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Software-Markt

HP will zur neuen Softwaregroßmacht aufsteigen

Die Software-Abteilung von HP ist zu einer respektablen Größe gewachsen. Nicht zuletzt die Übernahe von Mercury hat einen großen neuen Geschäftsbereich geschaffen. Jetzt hat das Unternehmen die Software-Sparte aufgeräumt und optimiert und will seine Kompetenz am Markt unter Beweis stellen.

Klaus Lackner

„Das Next Generation Data Center ist eine Vision der Automatisierung, die ohne Software nicht möglich ist.“ - Jürgen Weiß, Hewlett-Packard Österreich

Bisher galt HP im Bereich Software eher als Nischenanbieter und war vor allem durch das System-Management-Framework HP OpenView bei den Anwendern bekannt. Mit der vollzogenen Übernahme von Mercury soll sich das nun schlagartig ändern. "HP Software ist der weltweit sechstgrößte Softwarehersteller und beantragt elf Patente pro Tag. Das ist mehr als zum Beispiel SAP oder Oracle", proklamiert Jürgen Weiß, Leiter des Geschäftsbereichs Software bei HP Österreich, gegenüber MONITOR.

Der Software-Bereich zählt zu den eindeutigen Wachstumsfeldern des IT-Konzerns. Knapp drei Viertel des Umsatzes von 1,3 Mrd. Dollar im Jahr 2006 wurden mit dem Management-Software-Portfolio gemacht. Mit Open Call, dem Operations-Support-System für Telekommunikationsunternehmen, wurde ein Viertel des Umsatzes lukriert. Durch die Übernahme von Mercury im abgelaufenen Jahr wurde HP zu einem der führenden Anbieter für Business Technology Optimization (BTO). Und wie wichtig die Übernahme für das Unternehmen ist, zeigt sich in der Übernahmesumme: "Die Übernahme von Mercury war mit einem Volumen von 4,5 Mrd. Dollar für HP die zweitgrößte Übernahme nach Compaq", so Weiß.

Außerdem hat HP in den vergangenen drei, vier Jahren 13 Unternehmen gekauft, deren Produkte integriert und neu strukturiert werden müssen. Unter den großen Einkäufen befand sich neben Mercury Peregrine Systems. HP blätterte rund 425 Mio. Dollar dafür hin. In Summe sollen die Produkte der neu strukturierten Software-Abteilung es IT-Verantwortlichen ermöglichen, IT-Umgebungen einfacher und kosteneffektiver zu verwalten.

Watschenmann CIO

Der CIO, der typischerweise in der Geschäftsführung oder im Vorstand angesiedelt ist, spielt hier eine Schlüsselrolle. Die BTO-Werkzeuge, wie HP seine Management-Werkzeuge bezeichnet, adressieren die Herausforderungen, mit denen ein CIO täglich konfrontiert ist: Um profitables Wachstum zu ermöglichen, müssen sie die Kosten senken, neue Services schneller bereitstellen und die IT so ausrichten, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung im Unternehmen leistet. Die IT, von Applikationslösungen bis zum Kabel, wird als Geschäft verstanden, ein Dienstleistungsgewerbe, das Services bietet. Business-Service-Management-Projekte, für die HP Software-Tools anbietet, leisteten per Definition einen überproportionalen Beitrag zum Geschäft. Denn laut Studien liefern rund 90 Prozent solcher Projekte einen Wertbeitrag zum Geschäftserfolg.

Das aber spricht für die Notwendigkeit von System- und Netzwerk-Management-Tools. Immerhin liefert nach einer Studie der Economist Intelligence Unit die Hälfte aller IT-Initiativen in Europa keinen positiven messbaren Geschäftserfolg. HP hat nun drei Bereiche ausgemacht, in denen sich das dank eigener Software ändern lasse: Change- und Configuration-Management, IT-Service-Lifecycle sowie Performance- und Availability Lifecycle.

