Auftrieb für Mobile WiMax
In den USA erfährt WiMax seit der Entscheidung des Mobilfunkers Sprint, bis Ende 2008 100 Mio. Amerikaner im Versorgungskreis zu haben, besonderes Interesse. Als großes Zugeständnis an die Technologie gilt vor allem, dass Sprint auf Mobile WiMax setzt und damit Neuland beschreitet. Gemeinsam mit Intel, Motorola, Nokia und Samsung sollen der Rollout in Angriff genommen werden - für Ron Resnick, Präsident des WiMax-Forums und Marketingdirektor der Broadband Wireless Division bei Intel, ein "entscheidender Moment" für die Technologie.
Sprint kündigte zunächst den Ausbau in Washington und Chicago an. Zuletzt verlautbarte der Mobilfunker eine Kooperation mit Nokia, in deren Rahmen die texanischen Städte Dallas-Fort Worth, San Antonio und Austin mobiles Breitband bekommen sollen.
Aufsehen erregte jüngst der Börsegang von Clearwire, einem Startup aus der Nähe von Seattle, das im letzten Jahr von Intel und Motorola mit einer großzügigen Finanzierung versorgt wurde. Gemeinsam pumpten diese beiden Branchenriesen die Rekordsumme von 900 Mio. Dollar in das Unternehmen.
An der Börse holte die gerade einmal vier Jahre alte Firma, die bisher nur rote Zahlen schrieb, rund 600 Mio. Dollar. Und das dürfte längst nicht alles gewesen sein. Soll der Netzausbau wie geplant vonstatten gehen, schätzen Experten die Kosten dafür auf rund 4 Mrd. Dollar (3 Mrd. Euro) ein.
Neben den USA betreibt Clearwire, das im Gegensatz zu Sprint Fixed WiMax verwendet, auch Netze in Teilen Belgiens und Irlands. Per Jahresende 2006 verwies Gründer Craig McCaw, der seinerzeit des Landes ersten Mobilfunker an AT&T verkaufte, auf rund 206.000 Kunden Kunden.
Ob Investoren, die sich die Aktien zumindest in den ersten Tagen nach dem IPO aus der Hand rissen, so lange durchhalten, bleibt dahin gestellt. Branchenkenner sehen allerdings auch andere Möglichkeiten: Warum zwei Netze bauen, wenn auch eines genügen könnte. Überdies würde nach der Ansicht von Experten eine lediglich regionale Abdeckung lukrative Business-Kunden außen vor halten. Damit steht eine Übernahme von Clearwire durch Sprint ebenso im Raum wie die Übergabe von Sprints WiMax-Aktivitäten an den Newcomer.
In Österreich bietet seit 2005 WiMAX Telecom im Burgenland, Teilen Niederösterreichs und der Steiermark nach dem Standard 802.16-2004 an. Das Unternehmen verfügt in Österreich und der Slowakei über bundesweite, in Kroatien über regionale Lizenzen. Weiters kamen bei der heimischen Wireless Local Loop-Versteigerung UPC Telekabel und Telekom Austria zum Zug. Die Mobilkom Austria setzt WiMax - Version 802.16-2004 - wiederum nur in Bulgarien ein, wo im zweiten Quartal auch ein VoIP-Dienst folgen soll.



7/2011
6/2011
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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 