Was ist Disaster Recovery (DR)?Desaster Recovery bezeichnet Maßnahmen, die nach einem Unglücksfall in der Informationstechnologie eingeleitet werden. Dazu zählt sowohl die Datenwiederherstellung als auch das Ersetzen nicht mehr benutzbarer Infrastruktur sowie Hardware. Umfassender als Disaster Recovery ist der Begriff Business Continuity, der nicht die Wiederherstellung, sondern das kontinuierliche Funktionieren des Betriebs in den Vordergrund stellt.
Was beinhaltet das Konzept? Das jeweilige Konzept stellt sicher, dass die Notfallrisiken für die Geschäftstätigkeit identifiziert und bewertet sind, dass entsprechende Vorsorge- und Notfallmaßnahmen organisiert sind und der Wiederanlauf der Prozesse in Notfallsituationen gezielt gesteuert werden kann.
Wie geht das Unternehmen am besten vor?Disaster Recovery (DR) ist Teil eines systematischen Risikomanagements. Zu den Regeln für ein Vorgehen im Notfall gehören die technische Absicherung (Disaster Recovery Plan), aber auch die Klärung der Verantwortlichkeiten für die Fortführung kritischer Unternehmensprozesse und die Gestaltung der Wiederanlaufphase - Business Continuity beziehungsweise Recovery Plan. Auch die regelmäßige Erprobung des Ernstfalls sollte routinemäßig durchgespielt werden, um häufig auftretende Pannen abzustellen. Zudem sensibilisieren Übungen die Mitarbeiter für die Risiken.
"Bezifferbare" Kosten:Reparatur von Schäden einschließlich Personalaufwendungen
- Vertragsstrafen z.B. bei Just-In-Time oder Just-In-Sequence, Lieferverpflichtungen, Bußgelder
- Zukünftig: Höhere Kreditkosten (Basel II) bei unzureichender Risikovorsorge. Für den Großteil der klein- und mittelständischen Wirtschaft ist damit zu rechnen, dass Kredite teurer werden.
- Bezifferbar bedeutet aber nicht, dass diese Kosten in den Unternehmen immer bekannt sind.
"Schätzbare" Kosten:Umsatzverlust durch mangelnde Verfügbarkeit.
- Konkreter Verlust von Kunden bei Imageschäden
- Kompensation von Minderleistung, z. B. Zukauf externer Ressourcen
"Nicht bezifferbare" Kosten:Verlust von Marktanteilen durch Imageschäden
- Verlust von Intellektuellem unternehmerischen Kapital
- Mangelnde Produktivität oder Mitarbeiterverlust durch Demotivation
- Mangelnde Produktivität durch Sicherheitsereignisse
- Kontrollverluste wie höhere Vorsorge oder niedrigere Produktivität
http://roc.cs.berkeley.edu/projects/downtime - hier gibt es Infos zum Recovery Oriented Computing Project (ROC) der Universität Berkeley/Stanford
http://roc.cs.berkeley.edu/papers/Cost_Downtime_LISA.pdf - A simple way to estimate the cost of downtime - Ein einfacher Weg die Kosten eines IT-Ausfalls zu schätzen
Um ausschließlich vitale IT-Risiken genauer zu erfassen bzw. zu messen, hat die Universität Berkeley/Stanford das Programm Recovery Computing (ROC) ins Leben gerufen. Auf der Website können sich Unternehmen mit einem "Downtime-Rechner" einen ersten einfachen Überblick über ihre Überlebenslage verschaffen und hochrechnen, was passiert, wenn sie mehrere Stunden oder Tage "offline" sind.



1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 