstleisters reicht von mobilem E-Mail/PIM bis zu durchgängigen Prozesslösungen mit Anbindung an Kundendatenbanken oder das kaufmännische IT-Backend.

Gesunder Prozess-Kreislauf

Mobiler Zugriff auf Firmenmails und -kalender ist für Gruber bestenfalls ein Einstiegsthema. Insellösungen sind seine Sache nicht. ("Wer A sagt, muss auch B sagen") Die großen Effizienzgewinne erreiche man durch integrierte Prozesslösungen wie mobiles CRM oder mobile Einsatzplanung. "Jeder ist an Effizienz interessiert, und die gewinnt man mit integrierten Applikationen, die auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen", erklärt Gruber.

mobil-data-CTO Peter Lieber ergänzt: "Wir wollen Lösungen bieten, die zu 80 Prozent Standard sind, aber genug Raum für kundenspezifische Anpassung lassen. Denn der Kunde soll die individuellen Prozesse, die ihm Wettbewerbsvorteile bringen, erhalten und abbilden können." Ein Auftrag mehr pro Woche und Mitarbeiter, ein paar Minuten Zeitersparnis pro Tag - auf den ersten Blick sehe das nicht weltbewegend aus, aber bei mittleren Unternehmen kämen da oft "Unsummen" zusammen, so Gruber. Seine Vision: Prozesse, die wie das Blut im Körper bis zu den entferntesten "Organen" fließen und dann zurück ins "Herz" der Organisation, wo sie wieder angereichert werden und neuen Schwung bekommen. "Investitionen in mobile Prozesslösungen haben heute auch einen schnellen Return-on-investment. Projekte, die vor ein paar Jahren noch 300.000 Euro gekostet haben, kosten heute 30.000 Euro."

Markt gewinnt Schwung

Inhaltlich deckte der "Mobile Working Day" die gesamte Mobility-Bandbreite ab: von Push E-Mail über Prozessoptimierung, Security, mobile Endgeräte bis hin zu Strategie und Zukunftsszenarien. Zu den Ausstellern zählten Anbieter wie KABA, mobilkom austria, Motorola oder Sybase. Theoretisches Unterfutter in Sachen Branchenpotenziale und Lösungsansätze für mobiles Arbeiten lieferte Keynote-Speaker Georg Lankmayr, Managing Partner des Mobility-Consulters INSET: "Der Markt für mobile Unternehmenslösungen kommt in Schwung. Hohe Bandbreiten und attraktive Tarife steigern die Nachfrage bei Standardprodukten wie mobilem Internet und mobilem E-Mail." Schon eine einfache mobile E-Mail/PIM-Lösung mit 20 Blackberrys amortisiere sich durch höhere Produktivität, geringere Verwaltungs-, Reise-, oder Anfahrtskosten nach 67 Tagen, rechnete er vor. Immer öfter setzten Betriebe auch auf spezielle Branchenlösungen. Der Mobile-Business-Markt, so Lankmayr weiter, werde bis 2010 jährlich um 20% wachsen. In Österreich seien im Schnitt erst 10% der Berufstätigen, die von mobilen Anwendungen profitieren könnten, mit solchen ausgestattet. Die größten Produktivitätssteigerungen könnten laut einer INSET-Studie bei technischen Außendienst-Berufen erzielt werden, gefolgt vom Vertriebsaußendienst (siehe auch Grafik).

Der heimische Mobility-Markt hat also noch jede Menge Entwicklungspotenzial. Und Gruber ist gewillt, es auszuschöpfen. "In drei bis fünf Jahren wird jeder mobile Arbeitsplatz die gleiche EDV-Ausstattung haben wie ein Büroarbeitsplatz im Firmengebäude", prophezeit er. Sein Tipp an die potenziellen Kunden: "Setzen Sie bei diesem dynamischen Thema auf Spezialisten, die Ihnen den gesamten Prozess aus einer Hand liefern können."

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