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Netz & Telekom

Interview mit Thomas Hintze, UPC

UPC macht Tele2UTA Rang als größter alternativer Anbieter streitig

Telekabel, chello und Inode sind bekannte Marken. UPC schon weniger. Trotzdem lautet der neue Firmenname des fusionierten Kabel-Internet-Unternehmens: UPC Austria. Knapp ein Jahr nach der Fusion mit Inode sprach Monitor Mitarbeiterin Christine Wahlmüller mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von UPC, Thomas Hintze, über die Fusion mit Inode, Strategien und Pläne 2007 sowie die Entwicklung des Telekommarkts in Österreich.

Beim Interview in der Zentrale in Wien-Meidling: Christine Wahlmüller, Thomas Hintze und Unternehmenssprecher Gustav Soucek (Foto: Francisco Cyhlar)

UPC Austria hält heute bei 1.200 Mitarbeitern und erzielte mit allen mittlerweile übernommenen Firmen 2006 einen Umsatz von etwa 350 Mio. Euro (2005: summiert rund 317 Mio. Euro). Die Marke Inode soll vorerst bestehen bleiben und steht für alle Business Services.

2006 war ein sehr ereignisreiches Jahr für Sie, es war ja das Jahr der Fusion mit Inode, könnten Sie einen kurzen Rückblick machen, was war für Sie wichtig?

Ja, das war eine dramatische Geschichte, die wir aber lange vorbereitet hatten. Wir hatten in verschiedene Richtungen eine Erweiterung unseres Portfolios überlegt, aber letztlich ist die Entbündelung verbunden mit der Akquisition von Inode das Naheliegendste gewesen. Nur: Inode hat ein ganz anderes Businessmodell, an das müssen wir uns erst gewöhnen. Erstens ist es eine ganz andere Technologie und zweitens ist es hauptsächlich ein anderes Marktsegment, nämlich Geschäftskunden. Der Sinn der Akquisition war es, diese beiden Dinge zusätzlich an Bord zu nehmen. Daher haben wir auch keine Mitarbeiter abgebaut, wir haben ja auch keine Geschäfte zusammengelegt wie T-Mobile und telering.

 

Fusionen sind immer schwierig, wie sehen Sie rückblickend das Jahr, wo waren gute Seiten, was war schlecht?

Es war eigentlich einfach, aber die Fusion ist ja auch nicht abgeschlossen. Natürlich: Jeder Bereich hat eine Kultur, wo er herkommt. Aber ich habe nicht vor mit der Gehirnwäsche alle gleichzuschalten, sondern die Stärken spezifisch einzusetzen. Es ist keine Integration, wo man das eine in das andere hineinmengt, sondern etwas Zusätzliches. Wo die Integration natürlich zwingend ist, sind die ganzen Plattformen und EDV-Systeme, d.h. dass man die Produkte harmonisiert. Das läuft gut, braucht aber Zeit.

 

Wie sind Sie mit der Unternehmensentwicklung zufrieden? Können Sie das auch in Zahlen, Daten und Fakten nachvollziehen?

Für 2006 liegen wir ganz genau auf Plan, was unsere Erwartung betrifft. Der Umsatz 2006 beträgt in Summe aller Firmen rund 350 Mio. Euro. Für die Inode-Services arbeiten heute mehr Menschen (Anm. der Redaktion: bei Übernahme 300 Mitarbeiter) als wir übernommen haben. Insgesamt mit UPC Wireless und den fünf Telekabel-Tochtergesellschaften in Wien, Baden, Wiener Neustadt, Graz und Klagenfurt hat UPC Austria 1.200 Mitarbeiter.

 

Verglichen z.B. mit Tele2UTA sind das relativ viele Mitarbeiter, warum?

Das liegt daran, dass wir auch z.B. das Callcenter selbst betreiben. Für mich ist Callcenter Kerngeschäft, das ist die Visitenkarte beim Kunden. Das sind rund 400 Mitarbeiter. Wir machen auch sehr viele Dienstleistungen im Konzern für andere Länder, die ISP-Servies für Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Wir betreiben auch das Netz selbst, auch dort bin ich der Meinung, das ist eine Kernkompetenz. Der Vorteil ist, dass ich mir das Know-how der Leute sichere, auf das ich dann auch langfristig zugreifen kann.

 

Überall wird versucht, Mitarbeiter loszuwerden, Sie steuern also gegen den Strom?

Das überlege ich mir gar nicht, ich sehe was funktioniert und was nicht funktioniert.

 

Bleiben wir beim Callcenter. Im Moment hört man von Inode-Support Problemen, oftmaliges Warten in der Warteschleife, warum bekommt man keine kompetenten Informationen?

Da haben Sie recht, das ist bei Inode-Produkten etwas, wo wir den Standard, den wir bei den Kabelprodukten haben, noch nicht haben. Bei chello habe ich beispielsweise die Aktivitäten des Supports realtime am Schirm, bei Inode-Produkten haben wir das noch nicht. Ich weiß, dass wir dort noch Verbesserungspotential haben.

 

Wie viele Kunden sind jetzt bei UPC, wie viele bei der Marke Inode und wie ist die Betreuung der Kunden?

Zur Zeit haben wir rund 600.000 Privat- und rund 100.000 Businesskunden. Wichtig ist uns jetzt, dass wir einheitliche Systeme schaffen, das wird 2007 passieren. Zum Beispiel im Callcenter und auch bei Billing und Backoffice. Das ist ein Projekt einer erheblichen Größenordnung.

 

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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