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Netz & Telekom

Energiesparkonzept fürs Rechzenzentrum von HP

Ganz auf Umwelt

HP heftet sich den Umweltschutz auf die Fahne. Neben "smartem" Kühlen involviert sich das Unternehmen auch bei der EU-Richtlinie für energieverbrauchende Produkte.

„Die ultimative Einsparung wäre jedoch, gar kein Data Center zu haben. Nichts würde so viel sparen wie die Rechenleistung zu teilen.“ - Bernard Meric, HP Senior Vice President, External Affairs EMEA

Früher hatten es die Stromfresser im Rechenzentrum einfach. Der Stromverbrauch, der zum Kühlen notwendig war, war im Vergleich zum Energieverbrauch der Rechner selbst minimal. Neben den hohen Hardwarekosten kam niemand auf die Idee, die Stromkosten auch nur in Betracht zu ziehen. Nicht nur steigende Energiepreise verändern die Situation nunmehr langsam aber sicher. Auch die verschobenen Verhältnisse lassen Unternehmen zunehmend genauer auf die Stromrechnung ihres Data Centers schauen: Denn einem Watt verbrauchter Rechenleistung stehen inzwischen 1:1 ein Watt benötigte Kühlungsleistung gegenüber.

Immerhin ließen sich in kommerziellen Gebäuden rund 30 Prozent des Energieverbrauchs einsparen, weiß Bernard Meric, Senior Vice President, External Affairs EMEA, bei HP. Sein Job ist es in Brüssel Beziehungen zu Politikern, Beamten und anderen Interessensvertretern zu unterhalten, um entstehende Richtlinien zu beeinflussen. Eine davon ist die im kommenden Jahr zur Implementierung anstehende "Energy Using Products (EuP) Directive" der EU. Durch sie werden alle Hersteller, die energieverbrauchende Produkte in den Ländern der EU verkaufen, verpflichtet, die Umwelteinflüsse ihrer Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus zu minimieren und speziell auf deren Energieeffizienz zu achten.

Dass die Beratungstätigkeit bei der Entwicklung der Richtlinie wohl auch dafür sorgen soll, dass sie für Hersteller nicht zu schwer verdaulich wird, will Meric nicht gelten lassen: "Wir sagen vor allem, was realistisch umsetzbar ist. Denn niemand hätte etwas von einer Richtlinie, die gar keiner umsetzen kann." So dagegen sei sichergestellt, dass die Ziele realistisch und erreichbar gesetzt sind und damit auch, dass die Industrie tatsächlich etwas unternimmt.

Das Energiethema betrifft natürlich nicht nur Firmen mit großen Rechenzentren. Auch Konsumenten haben immer mehr IT im Haushalt im Einsatz und sind mit steigenden Stromkosten konfrontiert. Insbesondere das Zusammenwachsen von IT und Unterhaltungselektronik erhöht den Energieverbrauch, etwa wenn vermehrt PCs "always on" sind, weil sie Quelle für Musik- oder Filmgenuss sind und auf Abruf bereit stehen. "Mit entsprechenden Stromsparfunktionen lässt sich hier viel einsparen", meint Meric, weiß aber auch: "Das wird nur funktionieren, wenn man ab Werk entsprechende Einstellungen vornimmt." Denn kaum ein Konsument kommt von alleine auf die Idee, die vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen und Stromspareinstellungen vorzunehmen.

Im Rechenzentrum dagegen soll intelligenteres Kühlen für entsprechende Einsparungen sorgen. HP kündigte ein neues Energiemanagementsystem namens "HP Dynamic Smart Cooling" an, das nach Unternehmensangaben darauf ausgelegt ist, 20-45 Prozent Einsparungen bei den Energiekosten für die Kühlung zu verschaffen. Neue Hardware soll sich dadurch in Rechenzentren integrieren lassen ohne die Gesamtstromkosten zu erhöhen.

Das entspricht im Grundsatz auch dem Ansatz der EU: Denn das Einsparungsziel von etwa 30 Prozent wird den Gesamtverbrauch nicht senken, sondern im Hinblick auf die Zunahme von Verbrauchern lediglich sicherstellen, dass er nicht weiter ansteigt.

Das dynamische HP-System basiert auf einem Netzwerk von Temperatursensoren an den IT-Racks, die mit Klimaanlagen und spezieller Software verknüpft sind. Das Programm steuert permanent die Kühlleistung auf Basis der Echtzeit-Messungen und dirigiert die Kühlung dorthin, wo sie gerade am dringendsten benötigt wird.

Dynamic Smart Cooling (DSC) integriert mit anderen Produkten wie HP Thermal Logic, einer Komponente des HP BladeSystem. DSC kann aber auch mit beliebigen Standard IT Racks benützt werden und enthält Schnittstellen zu den meisten Klimaanlagen und Gebäudemanagementsystemen.

"Die ultimative Einsparung wäre jedoch, gar kein Data Center zu haben", weiß Bernard Meric um die Grenzen des Stromsparens. "Nichts würde so viel sparen wie die Rechenleistung zu teilen." Unternehmen sollten zunehmend überlegen, entweder ihre freien Rechenkapazitäten anderen zu Verfügung zu stellen, oder selbst nur mehr die Rechenleistung aus fremden Rechenzentren zu beziehen. So wird das Grid vom ökonomischen zum ökologischen Thema.

www.hp.com/austria

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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