Da die Anforderungslasten auf derartige Netzanwendungen aber drastisch schwanken kann, müssen die Anwendungen und Services ihre Leistung in Sekundenbruchteilen skalieren können, damit es nicht zu Wartezeiten und Ausfällen kommt. Mehrere Server - in Großkonfigurationen spricht man von "Server-Farmen" - werden dabei mit Load-Balancing-Techniken zu Clustern zusammen gekoppelt. Bei identischen Anforderungen mit hoher Last arbeiten die Server-Cluster wie ein einziges System und skalieren gemeinsam zu einer hohen Verfügbarkeit. Bei unterschiedlichen Anforderungen wirken sie als unabhängige Server - gleich, ob es sich um physisch separate Maschinen oder virtuelle Server innerhalb eines Rechners handelt. Auch wenn einer oder mehrere physische Rechner ausfallen, bleiben Web-Seiten und -Dienste für die Anwender weiter erreichbar. Diese Ausfallsicherheit und Anpassungsfähigkeit ist in kommerziellen Web-Präsenzen praktisch unverzichtbar.
Für genau diese kritischen Eigenschaften sorgen Load-Balancing-Appliances - spezialisierte Rechner, die Server-Anforderungen effizient auf die verfügbaren Ressourcen verteilen. Ausgefeilte Algorithmen überwachen permanent den jeweiligen Auslastungstand der Server. Eingehende Anfragen werden auf die Maschine mit der höchsten Verfügbarkeit geleitet. Die Lastverteiltung sorgt zudem dafür, dass bei kritischen Anwendungen wie E-Commerce-Transaktionen durchgängige Verbindungen mit dem gleichen Server gewährleistet sind.
Eine aktuelle Neuvorstellung ist der Load-Balancer Equalizer E550si von Coyote Point Systems, der auf Linux basiert und die Server-Last für Web- wie auch für Applikations-Server steuert. "Wir sind Experten für die Verkehrsregelung," erklärt Jack Irving, Vizepräsident von Coyote Point, die Produktstrategie des kalifornischen Spezialanbieters. "Effizientes Verkehrs-Management heißt, Anfragen so auf spezifische Server zu routen, dass die Anwender so sicher und ressourcensparend wie möglich bedient wird."
Ein hochleistungsfähiger Load-Balancer wie der Equalizer kostet um die 10.000 US-Dollar. Daneben gibt es Software-Lösungen für einige hundert Dollar, darunter auch Open-Source-Lösungen wie etwa Apache, Tomcat oder Ultramonkey. Warum also nicht ein Software-Paket auf einem vorhandenen Server installieren? Drei Gründe zählt Logan Harbaugh, IT-Berater in Los Angeles, auf: "Das wichtigste an einem Load-Balancer ist die Leistung. Kein normaler Ein-Prozessor-Server wird gleichzeitig mit Millionen Nutzern fertig." Harbaugh imponieren am Equalizer vor allem die 20 Netz-Ports mit Gigabit-Transferrate sowie das speziell auf Lastverteilung getrimmte Linux-Betriebssystem. Dazu kommen die einfachere Einrichtung und Bedienung des Appliance. Und drittens unterstütze Coyotes Rechner nicht nur HTTP-Anwendungen, sondern jedes IP-basierte Protokoll, erläutert Consulter Harbaugh. Er kann somit jedes Web-Cluster, aber auch jede Art von Mail- und FTP-Verkehr steuern sowie außerdem Active-Server-Pages, Java-Applikations-Server und alle SQL-basierten Datenbank-Server.
Mit Hilfe eines optionalen Co-Prozessors kann der Equalizer den Servern auch noch die Verarbeitung von SSL-Verschlüsselungen bei der Übertragung von abgesicherten Seiten abnehmen. So lässt sich die Server-Last deutlich reduzieren. Insgesamt regelt der Equalizer die Arbeitsteilung zwischen bis zu 128 Servern pro Cluster und ermöglicht rund 10 Millionen simultane Verbindungen.




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