Deren Aufgabe sei es zwar, in den kommenden beiden Jahren die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass veraltete und teure Soft- und Hardware, dem Firmenerfolg im Wege stünden. Sie sollten dabei aber die "IT-basierten Möglichkeiten" für eine Weiterentwicklung ihrer Organisation aktiv in den Planungsprozess einbringen. Dabei sollten sie die IT klar als Schlüsselinfrastruktur positionieren. Das komme auch solchen Projekten zugute, die eine längere Vorbereitung erforderten.
Die Konsequenz: Um den vielfältigen Anforderungen der Praxis gerecht werden zu können, muss die IT strategisch geplant werden. Die IT-Strategie beschreibt ausgehend vom Ist-Zustand der IT im Unternehmen, den Anforderungen des Unternehmens an die IT sowie den Möglichkeiten auf dem Gebiete der Informations- und Kommunikationstechnologien
- die Vision, die Mission, die Ziele und Wege, wie die IT in Zukunft in einem Unternehmen genutzt,
- die dazu einerseits vorhandenen Instrumente und Soll-IT-Architekturen sowie
- andererseits die dazu notwendigen Projekte und organisatorischen Veränderungsnotwendigkeiten.
Fünf Todsünden der IT-Strategie
Befunde empirischer Untersuchungen belegen, dass Strategieorientierung in der IT in der Praxis viel zu wenig verbreitet ist (erst 20 Prozent der Unternehmen verfügen laut Studien über eine ausgereifte IT-Strategie). Zahlreiche Nachteile und Probleme können die Folge sein. So lässt sich insbesondere das Ziel, zukunftsfähige IT-Infrastrukturen zu schaffen und dauerhaft bereit zu stellen, nur schwer ohne ein integriertes strategisches Vorgehen erreichen. Laut einer Studie der MetaGroup sollten man sich die folgenden fünf Todsünden der IT-Strategie vergegenwärtigen, wenn eine IT-Strategieorientierung aufgesetzt werden soll:
- Keine systematische Vorgehensweise: Sofern auf eine abgestimmte methodische Vorgehensweise bei der Strategieentwicklung verzichtet wird, ist die Erarbeitung einer IT-Strategie und der darauf aufbauenden IT-Architekturen zum Scheitern verurteilt.
- Produktstandards als Ausgangspunkt: Die Festlegung von Produktstandards (etwa eines Servertyps) sollte gemäß der IT-Strategie gewählt werden und nicht zum Ausgangspunkt gemacht werden.
- Fehlende Business-Vision: Ohne eine von der Unternehmensführung entwickelten Business-Vision besteht die Gefahr, dass die IT-Strategie nur wenig Bezug zu den eigentlichen Anforderungen hat.
- Kein gemeinsames Verständnis über die Rolle der IT: Die Unternehmensführung sollte die IT-Organisation als strategisches Potential schätzen. Ohne Verständnis der Unternehmensführung für IT-Belange können IT-Strategien nicht erfolgreich implementiert werden.
- Das Projekt "IT-Strategie": IT-Strategien lassen sich auf Dauer nicht im Projekt ermitteln, sondern sollten als iterative Prozesse gesehen und etabliert werden (wichtig: Prozessbeschreibung nötig).
Im Ergebnis sollte ein Konzept bzw. Vorgehensmodell existieren, das die Erarbeitung einer an den Unternehmenszielen ausgerichteten IT-Strategie ermöglicht, eine darauf aufbauende technische Architektur und Infrastruktur kreiert sowie die Darstellung und Vermarktung des daraus resultierenden Werts für die Kunden des IT-Bereichs realisiert. Darüber hinaus sind aus der IT-Strategie die Qualitätsziele für das jeweilige Jahr abzuleiten.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 