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JobTraining

Fachhochschule Technikum Wien - IT-Markt

Qualifikationsanforderungen und Beschäftigungstrends für WirtschaftsinformatikerInnen

Im Sommersemester 2006 führten die StudentInnen des FH-Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Technikum Wien im Rahmen der Lehrveranstaltung "IT-Markt" qualitative Tiefeninterviews mit Personalverantwortlichen und strategischen EntscheidungsträgerInnen in IT-Unternehmen durch.

Helmut Gollner, Stefan Humpl Christoph Weiss

Insgesamt wurden 81 Unternehmen kontaktiert, 46 qualitative Tiefeninterviews konnten durchgeführt werden. Die Auswahl der Unternehmen sollte einen Überblick über die folgenden Bereiche geben:

  • Customer Relationship Management (CRM)
  • IT-Security (ITS)
  • Prozessmanagement (PM)
  • Telekommunikation - Mobile Computing (TMC)
  • Wissensmanagement (WM)

Dabei handelt es sich um Bereiche, die zum Teil parallel in einzelnen Unternehmen abgedeckt werden - sie sind damit nicht trennscharf voneinander zu betrachten, sondern dienen vor allem als analytische Basis für Qualifikationstrends in Abhängigkeit spezifischer Unternehmensstrategien im jeweiligen Bereich.

Die Interviews umfassten die Fragebereiche Arbeitsmarktchancen für WirtschaftsinformatikerInnen, Beschäftigungsdifferenzen für FH- und UniversitätsabsolventInnen im Bereich Wirtschaftsinformatik, Berufseinstieg und Karriereentwicklung, nachgefragte Kompetenzen und Einkommensperspektiven. Spezielles Augenmerk sollte in der Einschätzung der befragten EntscheidungsträgerInnen und ExpertInnen auf Beschäftigungs- und Personalentwicklungsdifferenzen von AbsolventInnen neuer Wirtschaftsinformatik-Studienangebote in der neuen Studienarchitektur (Bachelor / Master) gelegt werden. Ein weiterer Aspekt war die strategische Entwicklung der oben genannten Bereiche in Hinblick auf neue technologische Perspektiven, Marktpositionierung im nationalen und internationalen Umfeld, Vertrieb und Produktentwicklung sowie Marketing.

Erfolgsfaktoren für den Berufseinstieg

WirtschaftsinformatikerInnen haben aufgrund ihrer Doppelqualifikation im technischen und vor allem im betriebswirtschaftlichen Bereich generell gute Beschäftigungschancen in vielen Unternehmen. Diese bestehen nicht nur in klassischen IT-Unternehmen, sondern aufgrund der mittlerweile allgegenwärtigen IT-Durchdringung aller wirtschaftlichen Sparten auch in nahezu allen anderen Unternehmen. Dennoch stellt die IT-Branche nach wie vor die Kernbranche der Beschäftigung für WirtschaftsinformatikerInnen dar.

Anhand der ExpertInneninterviews wurde vor allem deutlich, dass es keine einheitliche Aussage zum Berufseinstieg von FH-AbsolventInnen - unabhängig vom Ausbildungsniveau (Bachelor oder Master) - im Vergleich zu UniversitätsabsolventInnen gibt. Einerseits gelten aufgrund der hohen Praxisorientierung in der Ausbildung FH-AbsolventInnen als rasch einsetzbar und praxisrelevant qualifiziert. Andererseits vermuten einige befragte ExpertInnen aufgrund der starken Strukturierung des Fachhochschulstudiums eine geringere Selbstständigkeit der AbsolventInnen. Generell gelten FH-AbsolventInnen in manchen Bereichen als spezialisierter und aufgrund der definierten Studiendauer auch als jünger und flexibler. Uni-AbsolventInnen wird hingegen ein breiteres Grundlagenwissen, stärkere Forschungsorientierung und mehr Selbstständigkeit zugesprochen.

Mit Bachelor-AbsolventInnen gibt es zum Zeitpunkt der Untersuchung (Juni 2006) noch keine Erfahrungen von Seiten der Unternehmen; teilweise ist die Aufteilung Bachelor- und Masterstudium bei den Unternehmen gar nicht bekannt. Zum Teil sind auch hier die Erwartungshaltungen durchaus unterschiedlich; manche ExpertInnen erwarten sich, dass Bachelor-AbsolventInnen geringere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten vorfinden werden. Andere wiederum machen Berufseinstieg und Aufstiegsoptionen nahezu ausschließlich von persönlichen Faktoren der AbsolventInnen abhängig, die nicht mit dem akademischen Grad in Zusammenhang stehen. In Summe können derzeit für Master-AbsolventInnen bessere Arbeitsmarktchancen konstatiert werden.

Neben der Antizipation von Ausbildungsinhalten und damit einem erwarteten Qualifikationsprofil gilt nach Aussage der befragten ExpertInnen die Berufserfahrung als wesentlicher Erfolgsfaktor für den Berufseinstieg und für Personalentscheidungen. Das Berufspraktikum als zentraler Bestandteil eines Fachhochschulstudiums kann dabei eine zentrale Bedeutung für den Nachweis von Berufserfahrung einnehmen; dieses gilt aber häufig auch als "berufliches Sprungbrett" für den Einstieg in ein Unternehmen. Weitere wesentliche Erfolgsfaktoren für den Berufseinstieg sind soziale Kompetenzen, Auslandsaufenthalte und Fremdsprachenkenntnisse. Zertifikate sind insbesondere in den Bereichen CRM und Wissensmanagement von Bedeutung.

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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