Viele Anbieter sind in diesen zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden. Der letzte große Deal - die TA kaufte eTel Ende 2006 - sorgte für Bestürzung und Empörung im alternativen Lager. Laut einer Studie der ECTA (European Competitive Telecommunications Association) ist Österreich bei der Umsetzung der Telekom-Liberalisierung in Europa von Platz vier auf den elften Rang zurückgefallen. Es droht Re-Monopolisierung zu Lasten der Konsumenten, heißt es weiter. Der Verband der Alternativen Telekombetreiber (VAT) sieht akuten Handlungsbedarf für die Regierung. Sonst würde es in Zukunft schlecht aussehen. Die derzeitige Markt-Situation ist für alternative Betreiber alles andere als rosig.

„Wo sind die politischen Ziele, die im Telekom-Bereich in Österreich wichtig sind? Wir vermissen politische Vorgaben.“ - DI Dr. Bernhard Mayr, Telekom Austria
Erste Freude: Billiger Telefonieren

„Ab 2003 war Stillstand in der Liberalisierung.“ - Alfred Pufitsch, CEO Colt und VAT-Vorstand.
Aus Sicht der Konsumenten war die Liberalisierung "eine echte Verbesserung, wie lange musste man z.B. früher auf einen Festnetzanschluss der TA warten, das war ja ein echter Hoheitsakt", sieht Stefan Köhler von der Regulierungsbehörde RTR positive Effekte. Allerdings seien die Erwartungen der Konsumenten sicher haushoch gewesen, so Köhler. Heuer werden neue europäische regulatorische Richtlinien vorgestellt, "es wird daher sicher noch eine Weile dauern, wo es den Regulator als Marktaufsichtsbehörde gibt", macht er sich um seinen Job im Moment wohl keine Sorgen. Besorgter ist da schon Kurt Einziger, Generalsekretär der ISPA (Internet Service Provider Austria), dem immer mehr Mitglieder abhanden kommen. Vor allem in der Entwicklung des Breitband-Marktes habe die RTR versagt, kritisiert Einzinger: "Die TA hat hier nie ihren Vorteil abgegeben." Um gleich sehr emotional zu werden: "Der Regulator hat sich in manchen Sache wesentlich weniger engagiert als notwendig wäre, um Wettbewerb zu erzielen, so wie im Telekom-Gesetz vorgesehen."




7/2011
6/2011
5/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 