Nicht nur Microsofts eigene Innovationen standen im Mittelpunkt der Microsoft TechEd: Developers in Barcelona. Schließlich sitzen bei den Keynotes genügend kreative Entwickler im Auditorium. Eine gutes Publikum also, um den Startschuss für den Imagine Cup 2007 zu geben. Der Imagine Cup, der nun schon im fünften Jahr stattfindet, soll Studenten aus der ganzen Welt zu kreativen Höchstleistungen herausfordern, eine "bessere Welt" durch Technologie und ihr Talent und ihre Kreativität zu erreichen. Kein unbescheidenes Ziel und doch haben im Vorjahr 65.000 Studenten aus 100 Ländern Projekte eingereicht. Übrigens war auch Österreich im Vorjahr höchst erfolgreich: Der Wiener Andreas Tomek (TU Wien) konnte im Finale in Dheli Gold in der Kategorie IT-Infrastruktur holen.
Die Registrierung für den Imagine Cup 2007, wo das Finale in Korea stattfinden wird, läuft seit der TechEd. Das Motto: "Stell Dir eine Welt vor, in der Technologie eine bessere Bildung für alle ermöglicht ". Neun unterschiedliche Kategorien lassen Studenten unterschiedlichster Richtungen teilnehmen: Wie man sich es von einem Microsoft-Wettbewerb erwarten würde, geht's im Bereich Software Design zu. Mit Hilfe von Microsoft-Werkzeugen und Technologie gilt es eine nutzbare Softwareanwendung zu entwickeln. Die Teilnehmer sollen Innovation mit dem .NET-Framework und Windows zeigen, aber die Möglichkeiten fangen bei diesen Anforderungen erst an. Ein Web Service fürs .NET 2.0 Framework ist zwingend, andere Elemente wie die Einbindung mobiler Geräte, ASP.NET oder SQL Server sind optional.
Weniger Freiheit gibt es im Bereich Embedded Development: Hier gilt es für gegebene Hardware ein Windows CE Betriebssystem Image sowie eine Anwendung dazu zu bauen, die bei der Lösung "einiger der schwierigsten Probleme der Welt" mithilft. Wer sich im Web Development beweisen möchte, muss Microsoft-Technologie einsetzen. Es gilt, innovative Webprojekte für die Bildung unter Einsatz von ASP.NET zu bauen.
Programmierer, die Comics mögen, sollten sich das "Projekt Hoshimi" genauer ansehen. In einer imaginären Herausforderung auf Leben und Tod basiert der Wettbewerb auf einer Hintergrundgeschichte, Grafiken im Comic-Stil und sehr realen Problemen, die die Fähigkeiten von Programmierern auf der ganzen Welt auf die Probe stellen sollen. Man kann direkt online gegen Teilnehmer aus der ganzen Welt antreten, um zu sehen, wer das schnellste Programm hat, das die Aufgabe löst. Studenten schreiben den Code, der das Verhalten und die Strategie eines Teams von Charakteren bestimmt, das verschiedene Missionen erfüllen muss. Der Reiz liegt nicht nur in der Programmierung, sondern vor allem auch, die Ergebnisse in einer 3D Umgebung anzuschauen, in der die Programme für alle sichtbar gemacht werden.
Während die "IT Challenge" sich ums bestmögliche Warten von IT-Systemen dreht, gilt es beim "Algorithmus" Wettbewerb um so bescheidene Dinge wie das Dekodieren des menschlichen Genoms.
Aber auch weniger technikorientierte Studenten können mit Kreativität punkten: In der Kategorie Fotografie gilt es mit Bildern eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum emotional bewegt und sowohl zum Nachdenken als auch zur Diskussion anregt.
Bewegte Bilder gibt's beim Kurzfilm: Angefangen von Konzept und Storyboard, über das Filmmaterial bis hin zur künstlerischen Aufbereitung soll hier ebenfalls das Publikum emotional angesprochen werden. Einzigartigen Perspektiven und künstlerischer Kreativität wird besondere Aufmerksamkeit zugemessen.
Gewissermaßen an der Schnittstelle zwischen den künstlerischen und technischen Kategorien liegt "Interface Design": Hier fordert der Wettbewerb zu nützlichen und gleichermaßen unwiderstehlichen Benutzerinterfaces auf, die traditionelle Ansätze des Interface Designs hinter sich lassen und neu erfinden, wie man sich vor einem Computerschirm benimmt.
Studenten, die sich durch online-, lokale und regionale Runden schlagen, können in die Finalrunden einziehen, die im August 2007 in Seoul, Südkorea, stattfinden. Die Mühe kann sich durchaus auch auszahlen: In Summe ergeben die Preise für den Imagine Cup 2007 immerhin mehr als 170.000 Dollar.




7/2011
6/2011
5/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 