Grund für den Entschluss zu einer neuen Hochsicherheits-Kommunikationsinfrastruktur ist auch die Erfüllung des Vertrags von Lissabon, der auf der e-Europe 2010-Strategie basiert. Mit der Realisierung von sTESTA werden dann alle EU-Behörden europaweit mit den nationalen Behörden verbunden. Die neue, gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur soll künftig ein Garant für einheitliche, hohe Sicherheitsstandards und einer ausgezeichneten Performance sein.
Kriterien für die Vergabe
Der Auftrag war natürlich heiß umkämpft. Nicht nur wegen des Auftragsvolumens, sondern auch generell ist ein Projekt dieser Größenordnung ein Referenzprojekt erster Klasse. HP/Orange setzten sich gegen die Konkurrenz, allen voran BT Infonet und T-Systems, durch. "Wir haben sicher mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis gepunktet", freut sich Barbara Dalibard, Executive Vice President bei Orange Business Services (OBS). Der Preis war jedenfalls eines der ausschlaggebenden Kriterien.
Dalibard zeigte sich mit dem erzielten Auftragsvolumen zufrieden. Außerdem habe man bereits langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der EU-Kommission: Orange und HP sind seit rund 10 Jahren für die EU im Einsatz. Garantierte Performance Levels und adäquate Security würden die HP/Orange Lösung auszeichnen, nennt Dalibard einen weiteren Grund, warum HP und Orange zum Zuge kamen. Herzstück der neuen Kommunikationsinfrastruktur ist eine neue Organisationsstruktur, die drei Levels beinhaltet: Policy Level, Management & Administration Level sowie Operational Level - so soll eine effektive und effiziente Basis für die EU-weite Zusammenarbeit neu geschaffen werden.
Orange 2006 preisgekrönt
In der Auswahl von OBS/HP scheint die EU eine gute Wahl getroffen zu haben, konnte doch Orange Business Services im vergangenen November gleich zwei Kategorien des renommierten World Communications Award "einheimsen". Den Award für den "besten Global Carrier" sowie den für den "besten Mobile Operator". Eine hohe Auszeichnung, denn dem Preis wird von der Telekom Industrie weltweit hohe Beachtung geschenkt.
Auch bei HP ist die Freude über die Erteilung des Auftrages groß. "Dank dieses Vertrags kann HP seine Position innerhalb der europäischen Behörden weiter ausbauen und die EU dabei unterstützen, einen eigenen Homeland Security-Backbone zu errichten", meint Francesco Serafini, Senior Vice President und Managing Director für HP Europe, den mittleren Osten und Afrika (EMEA) und die Technology Solutions Group EMEA. "Das Projekt unterstreicht die Möglichkeiten von HP, komplexe internationale Umgebungen zu verwalten."
Beide Unternehmen tragen gemeinsam zum sTESTA bei. Wichtig dabei ist natürlich exzellentes Teamwork, eigentlich der Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Realisierung der hochkomplexen Lösung. Orange Business Services sorgt für alles in punkto Telekommunikation und dazugehörige Services inklusive Security. Von HP wiederum kommt neben der Hardware auch die IT Service Management Software. Ein großes Team von Orange und HP-Mitarbeitern ist künftig mit der Realisierung der EU-Lösung rundum beschäftigt. Die alte, zwar ähnliche, aber weitaus weniger sichere Lösung der EU wird damit - sollte alles klappen - Mitte 2009 abgelöst. Dann geht die Arbeit erst richtig los. Denn auch der Betrieb und die Wartung liegen bei HP und Orange.



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8/2011
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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 