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Kommunikation

Voice over IP

Am Anfang der Möglichkeiten

Kostenersparnis durch Open Source

Während die VoIP-Nachfrage in Österreich noch eher verhalten ist, zeigt eine von BroadSoft in Auftrag gegebene Umfrage, dass sich in Deutschland 64 Prozent der KMUs für die neue Technologie interessieren. Allerdings wissen auch dort nur 15 Prozent über die zahlreichen weiteren Möglichkeiten konvergenter Kommunikation Bescheid. In den USA sind mittlerweile rund zehn Mio. Haushalte mit VoIP ans Telefonnetz angebunden, mehr als die Hälfte davon verwendet den Dienst auch fürs Business.

Entsprechende Goldgräberstimmung herrscht am B2B-Markt, ein Trend, den etwa Venture Capital-Investitionen der letzten Zeit bestätigen. So sicherte sich zuletzt Fonality sieben Mio. Dollar (5,2 Mio. Euro) in einer von Intel Capital angeführten Kapitalisierungsrunde.

Fonality bietet ein Open Source-Produkt an, wodurch sich, so das Unternehmen, die Entwicklung vergünstigt und eine Preisersparnis entsteht, die an den Kunden weitergegeben wird. Die Lösung "PBXtra" wird von Fonality gehostet und basiert auf der Open Source-Software Asterisk, die VoIP mit unterschiedlichen Protokollen ermöglicht und sich mit relativ günstiger Hardware verträgt.

PBXtra unterstützt unter anderem Funktionen für Teleworking, die Einbindung von Zweigniederlassungen und Telekonferenzen. Es handelt sich außerdem um ein hybrides System, das somit auch klassische Telefonie mit einbezieht.

Laut IDC ist vom IP PBX-Markt ein jährliches Wachstum von 23 Prozent zu erwarten, 2009 soll ein Umfang von 8,9 Mrd. Dollar erreicht werden. Bei Fonality wuchs das Anrufvolumen in den letzten drei Jahren jährlich um 400 Prozent, das monatliche Umsatzplus liegt weiterhin bei zehn Prozent. Schwarze Zahlen schreibt man seit 2006.

"Fonality verändert durch Open Source-Telefonie und gängige PC-Hardware die Kostendynamik am PBX-Markt drastisch", ist CEO Chris Lyman überzeugt. Unternehmen würden erkennen, dass sie sich auf diese Weise endlich ein Telefonsystem der Enterprise-Klasse leisten könnten.

Analysten sind sich indes uneinig, ob Open Source-Lösungen schon reif für den Markt sind. Vor allem bei großen Unternehmen würden sich Fragen von Skalierbarkeit und Support stellen. Hinzu kommt, dass etwa Asterisk-Lösungen erst ausführlich zeigen müssten wie sie gegenüber Systemen von Cisco oder Avaya abschneiden.

Auch das Kostenargument überzeugt manche Marktbeobachter nicht. Wie so oft bei Open Source sei zwar die Anschaffung günstiger, der Betrieb jedoch, etwa durch Support-Ausgaben, könnte teurer kommen. Anbieter wie Digium, das Asterisk Business-tauglich machte, punkten vor allem bei kleineren Unternehmen und verweisen in diesem Zusammenhang auf die Beweglichkeit, die ihre Systeme bieten: Anpassungen würden sich ohne großen Aufwand über Reseller bewerkstelligen lassen, ein "hauseigener Geek" sei nicht vonnöten.

Maßgeschneidert für KMUs

Die Aussichten im KMU-Markt lassen Anbieter auf Einkaufstour gehen, wie etwa Reignmaker Communications aus Atlanta, ein Unternehmen, das gehostete IP-PBX-Lösungen anbietet. Anfang April schloss man die Übernahme von CyberSouth Networks und Swifttel Communications ab. Laut CEO Steve Smithwick sind die beiden Akquisitionen erst der Anfang, im Laufe des Jahres sollen noch "mehrere entscheidende Übernahmen" folgen. Die Zukäufe würden sich nahtlos ins Profil einfügen, weil diese einen KMU-Kundenstock einbrächten, der sich für die eigenen Lösungen eignen dürfte.

Zultys wiederum, ein 2001 gegründetes Unternehmen aus dem kalifornischen Sunnyvale, verkauft neben IP-Telefonen und Peripheriegeräten auch so genannte Media Exchanges, kombinierte Lösungen aus IP-PBX und Datenkommunikationsservern - Security-System inklusive. Das etwas umständliche Pricing on Zultys wurde kürzlich vereinfacht. Reseller sollen so im heiß umkämpften KMU-Markt mit mehr Transparenz punkten können.

Response Point

Spät, aber doch entschloss sich auch Microsoft zum Markteinstieg. Im März präsentierte das Unternehmen sein IP-basiertes Telefoniesystem "Response Point", das ebenfalls den Benutzerführungs- und Administrationsansprüchen kleiner und mittlerer Firmen entsprechen soll.

Das System ist als rasch implementierbare Out-of-the-Box-Lösung konzipiert und unterstützt sowohl VoIP als auch traditionelle Telefonie. Die Management-Konsole soll es mittels weniger Klicks erlauben, neue Mitarbeiter einzubinden oder Verteilerlisten zu erstellen. Benutzer könnten zudem Anrufe mittels Sprachbefehle initiieren, weiterleiten oder abrufen. Die zu Response Point passende soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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