Mit einem breit gefächerten Sortiment an Brillengläsern, Fassungen und Kontaktlinsen ist Apollo-Optik die Nummer Eins im deutschen Markt mit dem größten Filialnetz in Deutschland. Das im fränkischen Schwabach ansässige Unternehmen ist in Deutschland mit über 480 eigenen oder von Franchisenehmern betriebenen Filialen präsent. Seit 1998 gehört Apollo-Optik zur Pearle- Europe-Gruppe, dem mit 1.700 Filialen in 14 Ländern größten europäischen Optik-Konzern.
Höhere Agilität durch Paradigmenwechsel
Um im Markt flexibel zu bleiben, startete das Unternehmen im Sommer 2006 ein umfassendes IT-Modernisierungsprojekt. Mit Komponenten der crossvision-SOA-Suite und der Natural-2006-Produktreihe wird Apollo-Optik sein Point-of-Sales- System in eine serviceorientierte Architektur überführen. Das Unternehmen betreibt diese mit der Entwicklungsumgebung Natural und dem DBMS Adabas individuell entwickelte Filial-Lösung seit Anfang der 1990er-Jahre.
Das POS bietet den Filialen von der Auftragserfassung über Kasse, filialeigene Warenwirtschaft und Management-Information bis hin zu Marketingaktionen einen sehr hohen Automatisierungsgrad, und dies bei einer perfekten Balance zwischen Kosten und Nutzen, bestätigt Erich Ehbauer, der IT-Leiter bei Apollo-Optik. Allerdings waren die zeichenorientierten Benutzeroberflächen nicht mehr zeitgemäß, und es gab auch Schwächen bei der Integration in die Gesamt-IT.
So betreibt Apollo- Optik neben den dezentral eingesetzten POS-Systemen zentral in Schwabach ein Standardpaket für die Warenwirtschaft sowie ein Data-Warehouse und eine Intranet- Lösung. Eine teilweise redundante Datenhaltung und eine an wichtigen Stellen der Geschäftsprozesskette fehlende Online-Integration waren die Folge. Für die Weiterentwicklung des POS-Systems schienen zunächst dessen monolithische Architektur und das strikt prozedurale Programmiermodell die größte Hürde darzustellen. In einem gemeinsamen Evaluationsprojekt mit der Software AG konnte im Frühjahr 2006 anhand von zwei Prototypen jedoch gezeigt werden, dass unter Beibehaltung der POS-Kernfunktionalität eine grundlegende Modernisierung möglich ist.
Modernisierung nach SOA-Prinzipien
Wesentlicher Bestandteil des Modernisierungsprojekts ist der Aufbau eines Web-Services-Backends durch das Refactoring der POS-Bestandsanwendung. Zusammen mit Web-Services, die komplett neu generiert werden, entsteht damit eine Business-Service-Schicht nach SOA-Prinzipien, die Apollo-Optik eine hohe Agilität bei der Reaktion auf neue Geschäftsanforderungen bietet.
So wird zum Beispiel die Basis für eine dynamische Interoperabilität mit beliebigen ERP-Systemen geschaffen, und im Zuge der Internationalisierung könnten auch völlig andere User-Interfaces implementiert werden. Thomas Reimann, Leiter Systementwicklung und zuständig für das Modernisierungsprojekt bei Apollo-Optik, fasst abschließend zusammen: "Mit Hilfe der Systemtechnologie der Software AG schaffen wir den Paradigmenwechsel hin zur Implementierung des ereignisorientierten Prinzips und dem Aufbau einer auf offenen Standards basierenden, serviceorientierten Architektur. Auf diese Weise können wir Systemkommunikation und Anwendungsintegration auf Basis lose gekoppelter Web-Services umsetzen."
Eingesetzte Software-AG-Produkte:
crossvision Application Composer:
Ermöglicht dank Ajax-Technologie (Asynchronous JavaScript and XML) die Realisierung von Rich-Internet-/Composite-Applications mit desktopähnlichem Bedienkomfort und stellt Informationen aus unterschiedlichen IT-Systemen unter einer Oberfläche bereit.
crossvision Service Orchestrator:
Arbeitet als erweiterter Enterprise Service Bus und wird für die Orchestrierung von Web-Services eingesetzt.
Natural Business Services:
Stellt Natural-Anwendungen als Web- Services bereit, die auch von Anwendungslösungen auf Basis von J2EE oder .NET konsumiert werden können.
CentraSite:
Das SOA-Registry/ Repository soll Apollo-Optik helfen, auch in einer komplexer werdenden SOA-Umgebung sämtliche Anforderungen an die Corporate Governance zu erfüllen.




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 