3-4-2007 | Aus MONITOR 4/2007 Gedruckt am 23-08-2014 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/8856
Netz & Telekom

enteo Software

Life Cycle Management

Ein hoher Automatisierungsgrad senkt letztlich Kosten in der IT. Unternehmen sollten aber die Hürden und Fallstricke nicht unterschätzen. Ein umfassendes Life Cycle Management (LCM) gilt es deshalb in serviceorientierte IT-Architekturen einzubetten, damit die prognostizierten Einsparpotenziale tatsächlich greifen.

Lothar Lochmaier

Laut Aussage der Marktforscher von Gartner sollten sich Unternehmen intensiv mit neuen Initiativen rund um die Themen Business Process Management (BPM) und serviceorientierte Architekturen ( SOA) auseinander setzen, um dadurch einen signifikanten Wettbewerbsvorteil in den nächsten Jahren zu erlangen. Dies ziehe größere Investitionen in das operationelle IT Management nach sich, um das Niveau einer "proaktiven Prozessreife" zu erreichen.

Doch liegt die Messlatte nach Auffassung der Marktauguren von Gartner hoch, um eine fragmentierte IT-Landschaft tatsächlich dem Ziel einer höheren Qualität und Flexibilität bei gleichzeitig geringeren Kosten näher zu bringen. Gefragt sind deshalb neben Branchengrößen wie HP oder IBM auch spezialisierte Lösungspartner, die in der Lage sind, ein umfassendes Serviceangebot im Bereich des Software- und Konfigurationsmanagements abzudecken.

So adressiert etwa die Filderstädter enteo Software den kompletten Lebenszyklus, von PCs, Laptops, Servern, bis hin zu Citrix Presentation Server Farmen. Die Firma ist seit kurzem Bestandteil des Citrix-Zertifizierungsprogramms und erhielt im Vorjahr den Titel "Solution Partner of the Year". In Deutschland gehört der Anbieter schon heute zu den führenden Playern im Markt rund um das Software & Konfigurations-Management.

Zu den Kunden gehören Unternehmen mit 100 bis 500 Clients, bis hin zu Konzernen mit 80.000 Mitarbeitern, etwa der Pharmariese Roche. Auch in Österreich gewinnt enteo neue Marktanteile hinzu. Auf der ITnT präsentierte der Lösungsanbieter mit Business Partner Tryptis seine neue Produktfamilie enteo v6. Zu dessen Kernaufgabe gehören die Automation und das Management von Clients und Servern, um Zeit, Aufwand und Kosten in der IT zu senken, und gleichzeitig die Flexibilität und Qualität der Services zu erhöhen.

Software Lifecycle Management

Die Lösung enteo v6 setzt nach Auffassung von Stephan Glathe, Managing Director und CTO bei enteo Software, neue Maßstäbe im Software Lifecycle Management, durch eine einfache und hochintegrierbare Lösung. Denn die Produktfamilie deckt wesentliche Anforderungen an Automatisierung, Service Orientierung und Compliance ab. Die tägliche Arbeit erleichtern sollen zudem übersichtlich angeordnete Tools, wie eine dynamische Lösung zum Verwalten von Softwarelizenzen. "Dadurch lassen sich laufende Kosten durch Überlizensierungen bzw. für nicht mehr benötigte Software deutlich reduzieren", sagt Glathe.

Um aber einen wirklich umfassenden Überblick über die optimale Nutzung der IT-Ressourcen zu gewinnen, sind vor allem Softwaretools hilfreich, die eine Verknüpfung zum betriebswirtschaftlichen System herstellen. Mit Hilfe einer dynamischen Lizensierung lassen sich bei der enteo-Lösung fürs Lizenzmanagement etwa die Rechner neu ausrichten, wenn die Programme länger nicht genutzt werden, beispielsweise Microsofts MS Project nur wenige Male pro Jahr.

Allerdings reiche es nicht aus, die relevanten Daten nur in der Buchhaltung zu erfassen, sondern diese müssten in die entsprechenden Vertragsdaten übernommen sein, gibt Managing Director Bodo Linke von enteo zu bedenken. Deshalb stehe für die Kunden ein Online-Portal bereit, das diese jederzeit ergänzen können, und aus dem die Unternehmen je nach Vertragstyp relevante Daten heraus ziehen.

Die Vorgaben von Basel II dienen dabei zur rechtlichen Absicherung. "Damit lassen sich nicht nur die Soft- und Hardwarebestände inventarisieren", bekräftigt Linke. Auch die Inventarisierungs- und Wiederbeschaffungszyklen seien anhand von Szenarien exakt rechenbar. Ein zusätzliches Analysetool dokumentiert bei enteo v6 außerdem jede Änderung im System, was die Effizienz und Transparenz in der IT deutlich erhöhe, bekräftigt der Geschäftsführer.

