Gesprochen wird schon lange darüber, aber auch MONITOR-Autor und INSET-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Georg Lankmayr konnte feststellen, dass der Markt für mobile Unternehmenslösungen derzeit erst in Schwung kommt (S. 10 ff). Basierend auf den nun vorhandenen hohen Bandbreiten und attraktiven Tarifen wächst etwa die Nachfrage bei Standardprodukten wie mobilem Breitband und mobilem E-Mail. Schon heute entscheidet sich jeder vierte Kunde für einen mobilen Breitband- und gegen einen herkömmlichen ADSL-Anschluss. Die Aufrüstung der bestehenden HSDPA-Netze auf HSUPA wird die Nachfrage weiter verstärken. Bereits in diesem Monat können A1-Kunden zunächst in Ballungszentren von der neuen Breitbandgeneration profitieren.
Auch der Markt für mobile Groupware-Lösungen (Mobile E-Mail, Terminkalender, Kontakte via Handheld) bietet noch großes Potenzial: In Österreich könnten etwa 340.000 Geschäftsanwender solche Lösungen einsetzen, derzeit nutzen aber erst rund 6% diese tatsächlich. Durch den verstärkten Einstieg von Microsoft (bis dato dominierte vor allem Research in Motion mit dem BlackBerry-Dienst) ist auch hier eine zunehmende Dynamik zu erwarten.
Darüber hinaus wächst auch die Nachfrage nach speziellen Branchenlösungen. Zwar bleibt dieses Marktsegment sehr selektiv, da die Projektauslöser und das Nachfrageverhalten von Unternehmen sehr differenziert sind, doch die Erwartung über die zukünftige Durchsetzung von Lösungsansätzen bleibt hoch. In Österreich zählt beispielsweise das Gesundheits- und Sozialwesen zu einer führenden M-Business-Branche.
Dass es bei der "Mobilisierung von Unternehmensprozessen" aber einer klaren Strategie bedarf, betont Karl Gorz, Mobile Business Experte von Kapsch CarrierCom. Firmen, die ihre Außenmitarbeiter mit mobilen Lösungen ausstatten, fehlt heute großteils noch die richtige Strategie dafür: "Es ist vielfach der Fall, dass Mitarbeiter im Außendienst mit PDAs oder Notebooks und Datenkarten ausgestattet werden, ohne dass die mobilen Prozesse darauf abgestimmt sind." Lesen Sie den kritischen Einwurf auf S. 17.
Mobilfunkmarkt-Business
84% der österreichischen Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern Mobiltelefone zur Verfügung. Doch haben sie auch den optimalen Vertrag mit einem der vier österreichischen Mobilfunkanbieter in der Tasche? MONITOR-Autorin Dr. Christine Wahlmüller hat sich für Sie umgehört, den Markt, die vier Anbieter und ihre Produkte unter die Lupe genommen. Derzeit gibt es knapp unter 8 Mio. Handy-User in Österreich, der Markt ist damit so gut wie gesättigt.
Anders sieht es dagegen im Bereich Datennutzung aus: Die Zahl der mobilen Datennutzer wird für 2006 von IDC mit 3,465 Mio. angegeben und soll bis 2009 um mehr als eine Million auf 4,654 Mio. anwachsen. Der Trend in Richtung Mobilität freut die Anbieter: "Mobiler Zugriff auf Firmennetzwerke, E-Mails verschicken und empfangen, Termine und Kontakte verwalten, das alles wird verstärkt auch von KMUs genutzt", erklärt etwa Michael Fried, CCO ONE. Die ganze Analyse finden Sie ab S. 14.
Sicherheit und Integration
"Alleine im ersten Halbjahr 2006 registrierten wir 235 Varianten mobiler Viren, gleichzeitig kümmern sich allerdings 75% der Unternehmen nicht um diese Gefahren", unterstrich kürzlich Paul Miller, Managing Director Mobile Security von Symantec, am IT Summit in Kalifornien. Und Todd Thiemann, Director Device Security von Trend Micro, meinte sogar, dass die großen Attacken erst noch kommen würden. Gleichzeitig müssten Anti-Viren-Lösungen auf Mobilgeräten allerdings besonders "schlank" programmiert sein, um die Nutzung nicht zu beeinträchtigen. Nach Einschätzung von Miller werde auch den lokalen Service-Providern eine wichtige Rolle bei der Schaffung von "regionalen Sicherheitszonen" zukommen, in denen die Nutzung mobiler Geräte zentral gesichert wird.
Für Jay Burrell von Nokia stellen sich angesichts der zunehmenden Mobilität in Unternehmen viele Fragen. Neben der Geräte-Vielfalt und den Problemen der Geräte-Verwaltung spielen auch Middleware-Fragen, IT-Ressourcen und Netzwerk-Services eine große Rolle. "Grundsätzlich plädieren wir dafür, jedes Gerät in das Unternehmens-Netz zu integrieren und den Nutzern alle Möglichkeiten der Kommunikation zur Verfügung zu stellen." Für Marcus Birkl von Siemens wiederum sind die Treiber mobiler Unternehmenslösungen heute die Möglichkeiten der Produktivitätssteigerung und der Kosteneinsparung. Trotz der Vielfalt möglicher Technologien wolle der Nutzer eine möglichst gleichbleibende Qualität der Kommunikations-Services und fortwährenden Zugang zu diesen. Und dies unter einer Nummer sowohl bei der geschäftlichen wie bei der privaten Nutzung. Lesen Sie meine beiden Texte vom IT Summit auf S. 22 bzw. 24.
Eine interessante Frühlings-Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 