Kaum ein Firmenchef weiß, was in seinem Unternehmen wirklich fürs Drucken ausgegeben wird. Denn nicht nur der beständige Kauf von Tonern, sondern auch die Betriebszeiten der Geräte bis hin zum Stromverbrauch des Standby-Modus und dem Aufwärmen der Druckerkartusche sind Faktoren, die dabei eingerechnet werden müssen. Kaum ein Viertel der Chefs hat den Überblick, hat der Computerhersteller Dell nun in einer Umfrage in Westeuropa herausgefunden. Nur 42 Prozent der Manager in kleinen und mittleren Unternehmen könnten überhaupt aufzählen, wie viele Drucker in ihrer Firma in Betrieb sind.
Empfohlen wird von Dell jedenfalls der Einsatz von Netzwerkdruckern, die im Einsatz wesentlich kostengünstiger seien als Einzelplatzdrucker. Es sei eben ein wesentlicher Unterschied für die "Total Cost of Ownership", also die Betriebskosten, wenn zum Beispiel 26 Leute auf ihren jeweils eigenen 26 Printern Unterlagen ausdrucken, als wenn die gesamte Druckkapazität dieser 26 Personen an ein paar gemeinsame Netzwerkprinter geschickt wird. Der Sparfaktor betrage teilweise bis zu 300 Prozent, heißt es bei Dell. Nicht nur wegen der Printkosten, auch wegen der geringeren Serviceeinsätze und der besseren Ausnutzung der Wärmephasen der Kartusche lohne sich das.
Dazu gibt es aber eine interessante Zusatzrechnung, die zeigt, dass heutzutage offenbar wirklich alle Abläufe in Unternehmen untersuchenswert sind. Denn Netzwerkdrucker haben die Eigenschaft, dass sie zentral und daher meistens in einiger Entfernung zu den verbundenen Arbeitsplätzen stehen und folglich die Mitarbeiter Fusswege im Büro auf sich zu nehmen haben. Alles, was über zehn Meter Weg zum Drucker hinausgeht, schlägt sich durch den Weg-Zeit-Aufwand wiederum auf die Arbeitsproduktivität nieder, haben Unternehmensberater herausgefunden.
Denn Mitarbeiter neigen dazu, Spaziergänge durchs Büro für Schwätzchen zu nutzen, plaudert Stephen Burt, Imaging Business Manager von Dell in Europa, aus der Schule. Doch halt: Jetzt kommen die Soft Skills ins Spiel: "Ein Büro ist ja ein soziales Gefüge. Darum geht es ja im Grunde", meint Burt. Schon, aber wie misst man nun wiederum diese "weichen Werte", damit sie auch der Controller einbuchen kann? Fragen über Fragen.



7/2011
6/2011
5/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 