Zögerlicher Beginn
Der Charme von WiMax lag eingangs in der Vorstellung ganzer mit drahtlosem Internet überzogener Landstriche. Doch technische Schwierigkeiten und die Verfügbarkeit entsprechender Spektra verlegten den Fokus zunächst auf Internet-Zugänge, die auf Handovers zwischen den Zellen verzichten - das so genannte Fixed WiMax, oder 802.16-2004.
Doch gerade hier kommt es zur Konkurrenz mit drahtgebundenen Zugängen wie Kabel- und DSL, was die Technologie vor allem für Gebiete ohne Breitband-Abdeckung interessant macht.
Die mobile WiMax-Variante laborierte zunächst an der geringeren Reichweite. Während im Frequenzband um 3,5 GHz nicht unbedingt eine Sichtverbindung gebraucht wird, ist diese im Bereich von 2,3 beziehungsweise 2,5 bis 2,6 GHz notwendig. Ist das Gelände also hügelig, werden mehr Sender benötigt als ursprünglich angenommen - und das hat seinen Preis.
Ob der Markt diesen rechtfertigt, wird die Zukunft zeigen. Denn auch Mobilfunker bieten ihren Kunden inzwischen gute mobile Internet-Zugänge zu günstigen Preisen. Hinzu kommt, dass die Diversifizierung der Netzwerkprodukte - Hardware für unterschiedliche Standards - für die Anbieter die economies of scale verringert.
Die fehlende Einheitlichkeit wirkt sich schließlich auch störend aufs Roaming aus. So werden in Europa unterschiedliche Frequenzbänder verwendet, womit für die grenzüberschreitende Benutzung zumindest eine weitere Hürde im Weg steht.
Doch auch viel Versprechendes geschieht. Laut der nigerianischen Zeitung Vanguard dürfte demnächst eine wichtige Entscheidung bei der International Telecommunication Union (ITU) bevorstehen, die sich zuletzt in Kamerun traf.
So galten die Bereiche zwischen 2,3GHz und 2,6GHz bisher als Erweiterungsfrequenzen für UMTS. Wird WiMax jedoch als 3G-Erweiterungstechnologie anerkannt, könnten Anbieter rasch Zugang zu den Frequenzen bekommen. Der klassische Mobilfunk würde so zwar eine mögliche Ergänzung seiner mobilen Datendienste erhalten, doch auch einiges an Konkurrenz. Opposition kommt daher von 3G-Mobilfunk-Anbietern und Hardware-Herstellern, die die WiMax-Konkurrenz von ihrem angestammten Bereich fern halten wollen.
Allerdings wollen Großbritannien, Australien und die USA die 3G-Ehren für WiMax unbedingt vorangetrieben wissen. Bleibt der Wind günstig könnte eine Ratifizierung noch im Sommer vollzogen werden.
Einige Länder haben ihre weiteren Frequenzvergaben jedenfalls bis nach der ITU-Entscheidung verschoben. Denn fällt WiMax künftig unter den weltweiten 3G-Standard International Mobile Telecommunications-2000 (IMT-2000), dürften die Frequenzen einiges mehr an Geld einbringen.



7/2011
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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 