Der dadurch mit Hilfe einer aktiven Lizenzmanagement-Software gewonnene Überblick über die Bestände führe dazu, dass Unternehmen nicht nur die Anzahl und den jeweiligen Grad der Ausstattung benennen können, sondern auch darüber Bescheid wüssten, wer die jeweiligen Anwendungen in welcher Weise nutze, und welche Vereinbarungen in den Lizenzverträgen enthalten seien.

Trotz derartiger Werkzeuge fällt vielen Unternehmen die organisatorische Umsetzung beim Management des Lebenszyklus nicht leicht. "Die Kunden brauchen Schnelligkeit, Flexibilität, Verlässlichkeit, aber ein Großteil der IT-Spezialisten beschäftigt sich immer noch mit der Sicherstellung des Betriebes und hat deshalb kaum den größeren Überblick", beschreibt Stephan Glathe die Defizite im IT-Management: Das Ziel bestehe darin, die Kluft zwischen Technik und Business zu schließen, beschreibt der Geschäftsführer das neuartige Lösungskonzept auf Basis von enteo v6.

Statt wie bisher mehrere Tage soll Life Cycle Management künftig nur noch wenige Mausklicks erfordern. Ein übersichtlich gestaltetes intuitives Benutzermenü mit drei Farben dient den Mitarbeitern zur Orientierung. enteo v6 ist assoziativ gebaut, die Oberfläche "kann Sprünge machen", zum Beispiel von der Hardware auf die Software. Sie folge quasi dem "nächsten Mausklick im Gehirn" nach dem Slogan - point click managed, erläutert Glathe.

Das Organisationsschema ist zudem analog zur Benutzeroberfläche von Microsoft Office gestaltet, ein "Programm Manager" übernimmt die Regie. Zwar ist es auch nach Auffassung von enteo Software schwierig, die Kostenersparnis (Total Cost of Ownership) exakt zu errechnen. Dennoch sei das Einsparpotenzial durch beschleunigte und schlanke Abläufe enorm, wenn etwa die Konfiguration einer benutzerindividuellen Software nur noch zwei Stunden dauere, oder das System nach einem PC-Crash in 30 Minuten wieder vollständig einsatzbereit sei.

Für enteo Software liegt der Nutzen der neuen Produktfamilie aber keinesfalls in einer technischen Spielerei. Das neue Aufgabenprofil der IT-Spezialisten bestehe darin, dass der IT-Leiter seiner Mannschaft vermittle, dass die Abteilung nur Teil eines größeren Ganzen sei. "enteo v6 soll dazu beitragen, den Wertbeitrag der IT im Sinne von einer besseren Unterstützung für die Fachabteilungen inhaltlich darzustellen", ergänzt Bodo Linke. So seien etwa 80 Prozent der Anrufe beim Help Desk durch LCM entbehrlich.

Die Kundenansprache fällt recht unterschiedlich aus. Insbesondere beim Mittelstand kann der Anbieter statt mit einem großen SOA-Konzept eher mit pragmatischen Argumenten punkten, wie einen neuen Rechner innerhalb kürzester Zeit neu aufzusetzen, inklusive der Software-Bereitstellung. Denn bei enteo v6 ähnelt jeder Prozessschritt einer PC-Installation, durch die sich Applikationen und Betriebssystem "policy-getrieben" harmonisieren lassen. Durch die regelbasierte Verknüpfung kennt jedes Programm seine Aufgaben. Patches sind auf jedem Zielsystem parallel möglich.

Trotz der neuen Lösungsansätze ist aber kaum zu übersehen, dass die meisten Spezialisten immer noch mit sich selbst beschäftigt sind. Nach Gartner verschwenden die IT-Abteilungen etwa 30 Prozent ihrer IT-Ressourcen, um die Systeme am Laufen zu halten. Fernziel ist, dass sich dieser Entwicklungsprozess in Richtung produktive Business-Unterstützung umkehre. Unternehmen seien aufgefordert sich fit zu machen, für nutzer- und transaktionsorientierte Konzepte á la "Software as a Service" und Virtualisierung. "Dies erfordert eine hohe und andersartige Qualifikation der Mitarbeiter durch den Wegfall von Routinetätigkeiten", fasst Bodo Linke zusammen.

www.enteo.de

  • Artikel bookmarken
  • del.icio.us
  • Mister Wong
  • Yahoo MyWeb

Userkommentare

DISQUS ist ein Service von disqus.com und unabhängig von monitor.at - siehe die Hinweise zum Datenschutz der DISQUS-Kommentarfunktion

comments powered by Disqus