In wenigen Jahren ist Informationstechnologie (IT) so selbstverständlich wie Auto fahren oder Zeitung lesen. Zu diesem Schluss kommt Tom Austin, Gartner Fellow und Group Vice President Gartner Group. Der Experte erklärte im Rahmen seiner Keynote auf der Fabasoft teched 06 in Linz, welche Trends den Arbeitsplatz von morgen, aber auch die Freizeit, bestimmen werden.
In den vergangenen 50 Jahren galt das Augenmerk vor allem automatisierten Prozessen, der Risikominimierung und der Kostenkontrolle. In den nächsten zehn Jahren wird hier ein Umdenken einsetzen, so Tom Austin. Im Vordergrund stehen insbesondere projektbezogene Teamarbeit, unregelmäßige Aufgabengebiete und eine stärkere Dynamisierung virtueller Organisationen. Die unregelmäßigen "Verhaltensmuster", wie Austin sie beschreibt, lassen sich in fünf Kategorien aufteilen: Entdeckergeist, Innovationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Management sowie Lernbereitschaft. Die IT soll dabei helfen diese Verhaltensmuster zu erhöhen, aber nicht zu automatisieren.
Für den Entdeckergeist müssen Chancen und Bedrohungen ständig ausgelotet werden. Dies stellt einen Schlüssel für erfolgreiche Mitarbeiter und Unternehmen dar. Business Intelligence-Software und Predictive Analytics - also komplexe Statistiksoftware zur Annäherung an zukünftige Events - sind geeignete Mittel um Chancen und Risken besser abschätzen zu können.
Schneller suchen und finden
In der Arbeitswelt von morgen sind neue Produkte, Prozesse und Services ein wichtiger Schritt um wettbewerbsfähig agieren zu können. Suchsoftware, wie beispielsweise Mindbreeze Enterprise Search oder Dokumentenmanagementsysteme sind die Basis für die Innovationen von morgen.
Laut einer Studie von Gartner arbeitete 2005 ungefähr ein Drittel aller Office-Worker komplett allein. Bis 2010 wird dieser Anteil auf 20 Prozent zurückgehen, bis 2015 sogar auf 15 Prozent. Teamfähigkeit und Kreativität werden daher immer wichtiger. IT soll hier durch einfache Kommunikationsplattformen wie beispielsweise Voice over IP (VoIP) oder Instant Messaging (IM) helfen die Interaktion zwischen den Mitarbeitern zu perfektionieren.
Bei unstrukturierten Prozessen ist es umso wichtiger die Kontrolle über das Gesamtprojekt zu behalten. Ein effizientes Change Management und der Überblick über sämtliche Dokumente und Prozesse sind für eine gesteigerte Performance notwendig. Softwareseitig können Dokumentenmanagementsysteme aber auch Web Conferencing-Werkzeuge helfen unstrukturierte Prozesse zu kontrollieren.
In dem geänderten Arbeitsumfeld ist Lernfähigkeit und vor allem Lernwilligkeit ein Kernthema für den kommenden "High Performance Worker". Lernen durch Erfahrung, lernen durch Tätigkeit und vor allem Lernen in einem sozialen Umfeld zeichnen produktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von morgen aus. E-Learning-Suites, aber auch das Internet, sind dabei gute Möglichkeiten zur Wissensaneignung.



1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 