Zu dieser Auffassung kommt das Ergebnis eines zweijährigen Forschungsprojektes des ungarischen Datenrettungsunternehmens Kuert. Je häufiger Daten hinaufgespielt werden, desto stärker macht sich Materialermüdung bemerkbar, die langfristig zu Totalausfall führen kann. Fotos, Kontakte, Dokumente oder Musik lassen sich dann mit herkömmlichen Technologien nicht mehr auslesen.
Mehr als 2.600 defekte Speicher, davon mehr als 15 Prozent Flash Memories, wurden von Kuert im Vorjahr mit einer eigens dafür entwickelten Technologie wieder hergestellt. In mehr als 60 Prozent der Fälle war Materialermüdung die Fehlerursache bei Flash-Karten. "Die Dunkelziffer an defekten Flash-Speichern liegt wesentlich höher. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe sowie Selbständige und Privatanwender sind von dem Problem betroffen, da in diesem Segment oft keine professionelle Datensicherung durchgeführt wird", warnt Harald Fasching, Geschäftsführer der Kuert Information Management GmbH in Wien.
USB-Sticks würden gern zur Datensicherung "missbraucht", ebenso das Handy für die Sicherungskopie des Adressenbestandes auf dem PC. Aber auch Fotografen erleben ein unliebsames Erwachen, wenn wertvolle Aufnahmen eines zweiwöchigen Reise-Shootings oder einer wichtigen Firmenveranstaltung plötzlich nicht mehr abrufbar seien, berichtet der Dattenretter aus der Praxis.
Materialermüdung kündigt sich nicht durch leichte Störungen an, sondern ein Defekt des Speichermediums tritt nach längerer Benutzung meist völlig unerwartet auf. Als Tipp erklärt Fasching: "Man kann Flash Memories wie zum Beispiel den USB-Stick zur Datenübergabe oder -sicherung verwenden, wenn man mehrere Kopien auf verschiedenen Datenträgern anlegt. Die Daten sollten aber nicht länger als zwei bis drei Jahre darauf verbleiben." Zu den sichersten Speichermedien für die Datensicherung gehören nach wie vor Bandlaufwerk, DVD oder Festplatte.





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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 