Eine neue Generation von Farb-Multifunktionsdruckern der neuen Serie "HP CM8000 Color MFP" hat HP vorgestellt. Die Geräte nutzen die neue Tintenstrahl-Technologie "HP Edgeline", die auf einer Zusammenschaltung standardisierter und feststehender (!) Druckermodule basiert. Das Besondere daran: nur das Papier darunter liegt - per Vakuum angesaugt - auf einer Trommel und wird von dieser bewegt, während jeder Druckkopf stationär montiert ist; die bedruckbare Breite ist in diesen Geräten gleich der gesamten Seite.
Die Produktlinie umfasst bisher zwei Modelle, den "HP CM8050 Color MFP" und den "HP CM8060 Color MFP". Sie richten sich vor allem an Business-Kunden mit hohen Druckauflagen, die dabei aber teilweise auch Farbdruck einsetzen wollen. Ihnen stehen mit diesen beiden Modellen zwei leistungsfähige Geräte zu moderaten Preisen zur Verfügung.
Grundsätzlich lässt diese neue Gerätegeneration alle Nachteile vermissen, die man normalerweise mit dem Begriff "Tintenstrahldrucker" verbinden; vor allem sind sie alles andere als langsam. Bei dieser "Scalable Print"-Technologie ist nicht nur eine bisher von Tintenstrahldruckern unerreichte Druckgeschwindigkeit in Schwarzweiß und Farbe möglich, und auch die Qualität der Drucke ist hoch - so hoch, wie es eben nur die Tintenstrahl-Technologie schafft.
Trotzdem kann man diese Geräte in puncto Druckgeschwindigkeit wohl eher mit einem Laserprinter vergleichen: 40 bzw. 50 Seiten pro Minute in Farbe und 50 bzw. 60 Seiten Pro Minute in Schwarzweiß sind ein für Tintenstrahler bisher unerreichbares Tempo.
Damit positionieren sich die beiden neuen Geräte mit einer nutzbaren Druckbreite von über 30 cm (maximales Druckformat: A3) oberhalb des traditionellen Einsatzbereiches von Laserdruckern und unterhalb der exklusiven Gruppe von "Wide" und "Super Wide" Drucker, die Papierbahnen von einem Meter Breite und mehr verarbeiten können.
Keine Tinten-Verschwendung
Neu ist dabei die Verwendung von vier vergleichsweise großen, ebenfalls fix im Gerät montierten Tintentanks. Dabei wird jene Tinte, die am Beginn des Druckens für die Reinigung der Düsen verwendet wird, nicht verschwendet, sondern wieder aufgefangen und wieder in den betreffenden Tank zurückgeführt - ein äußerst nützliches Feature, das gerade bei vielen Pausen zwischen den einzelnen Druckjobs eine ganze Menge der teuren Tinte sparen hilft.
Apropos Tinte: Dank der großen Tanks (ca. 30.000 bis 50.000 Seiten pro Tank) und der günstigen Austauschkosten ist das Drucken pro Seite bei diesen Geräten extrem günstig. Der Grund dafür: die gesamte Drucktechnologie - sprich: die gesamte Farbtransport-Technik bis hin zu den Piezoelementen und den Düsen - verbleibt bei diesen Geräten beim Wechsel eines Farbtanks ja im Gerät, während sie bei den herkömmlichen "kleinen" Patronen der Home-Drucker jedes Mal mit ausgetauscht wird, was dort den Preis merklich anhebt. Der Wechsel einer Tintenkartusche geht dadurch schneller und einfacher (und vor allem sauberer!), als das Auswechseln einer herkömmlichen Toner Cartridge bei einem Laserdrucker.
Bei diesen Geräten kommt übrigens grundsätzlich pigmentierte Tinte zum Einsatz, um sowohl bezüglich Dauerhaftigkeit der Ausdrucke als auch in puncto Beständigkeit gegen zufälliges Nasswerden und Verschmieren auf Nummer sicher zu gehen.
Vor den Druckfarben wird hier zusätzlich eine "Bonding"-Flüssigkeit (Haftgrund) aufgetragen, allerdings gezielt nur dort, wo auch Farbe gedruckt wird. Diese farblose Spezialflüssigkeit verbessert die Haftung der Tinte auf dem Papier und schützt die Farbpartikel zusätzlich, sie ist in ihrer Funktion etwa vergleichbar mit dem "Grundieren" beim Ausmalen.
Sollte eine der Düsen trotz Reinigung doch einmal verstopft sein, so verfügt jeder Druckkopf auch über Reserve-Düsen, die in diesem Fall eben je nach Bedarf aktiviert werden und die Aufgabe der ausgefallenen Düsen übernehmen. Außerdem werden diese Geräte grundsätzlich nur inklusive Wartungsvertrag vergeben; der Anwender steht somit nur sehr selten ohne funktionierenden Drucker da.
Die Arbeit vereinfachen
Mit dieser neuen Generation von "page-wide" Tintenstrahldruckern hat HP nicht zuletzt seine Absicht realisiert, das Drucken im Netzwerk für den Anwender möglichst zu vereinfachen. Dazu gehört unter anderem ein einheitliches Design der Benutzeroberfläche, deren Zentrum hier ein eingebauter Touchscreen mit VGA-Auflösung ist. Die Bedienerführung ist identisch mit jener aller neuen Multifunction-Printer, der Wechsel von einem Gerät zum anderen erfordert für den Anwender somit keine Umstellung bezüglich der Handhabung.
Bei einem Stau wird hier eine Video-Sequenz eingespielt und zeigt dem Anwender, was er zur Behebung des Fehlers zu tun hat. Dann wartet das System, bis dieser Handgriff durchgeführt wurde, zeigt den nächsten an, usw. Auf diese Weise wird der Anwender Schritt für Schritt durch die Prozedur der Fehlerbehebung geführt. Zusätzlich zeigt ihm eine blinkende LED genau jenes Bedienelement im Inneren der Gerätes, das er für die Behebung des Fehlers jetzt angreifen muss.
Drei Qualitätsstufen
Drei Qualitätsstufen sind bei diesen Geräten möglich: Neben der Top-Qualität gibt es noch den Modus "Standard-Qualität" (verringerte Farbdichte, aber Schwarz mit voller Qualität) und als Besonderheit den "Schwarzweißdruck mit Farb-Akzent". Dabei wird auch dann ein Schwarzweißdruck berechnet, wenn ein geringer Farbanteil von weniger als 0,5 % der Farbdeckung geduckt wird, beispielsweise ein kleines farbiges Logo oder die Internet-Links in Blau auf einer Seite, die sonst rein schwarzweiß ist.
Die Geräte verfügen über einen Netzwerk-Anschluss sowie über eine ganze Reihe von Features dafür. Das beginnt beim menügesteuerten Senden eingescannter Dokumente an eine E-Mail-Adresse, einen Netzwer-Folder oder als Internetfax über die Verwaltung des Druckers via "Web Jetadmin" und das eingebaute OCR-System "Readiris OCR" oder LAN-Fax (Topcall), einen Windows Terminal Server sowie einen Citrix Metaframe Server bis hin zur Unterstützung von Ipv6. Auch die Treiber für Windows Vista sind bereits installiert.




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8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 