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Editorial

Editorial Jänner 2007

Jubiläen und Erwartungen: Ein neues Jahr beginnt

Die Telefonie wurde 125, die Harddisk 50 und der PC 25 Jahre: Werfen Sie mit dem MONITOR zum Jahresanfang einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Aber auch die aktuellen Wirtschaftsdaten sind gut: Mit der passenden IT im Hintergrund hat 2007 beste Erfolgsaussichten! Der MONITOR wird Sie auch heuer wieder regelmäßig und umfassend informieren.

Einer der Haupt-Trends des vergangenen Jahres wird uns auch 2007 weiter beschäftigen: Die IT soll die Geschäftsprozesse bestmöglich und weitgehend unbemerkt unterstützen. Beim Umbau der IT-Infrastruktur mit diesem Ziel hat sich das Thema SOA (Serviceorientierte Architektur) als große Herausforderung erwiesen.

Wie MONITOR-Autor Klaus Lackner bei seinen Recherchen herausfand, stehen nämlich viele Unternehmen bei der Einführung des SOA-Konzeptes schnell vor mannigfaltigen Problemen. Chaotischer Dezentralismus steht dabei dem geregelten Zentralismus gegenüber: Wie immer ist ein Mittelweg zu finden, da eine einzige SOA für ein Unternehmen als undenkbar erscheint. Doch während viele Anwender sich erst langsam mit dem Thema anfreunden, sprechen Analysten wie Gartner bereits von SOA 2.0 oder "Advanced SOA". Hinter diesen Begriffen versteckt sich eine Kombination aus serviceorientierten Designkonzepten und einer Softwarearchitektur, die Ereignisse in Echtzeit entdeckt. So sollen nicht nur einzelne Ereignisse wie beispielsweise ein Auftrags- oder Zahlungseingang erkannt, sondern ganze Ströme von Ereignissen erfass- und interpretierbar werden. Lesen Sie den ganzen Text in unserem "Thema" ab S. 10.

Beim Gespräch mit Experten der Fachhochschule Hagenberg (ab S. 13) konnte ich mich davon überzeugen, dass auch in der Forschung und Lehre SOA ein wichtiges Thema ist. Denn nicht nur in der Wirtschaft, sondern besonders auch in der komplexen IT-Umgebung von Krankenhäusern sind Ansätze wie EAI (Enterprise Application Integration) oder der daraus hervorgegangene SOA-Ansatz inzwischen wichtige Strategien, um den Betrieb flexibel und effizient zu gestalten. "Vor etwa einem Jahr führten wir erstmals Gespräche über ein Kompetenz-Zentrum im Bereich der Medizin-IT", erläutert dazu Prof. (FH) Dr. Stefan Hinterholzer vom Studiengang Software Engineering. Medizininformatik lässt sich in Hagenberg nämlich als umfassender Vertiefungszweig seines Studiengangs studieren. Kooperationspartner des neuen Kompetenz-Zentrums sind die Unternehmen Sun und die Welser Firma X-Tention, hervorgegangen aus der IT-Abteilung des Klinikums Wels.

Jubiläen: 125, 50, 25

In der von laufenden Innovationen geprägten IT-Welt bleibt meist wenig Zeit für kurze Rückblicke. Gerade der Jahreswechsel bietet sich dafür aber an, und daher haben wir uns für Sie in der Vergangenheit umgesehen. Versetzen Sie sich zurück in das Jahr 1881: Was sehen Sie? Vielleicht einen Telefonhörer, denn in diesem Jahr wurde in Österreich die Telefonie eingeführt. MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller hat sich zum 125-Jahre-Jubiläum die Ausstellung der Telekom Austria "Net works for me" angesehen. Im Juni 1881 erteilte das k.u.k. Handelsministerium der "Wiener Privat-Telegraphen-Gesellschaft" eine "Concession" zum Betrieb von Telefonanlagen. Das erste Telefonnetz wurde im ersten Bezirk rund um den Wiener Stephansdom betrieben, aber sehr rasch auf ganz Wien ausgeweitet. Im Dezember 1881 eröffnete in der Wiener Friedrichsstraße die erste Telefonanlage Österreichs, 154 Teilnehmer waren mit dabei, v. a. Zeitungen, Großunternehmen und Banken. Ein Jahr nach dem Start in Österreich gab es bereits rund 1.000 Teilnehmer. Tauchen Sie ein in die Telefonie-Welt ab S. 42!

Aus den USA machte uns MONITOR-Korrespondent Erich Bonnert auf einen weiteren Geburtstag aufmerksam: 1956 rotierte im kalifornischen San Jose zum ersten Mal eine Magnetfestplatte zur Speicherung von Computer-Daten. Vier Jahre lang hatte IBM-Chefentwickler Reynold Johnson mit rund 80 Mitarbeitern an dieser bahnbrechenden Erfindung getüftelt. Zu diesem Zeitpunkt fußte praktisch die gesamte EDV auf langsamen und platzraubenden Lochkartensystemen. Was die Experten dringend brauchten, war ein Speichersystem mit schnellem, wahlfreiem Zugriff, um der sich abzeichnenden Datenflut der kommerziellen EDV Herr zu werden. Die ganze Geschichte finden Sie ab S. 46.

Die jüngste Entwicklung im Jubiläums-Reigen stellt Ihnen MONITOR-Autor Andreas Roesler-Schmidt ab S. 45 vor: 1981 hat der IBM-PC das Licht der Welt erblickt. Die Erwartungen für den Verkaufserfolg waren zunächst bescheiden: Rund 242.000 Stück wollte man ursprünglich in fünf Jahren absetzen. Doch schon nach einem Monat erreichte man das Wunschziel! Der Ur-PC hatte einen mit 4,77 MHz getakteten Intel 8088 Prozessor, 16 Kilobyte RAM (erweiterbar auf 256 KB), DOS 1.0 und kam wahlweise mit einem oder zwei 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerken. Jedes Mobiltelefon hat heute mehr Leistung. Die Software war wohl noch genügsamer. Trotz der mageren Ausstattung schafft es der Ur-PC ein Jahr später zum "Man of the Year" des Time Magazine.

Ein erfolgreiches neues Jahr und viel Vergnügen bei der Lektüre des MONITOR wünscht Ihnen Ihr

Rüdiger Maier

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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