Das freut nicht nur mobile Endgerätehersteller und Mobilfunkbetreiber, die durch steigende Hardware- bzw. Datenumsätze profitieren, sondern auch IT-Dienstleister, die mit "intelligenten" mobilen Integrationsprodukten (Mobile Middleware-Lösungen) neue Wachstumsmöglichkeiten vorfinden. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Anbieter in diesem zukunftsträchtigen Markt positionieren.
Aus Marktsicht konkurrieren meist kleinere Mobility-Spezialisten, die auf Middleware-Plattformen Marke "Eigenentwicklung" setzen, gegen die Anbieter von Standardprodukten etablierter Hersteller wie Sybase oder SAP. Während für Letztere das Mobile Business meist ein Nebengeschäft darstellt, stellt es für die erste Gruppe in der Regel ein Kerngeschäft dar. Was dieser Unterschied bewirken kann hat bereits ein kanadischer Softwareentwickler bzw. Endgerätehersteller bewiesen, der in zehn Jahren mit einem Produkt namens "BlackBerry" am Establishment der Softwarebranche vorbei zum Weltmarktführer für mobile E-Mail-Dienste avancierte. Obwohl BlackBerry in Management-Kreisen durch sein handliches Endgerät und den so genannten "E-Mail Push"-Dienst bekannt wurde, steckt hinter der Erfolgsgeschichte des Herstellers Research in Motion (RIM) eine andere Produktkomponente: Die mobile Middleware, dem so genannten BlackBerry Enterprise Server.
Das "intelligente" Verbindungsstück
Das Herzstück einer mobilen Business-Lösung stellt in der Regel eine mobile Middleware-Plattform dar. Die mobile Middleware stellt durch unterschiedlichsten Adaptoren das Verbindungsstück zwischen den mobilen Endgeräten und den diversen Backoffice-Systemen dar. Ein Szenario ist beispielsweise die Integration von SAP R/3 im Zusammenspiel mit getrennt betriebenen Komponenten für die Zeit- und Leistungserfassung eines Industrieunternehmens.
Das Kriterium zur Auswahl einer geeigneten mobilen Middleware-Plattform hängt u.a. von den spezifischen Anforderungen einer Branche bzw. den Eigenheiten eines Geschäftsprozesses ab. Dazu zählt beispielsweise die Offline-Fähigkeit mit nahtlosem Übergang zu Online-Szenarien, die Anbindung an verschiedene Backend-Systeme, der Einsatz auf unterschiedlichen Endgeräten, Skalierbarkeit, hohe Sicherheitsstandards und ein attraktives Kosten-/Nutzenverhältnis. Um echte Mobilität und Unabhängigkeit von Netzverbindungen zu erlangen, müssen Informationen aus den Backend-Systemen auf das mobile Gerät repliziert und dort in einem lokalen Datenbanksystem, das alle einsatzrelevanten Informationen trägt, verfügbar gemacht werden. Damit eng verbunden sollte der Datenaustausch zwischen mobiler Middleware und Client über die verfügbare Bandbreite effizient genutzt werden. Dies kann beispielsweise durch kompakte Kodierung und Kompression der zu übertragenden Daten geschehen.
Standardanbieter versus Spezialisten
In Österreich haben sich in den vergangenen Jahren unterschiedliche Lösungsanbieter in diesem Markt positioniert. Ausgehend von der Basisstrategie eines Anbieters können am Markt zunächst prinzipiell zwei Hauptgruppen unterschieden werden. Zur ersten Gruppe zählen IT-Dienstleister, die meist im Partnerverbund großer Softwarehäuser zu finden sind und ihr Dienstleistungsportfolio auf die Implementierung von mobilen Lösungen auf Basis der Softwareumgebung dieser Hersteller erweitert haben. Zu den Kunden dieser Anbieter zählen in der Regel herstellernahe Bestandskunden, die beispielsweise ein bestimmtes Backend-System etwa im Bereich Finanz, Warenwirtschaft oder Kundenbeziehungsmanagement bereits seit längerem einsetzen und dieses mobilisieren wollen, um einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen. Typischerweise setzen diese IT-Dienstleister auch auf die mobile Middleware-Plattform des Herstellers. Das bringt eine Reihe von Vorteilen, aber auch Nachteile.
Zur zweiten Gruppe zählen spezialisierte mobile Lösungsanbieter, die auf eine eigene Middleware-Plattform setzen. Diese Anbieter sind häufig auf ein bestimmtes Branchensegment ausgerichtet. In den vergangenen Jahren haben sich in Österreich rund ein Dutzend innovative Lösungsanbieter etabliert, die immer stärker mit sehr spezifischem Mobility- und Branchen-Know-how punkten können. Die meisten Anbieter haben die vergangenen Jahre dazu genutzt um Expertise aufzubauen und das Produkt konkurrenzfähig zu gestalten.
Jetzt, wo der Markt richtig in Schwung kommt, können auch sie immer stärker vom Marktwachstum profitieren und müssen sich nicht davor scheuen, mit den Anbietern im Umfeld großer Softwarehäuser in Konkurrenz zu treten. Zur Hauptzielgruppe dieser Spezialisten zählen ganz unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen. Viele versuchen über eine Nische stabiles Unternehmenswachstum zu generieren um dann in weitere Kundensegmente vorzudringen. Immer öfter setzen sogar Großunternehmen auf Lösungen dieser "Mobility-Avantgarde", die häufig mit ausgefeilten Produkt-Features, innovativen Referenzprojekten und einem konkurrenzfähigen Kosten-/ Nutzenverhältnis überzeugen können.
Zur Auswahl eines geeigneten Middleware-Produktes sollten Entscheidungsträger eine umfassende Evaluation von am Markt befindlichen Produkten und Lösungsanbietern auf Basis eines individuell erstellten Kriterienkataloges durchführen. Nach einer ersten Vorselektion sollten in Hearings ausgewählte Produkte und Anbieter genau unter die Lupe genommen werden. Um Entscheidungsträger eine erste Übersicht zu geben, werden auf der nachstehenden Tabelle zehn ausgewählte mobile Lösungsanbieter aus Österreich vorgestellt.





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8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 