"Kosten senken! Das ist das Schlagwort für die nächsten Jahre", sagt Ing. Christian Alsch, Produktmanager bei Rittal und ergänzt: "Das belegt auch eine aktuelle Studie, die unter weltweit 780 CIOs und IT-Managern vom Marktforschungsinstitut IDC durchgeführt wurde. Kosteneinsparungen, vor allem bei den Betriebskosten, gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben." Doch dem stehen die ständig steigenden Energiekosten entgegen. "Bereits 20 bis 25% der Kosten für den Betrieb eines Rechenzentrums entfallen heute auf Strom und Klimatisierung", weiß Alsch.
Kostenbewusst zu investieren, erfordert eine solide Kalkulation mit Blick auf die Total Cost of Ownership, kurz TCO genannt. Benötigt wird nicht nur die technisch beste, sondern auch die effizienteste Lösung. Sämtliche Anforderungen hinsichtlich Technik und Hochverfügbarkeit sollen erfüllt und gleichzeitig niedrige Gesamtkosten erzielt werden. Die Bedeutung dieser hohen Effizienz lässt sich an weiteren Zahlen festmachen. Steckten in einem Rack vor zehn Jahren im Schnitt sieben Server, sind es heute bis zu 40. Der Strombedarf hat sich im selben Zeitraum auf heute 20kW und mehr erhöht. Um so wichtiger werden energieeffiziente Lösungen zur Klimatisierung und zur Stromversorgung.
Vorausschauend planen
"Durch vorrausschauende Planung und die richtige Infrastruktur können bereits bei der Errichtung eines Rechenzentrums wesentliche Kosten gespart werden", ist Christian Alsch sicher "Und es macht Sinn modulare Systeme einzusetzen, die auch nachträglich an den jeweiligen Bedarf angepasst werden können."
Denn Räume für den IT-Einsatz sind in den seltensten Fällen sofort maximal bestückt. Es geht vielmehr darum, möglichst mit den Anforderungen zu wachsen. Das gilt für die bereitgestellte Rechenleistung ebenso wie für die Höhe der Investitionen und die notwendigen Gehäuse-Systeme. Schlagworte wie ‚Pay as you grow' oder ‚IT on demand' umschreiben diesen Trend. Erst wenn mehr Leistung tatsächlich abgefordert wird, wird diese auch implementiert.
"Egal, ob es sich um einen kompletten Neubau handelt, einen Umzug oder die Erweiterung bestehender Anlagen: Wie bei jeder Investition sollte am Anfang unbedingt eine klare Definition der Ziele stehen. Welche Leistung soll erbracht werden, welche künftigen Betriebs- und Erweiterungsanforderungen warten auf die Einrichtung?" empfiehlt der Spezialist von Rittal. Und das gilt vom universitären Großrechenzentrum bis zum einzelnen Server im mittelständischen Handwerksbetrieb gleichermaßen.
Komplettsystem
Unter diesem Gesichtspunkt hat der Gehäusehersteller Rittal das IT-Komplettsystem RimatriX5 entwickelt. Fünf aufeinander abgestimmte Bausteine (Rack, Power, Cooling, Security und Monitoring/Remote Management) werden zu einer skalierbaren IT-Infrastrukturlösung zusammengefasst. Denn jede einzelne Komponente, richtig eingesetzt, kann zur Einsparung von Betriebskosten beitragen.
Das beginnt schon, so Alsch, beim Rack. Rechnet man die Kosten, die beim Umbau eines "Billigschrankes" durch einen Techniker anfallen (zwei Stunden mehr Zeit als bei einem Rittal Schrank: 2 Stunden x ca. € 75,- = € 150,-. Das sind ungefähr 15% der Investitionskosten.), können bei der Investition in das richtige Produkt bereits in der Gesamtbetrachtung Kosten gespart werden. Weitaus mehr Einsparungspotential gibt es bei den Komponenten Klimatisierung und Stromversorgung, die auf Grund der auch nachträglich anfallenden Kosten zu einem wesentlichen Anliegen werden.