Wie zum Beispiel der Vorstand der deutschen Marktforscherin Experton Group, Andreas Zilch, ausführt, setze insbesondere der Zukauf von Mercury den Anbieter in die Lage, diese Bereiche tatsächlich breit abzudecken. Da aber HP weder über eigene Middleware noch über ein Security-Portfolio verfüge, müsse der Anbieter das Softwareangebot durch geschickte Partnerschaften ergänzen. Die Netweaver-Zertifizierung (dabei handelt es sich um die neue SAP-Plattform) etwa weise hier in die richtige Richtung.

Rund um den Lebenslauf der IT

Ansonsten dreht sich bei HP Software alles rund um Lifecycle der Informationstechnologie- und zwar in den Ausprägungen IT Service, Change und Configuration sowie Performance und Availability. Im Bereich IT Service Lifecylce finden sich Produkte, die ermöglichen sollen, IT und Geschäftsprozesse zu planen, aufeinander abzustimmen und zu verwalten. Dieser Lifecycle verfolgt und analysiert automatisch alle Elemente eines "Business Service" - von der Konzeption bis zum Ende des Lebenszyklus einer Anwendung. Insbesondere ließen sich die Ressourcen besser nutzen und Kosten sparen, da die Services nach Geschäftsprioritäten geordnet und erbracht werden.

Mit dem Service Center lassen sich Geschäftsprozesse, Services und IT-Infrastrukturen überwachen und automatisieren. Die Version 6.1 verfügt über einen integrierten Service-Katalog, so dass die Schnittstelle für IT-Hardware und -Services standardisiert werden können. Zudem sorgt das Center für Knowledge-Management, so dass Erfahrungen und Informationen verschiedener Abteilungen im Unternehmen zugänglich gemacht werden können. Im Vergleich zur Vorgängerversion 6.1 ermöglicht das zugehörige Configuration Management die Gruppierung von Konfigurations-Items und das Nachverfolgen von Veränderungen innerhalb der IT-Infrastruktur (Change Management).

In den Bereich Change und Configuration Lifecycle fallen verschiedene Aspekte zur Automatisierung von Veränderungen. Die Configuration Management Software ermöglicht es, die Planung, die Entwicklung und die Verwaltung von Software innerhalb eines Unternehmens zu automatisieren und stellt damit sicher, dass jeder Rechner genau mit denjenigen Software-Elementen ausgestattet ist, die dort benötigt werden.

Die Version 5.0 verbindet sowohl eine PC- mit einer Server-Configuration-Management-Lösung. Sie verfügt über eine neue Benutzer-Oberfläche, SOA-konforme Dienste (Service-orientierte Architektur), verbessert die Möglichkeiten zur Softwareverteilung und -Konfiguration, bietet eine größere Kontrolle und verbesserte Virtualisierung für Administratoren mit Change Audits. Laut HP soll die Change Control Management Software die erste automatisierte End-to-End-Change-Management-Software auf dem Markt sein, die speziell dafür entwickelt wurde, für Change-Beauftragte oder -Abteilungen das Risiko von Veränderungen im Unternehmen einzuschätzen.

Der Tools, die dem Performance and Availability Lifecycle zugerechnet werden, verbinden und automatisieren anhand von Performance-Kennzahlen, um die Verlässlichkeit und Verfügbarkeit von geschäftskritischen Anwendungen und Services sicher zu stellen.

Wachstum durch Neukunden

Der aufgeräumte Software-Bereich soll nun eben auch in Österreich mehr Früchte tragen. Für Weiß ist der Weg geebnet: "In Österreich sind wir im vergangenen Jahr zwischen 25 und 30 Prozent gewachsen. Das sollten wir in diesem Jahr genauso schaffen." Dazu sollen nicht nur "Stammkunden", wie zum Beispiel die Raiffeisen Zentralbank (RZB), beitragen. Der Manager sieht Synergien für seine Kunden, die bereits HP- und Mercury-Software im Einsatz haben und will natürlich auch weiterhin viele neue Kunden gewinnen. "HP Software und Mercury haben zwar eine ähnliche Kundenstruktur aber komplett andere Ansprechpartner in den Unternehmen", berichtet Weiß. Und dies ließe sich natürlich durch das neue umfassende Angebot positiv für beide Seiten weiterentwickeln.

www.hp.com/at

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Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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