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Wirtschaft

Alfred Harl ist neuer Obmann des Fachverbands UBIT

Der Fachverband "Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT)" in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat einen neuen Obmann.

„Wir wollen einen IKT-Minister“- Alfred Harl, neuer Obmann des Fachverbands UBIT

Conrad Gruber

Am 15. Februar 2007 legte der bisherige UBIT-Leiter Friedrich Bock nach vier Jahren seine Funktion zurück und übergab an Alfred Harl, bisher Obmann der UBIT Niederösterreich. Der neue Obmann wurde für eine Periode von drei Jahren gewählt. Seine Stellvertreter sind Wilfried Seyruck und Martin Prager.

Im Monitor-Gespräch legt Harl seine neue Gangart dar. Zu allererst will der neue UBIT-Chef "Basisdemokratie" etablieren. Ihm schweben dabei regelmäßige Mitgliederkonferenzen vor: "Ich lege großen Wert auf direkten Kontakt zu den Mitgliedern". Dort sollen die Bedürfnisse in unmittelbarer Diskussion zur Sprache gebracht werden. Eingebunden werden dabei natürlich auch die Fachgruppenobleute, die sich mit den Einzelthemen der jeweiligen Berufsgruppen befassen sollen.

Denn der UBIT ist mit 32.000 aktiven Mitgliedern (43.000 mit Nichtaktiven) mittlerweile hinter den Gastronomen (52.000 Aktive) und noch vor dem Allgemeinen Gewerbe (25.000 Aktive) der zweitgrößte Fachverband innerhalb der WKO: Der größte Bereich ist dabei die Berufsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) mit rund 30.000 aktiven und nichtaktiven Mitgliedern. Dazu kommen die Unternehmensberater mit 10.000 Mitgliedern und die neu hinzugestoßene Berufsgruppe der Bilanzbuchhalter.

Für den größte Gruppe seines Fachverbandes wirft sich Harl gleich zu Amtsantritt ordentlich ins Zeug: "Wir verlangen einen IKT-Minister". Es sei Zeit, dass dieses Thema formuliert werde. Die bisherigen Zuständigkeiten im Infrastrukturministerium würden nicht ausreichen, man müsse eine solche "Vision" haben. Harl: "Sieht man Österreich als Unternehmen, dann braucht es auch einen IT-Verantwortlichen". Dass mit einem IKT-Minister auch gleich ein neues Ministerium nötig würde, ist Harl klar: "Für diese Forderungen gibt es internationale Vorbilder". Erst kürzlich seien auf einem IT-Gipfel in Deutschland unter Teilnahme der Bundeskanzlerin Angela Merkel derartige Forderungen aufgetaucht. Für Harl sei das ein "Basisthema".

Im Zentrum seines zukünftigen Wirkens steht für Harl auch eine "Qualitäts- und Qualifizierungsoffensive". Man möchte sich dabei auf die "Kernelemente" einer jeden Branche konzentrieren. Bei der Qualifizierung der Berater will Harl den bisherigen Rhythmus der Weiterqualifizierung von fünf auf drei Jahre verkürzen. Das sei "internationaler Standard". Damit sollen auch die leidigen Diskussionen um Beraterhonorare beendet werden: Von manchen Unternehmen werden laut Harl Kosten und Ergebnisse von Beratungen "in einem falschen Zusammenhang" gesehen. Manchmal entstehe das Empfinden zu hoher Tagsätze bei einem vermeintlich nicht messbaren Ergebnis darin, dass dem Berater die Ziele für seinen Einsatz von Kundenseite nicht genau kommuniziert würden. Das mache es am Ende schwer, Resultate genau zu benennen, etwa bei Qualitäts-Audits oder ähnlichem. Wichtig sei ihm auch, dass es "ganz klare Abgrenzungen" des Beraterberufs zu anderen Beratungstätigkeiten geben soll. Harl erzählt von einem Apotheker, der seine Apotheke zusperren und als freiberuflicher Wirtschaftsberater weitermachen wollte: "Da muss man sich die Qualifizierung genau anschauen".

Ganz klar soll jedenfalls der Zugriff auf die Fachverbandsmitglieder gestaltet werden. Harl will eine komplette Adressdatenbank alle Mitglieder der einzelnen Branchen einführen, auf die "jeder Kunde, alle Kollegen und alle Journalisten" zugreifen können. Damit soll auch mehr "Transparenz" geschaffen werden.

Letzten Endes habe Harl gemeinsam mit seinem Vorgänger Bock auch die UBIT-Haftpflichtversicherung durchgesetzt. Jedes Mitglied, ob IKT-Experte, Consulter oder Buchhalter, könne sich für einen Betrag von "90 bis 100 € pro Jahr" bei der Generali versichern und genießt damit eine Deckungssumme von 1,5 Millionen € pro Schadensfall, der während seiner beruflichen Tätigkeit eintritt. Harl: "Das haben wir noch letztes Jahr ausverhandelt."

Weiter gehen soll es auch mit dem "IT- und Beratertag". Heuer wird dieser vom 27.- 29. November in Wien stattfinden und "Marketing" zum Thema haben. Harl bemüht sich um den Marketingchef von Harley Davidson als "Stargast": "Eine Firma, von der man Marketing lernen kann".

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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