Immer unter Strom
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) im Rechenzentrum muss richtig dimensioniert sein. Die Eckdaten wirken sich nicht nur auf die Gesamtleistung aus, sondern auch auf Investitionen und laufende Betriebskosten. Bei zu knapper Auslegung riskiert man die Verfügbarkeit der gesamten IT. Eine zu großzügige Auslegung bedeutet mehr Energiekosten.
Denn der Wirkungsgrad der USV ist von der Auslastung abhängig. Und der Unterschied von nur 3% Wirkungsgrad bei einer 40kVA USV beträgt nach zehn Jahren € 13.350,-. Modulare Systeme, die mit dem Bedarf mitwachsen, können das verhindern. Entscheidend beim Kauf einer USV ist daher die Energieeffizienz. Über eine Lebensdauer von zehn Jahren betragen der Anschaffungspreis bzw. die Investitionskosten nur maximal 30%. Die laufenden Energiekosten (die immer weiter steigen) sind mit ebenfalls 30% ein entscheidender Kostenfaktor!
Rechenleistung und Klimatisierung
Mit den steigenden Anforderungen an die IT gehen die notwendigen Performancesteigerungen von Servern mit der Abgabe großer Wärmemengen einher. Ohne entsprechende Klimatisierung muss man entweder auf zusätzliche Rechenleistung verzichten oder mehr kostbaren Platz (Stellfläche) opfern und nicht voll bestückte Racks großzügig in einem gut belüfteten Raum aufstellen. Diesen Luxus können sich heute die wenigsten Unternehmen leisten. Gleichzeitig ist auch mit dieser Methode ein sicherer Systembetrieb nicht garantiert, denn wo genau die Luft zirkuliert und wo es möglicherweise Wärmenester gibt, lässt sich nur schwer vorhersagen.
Christian Alsch: "Auch hier gewinnt Modularität immens an Bedeutung, weil der Strom- und Kältebedarf parallel mit den Leistungsentwicklungen in der Server- und Rechnertechnik steigt. Manche Unternehmen beachten die Warnsignale leider nicht und akzeptieren hohe Betriebskosten sowie mögliche Systemausfälle."
Dabei gibt es modular erweiterbare Rackklimatisierungs-Lösungen auf Basis von Flüssigkeitskühlungen. Im Vergleich zur herkömmlichen Doppelbodenkühlung verbinden sie die scheinbar gegensätzlichen Ziele "höhere Verfügbarkeit" und "geringere Kosten". Denn durch die Abfuhr der Wärme nahe am Ort des Entstehens (neben dem Schrank) ist eine wesentlich effizientere Wärmeabfuhr gewährleistet. Das bedeutet: Platzsparen - und Platz ist Geld.
Investitionssicherheit durch Skalierbarkeit und Modularität
Am Ende ist also nicht jede vordergründig preiswerte Lösung im Bereich Server- oder Infrastrukturraum auch wirklich dauerhaft ihren Preis wert. Wie in so vielen Bereichen so hängt auch bei der Einrichtung eines hoch leistungsfähigen Rechnerraums der Erfolg wesentlich von einer sorgfältigen Planung und genauer Information über Anforderungen und technische Möglichkeiten ab.
In einem so schnelllebigen Umfeld wie der IT und vor dem Hintergrund ihrer hohen Unternehmensrelevanz lohnt es sich aus Sicherheits- und Kostenaspekten sicher auch, wenn man auf die flexiblen Lösungen eines Systemanbieters setzt. Die Anzahl möglicher Varianten und die überregionale Verfügbarkeit der Komponenten sowie das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Lieferanten rechnen sich auf lange Sicht immer. Sie münden darüber hinaus - und das ist entscheidend - in höchster Systemverfügbarkeit und steigern damit den Geschäftserfolg des Unternehmens.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 