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Netz & Telekom

Interview mit Ing. Mag. Josef Trimmel, Chef des Wholesale-Bereichs der Telekom Austria

Vernetzt mit der Welt

Der Bereich "Wholesale" der Telekom Austria stellt nationalen und internationalen Netzbetreibern Dienstleistungen und Produkte im Bereich Sprachtelefonie, Datenverkehr, Internet- und Satellitenanbindungen zur Verfügung und erstellt individuelle Infrastrukturlösungen. Im MONITOR-Gespräch erläutert der Chef des Bereichs, Ing. Mag. Josef Trimmel, die Herausforderungen und Erfolge.

Erdefunkstelle Aflenz

"Wir beliefern unter anderem alle alternativen Netzbetreiber in Österreich mit Vorprodukten und bauen unsere Stellung in Osteuropa weiter aus", erklärt Trimmel. Der Bereich betreut mit knapp 200 Mitarbeitern etwa 340 Kunden und erwirtschaftet einen Umsatz von ca. 500 Mio. Euro. Der Verkehr wird größtenteils über die in Österreich und den umliegenden Ländern (Jetstream-Backbone) betriebene Netzwerkinfrastruktur transportiert. National hat das Unternehmen mehr als 200 Vertragspartner, Verkehrsbeziehungen pflegt man mit rund 250 Ländern dieser Erde. Kürzlich wurde das Unternehmen mit dem internationalen "Capacity Wholesale Award" für die beste Innovation ausgezeichnet: "Wir erhielten den Preis für das Service "Roaming Webview", das den mit uns vernetzten Mobilfunkprovidern einen detaillierten Einblick in die bilateralen Signalisierungsströme ermöglicht", ist Trimmel stolz.

Mit Hilfe der Signalisierung wird eine Telefonverbindung aufgebaut, aufrecht erhalten und mit dem Gesprächsende abgebaut. Die anonymisierten Daten werden über eine Cognos-Lösung gewonnen und erleichtern den gezielten Ausbau der Netzkapazitäten oder die Verrechnung mit anderen Anbietern.

Schnittstelle Aflenz

Ing. Mag. Josef Trimmel, Chef des Wholesale-Bereichs der Telekom Austria, betreut mit knapp 200 Mitarbeitern 340 Kunden und erwirtschaftet einen Umsatz von ca. 500 Mio. Euro.

"Ein wichtiger Baustein in unserem Netz ist die Erdefunkstelle Aflenz, die über Satelliten die Verbindung in alle Welt herstellt." Sie ist mit über 50 Satelliten-Antennen, einer internationalen terrestrischen Anbindung sowie High-End IP Access Services ausgestattet. Möglich wird so auch der Einsatz von Hybridlösungen, d.h. von Satelliten-Infrastruktur, Richtfunk und Glasfaser. Durch verschiedene Vorfälle angestoßen (Tsunami, Erdbeben etc.) wird Satellitenkommunikation zunehmend als Backup-Sicherungseinrichtung für Krisenfälle gemietet. "Da wir im Krisenfall sofort bereitstehen müssen, sind solche Dienste natürlich gut bezahlt", weiß Trimmel. Die Zusammenarbeit mit Loral Skynet, einem der wichtigsten internationalen Satelliten- und Kommunikationsanbieter mit Sitz in den USA, machte Aflenz kürzlich zu einem von vier Teleports in der weltweiten IP Netzwerk-Infrastruktur des US-Unternehmens. Vom österreichischen Standort aus versorgt man künftig Europa, den Nahen Osten und Afrika mit hochwertigen IP- und anderen Satellitenservices.

"Viele Länder - vor allem in Afrika - die heute noch Aufholbedarf bei technischer Infrastruktur haben, erhalten über unsere Satellitenbasis in Aflenz Anschluss an die weltweit boomende Kommunikationsgesellschaft", erläutert Trimmel. Und er erzählt als interessantes Anwendungsbeispiel die Geschichte von den New Yorker Park-Strafmandaten, die dank Satelliten-Technologie im afrikanischen Ghana ausgewertet werden.

Den Vorsprung sichern

Ein weiteres Angebot des Unternehmens sind Broadcast-Services: "Wir haben für Billa beispielsweise "Radio Max" auch in die CEE-Staaten gebracht!" Abgedeckt wird letztlich das gesamte Anforderungsspektrum von Radio- und Fernsehanstalten sowie von gewerblichen Großkunden im Bereich Audio- und Videoübertragung. Bei Business-TV und interaktivem Distance Learning kommt das Produkt "SkyMultiMedia" zum Einsatz.

"Da wir aktiv in den Standardisierungsgremien mitarbeiten - etwa im Bereich der zukünftigen GRX-Services - sichern wir uns den nötigen Wissensvorsprung", weiß Trimmel. So wurde das Unternehmen im Vorjahr auch Associate Member der GSM Association (GSMA), dem Verband der Mobilfunkbetreiber, einem wichtigen Spieler in den Standardisierungsgremien.

www.telekom.at

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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