Newsfeed abonnieren
Hard & Software

Noxon iRadio von Terratec

Music in the air

Das neue Noxon iRadio könnte Schwung in die Küche bringen. Oder ihre Sprachkenntnisse aufbessern. Oder auch nur das Medium Radio wiederbeleben.

Terratec Noxon iRadio

Ich bin ja nicht der große Radiohörer. Ohne das Medium zu schmähen, ich suche eben meine Musik gerne selbst aus. Einzige Ausnahme sind gelegentliche Wortsendungen auf Ö1. Ich war also durchaus skeptisch gegenüber Webradios. "Wozu etwas aus dem Internet empfangen, was mich schon aus dem Äther nicht interessiert", war so ungefähr die Einstellung. Nun, ich bin auf den Geschmack gekommen.

Ausgelöst hat das Terratecs Noxon iRadio, das zur IFA neu erschienen ist. Wie so viele Produkte derzeit kommt es im Mac Mini Design. Also außen "Aluband", in der Mitte weiß. Nur im Falle des Noxon ist das ganze hochkant und das Alu entpuppt sich beim ersten Angreifen als eher billiges Plastik. Die Anordnung der wenigen Bedienelemente und des Monolautsprechers wurde ganz bewusst am guten alten Küchenradio angelehnt. In der Tat gelingt es, etwas für Technikfeinde abeschreckendes - ein Gerät, dass man erst mit dem Internet verbinden muss - beinahe deppensicher zu machen. Es könnte also durchaus in der Küche eines Nicht-PC-Anwenders stehen. (Fragt sich nur, ob der einen Internetzugang hat).

Ein kleiner Patzer im insgesamt gut gelungenen Design ist das Display. Das scheint direkt von Technikern am Designer vorbeigeschmuggelt worden zu sein. Nicht dass man es nicht ganz gut ablesen könnte, sofern der Betrachtungswinkel nicht allzu groß ist. Aber es hat einfach das Flair eines Heizungskesseldisplays und nicht das eines Consumer-Geräts.

Das Gerät funktioniert in einer normalen Netzwerkumgebung auf Anhieb, lediglich eine Minute Wartezeit, bis es von einem Server die aktuellen Daten der Webstreams für die "Senderliste" bezieht, ist zu erdulden. Und dann kommt das Aha-Erlebnis für einen bisher an Webradio nicht interessierten: In Echtzeit und ohne der lästigen Spielerei von Kurzwellenradios exotische Programme vom anderen Ende der Welt zu empfangen - das kann durchaus interessant sein. Klar, die Streams könnte man grundsätzlich auch am PC empfangen. Aber erstens tut sich keiner die Mühe an, sich dort die Sender zusammenzusuchen und zweitens steht der hoffentlich nicht in der Küche.

Ach ja, steht das "Küchenradio" wirklich in der Küche, eröffnet es ein paar interessante Möglichkeiten für Hobbyköche. Praktischer Weise sind nämlich die Radiostationen bereits nach Ländern vorsortiert, so dass man ohne Mühe den zum aktuellen Gericht passenden finden kann. Und irgendwie gelingen die hauseigenen kubanischen Kochexperimente gleich viel besser, wenn im Hintergrund Radio Rebelde dudelt.

Die zweite große Zielgruppe für das Noxon iRadio dürften all jene sein, die eine Sprache lernen - insbesondere abseits der "Mainstream-Sprachen". Denn wer es nicht oft genug ins jeweilige Land schafft, kann so sehr leicht entsprechende Radiosendungen einfangen, die das Gehör und Sprachgefühl in Schuss halten.

Wer dann doch lieber nur Musik hören will, kann mit dem iRadio auch per LAN oder WLAN auf Musik vom eigenen PC zugreifen, etwa auf iTunes-Playlisten.

Das etwas zu billige Plastik stört beim ohnehin auf Küchenradio (ebenfalls selten teuer) getrimmten Design kaum. Der Spagat zwischen zeitgemäßem Mac Mini-Stil und eben dem Retro-Radio ist gelungen. Der Monolautsprecher sollte nicht abschrecken. Er reicht für die Küche, im Wohnzimmer lässt sich ohnehin die Hifi-Anlage am Gerät anschließen. Von höchster Audioqualität sind vor allem die exotischeren Radiostreams ohnehin nicht. Die Küche sollte übrigens nicht zu groß sein, denn die mitgelieferte Fernbedienung funktioniert praktisch nur, wenn man genau im rechten Winkel vorm Gerät steht. Bleibt zu sagen, ein grundsätzlich gelungenes Gerät, das sich auch Webradio-Skeptiker vielleicht mal anschauen sollten. Es gibt überraschend viele Gründe dazu.

www.terratec.de

weitersagen: drucken
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum