Spam, wohin das Auge blickt. Öffnet man morgens seine Mailbox, surrt der Infomüll nur so herein, der sich über Nacht von welchen dunklen Quellen auf der anderen Seite der Erde auch immer in der Mailbox des Providers angestaut hat. Eine Eruption der Nutzlosigkeit. Eine Verstopfung des Datenkreislaufs. Eine Sinnentleerung der Informationsgesellschaft.
Interessant dabei ist, dass bei allen Werbefeldzügen der Antispam-Software-Erzeuger, doch möglichst gegen den Infomüll aufzurüsten, kein Besserung spürbar ist: Auch wer sein Outlook brav mit Spamfiltern impft, wird davon nicht mehr verschont als vorher, subjektiv gesehen scheint der Datenmüll noch anzuwachsen.
Woran liegt das? Entwerfen die Spammer immer gefinkeltere Lösungen, um die Spamfilter zu umgehen? Sind letztere etwa völlig ineffizient, weil wie sollen sie denn tatsächlich zwischen echten und unnötigen Nachrichten unterscheiden können? Arbeiten große Provider mit Spammern etwa gar Hand in Hand, weil beide an der Mülllawine verdienen? Muss man Spam als Kulturerscheinung des Info-Zeitalters gar akzeptieren? Gibt es aber noch nicht genug sprichwörtlichen Info-Spam in TV und Internet (und Gratiszeitungen), mit dem man ohnehin belästigt wird?
Der Mensch im Berufsleben des Informationszeitalters muss wirklich eine dicke Haut haben. Er muss funktionieren, produzieren und konsumieren. Immer schneller, immer öfter, möglichst Tag und Nacht, immer online und informiert. Das Abwehren von Spam nimmt dabei schon einen gar nicht so geringen Anteil der täglichen Arbeit ein. Immerhin fluten täglich 70 Millionen Spam-Mails an österreichische Adressaten. 350.000 Stunden pro Tag verbringen die Österreicher mit dem Löschen von Spam-Mails, 80 Prozent empfinden dies als unerwünscht, 45 Prozent völlig zurecht als Belästigung. Spam-Löschen ist eine verlorene Zeit, die in der Arbeit oder nach Feierabend abgeht. Danke, liebe Spammer. Leider fehlt uns die Möglichkeit, zurückzuschlagen. Aber wir drücken hiermit unserer abgrundtiefe Empörung aus. Geht's lieber was Gescheites arbeiten wie andere Menschen auch.



7/2011
6/2011
5/2011


Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 