Newsfeed abonnieren
Wirtschaft

Kommentar von Conrad Gruber

REBOOT 12-2006

Was ist eigentlich aus dem 100 Dollar-Computer geworden, mit dem der Zukunftsforscher Nicolas Negroponte die Dritte Welt beglücken wollte?

Ein Billig-Notebook für arme Länder und Dritte-Welt-Staaten, mit dem von der globalen Kommunikation Ausgeschlossene ihren Draht zur Welt finden, ist grundsätzlich eine gute, philanthropische und sinnvolle Idee. Nach der Vorstellung von  Nicolas Negroponte und seiner „One Laptop per Child“-Non profit-Organisation sollte so ein Notebook den Preis von 100 US-Dollar nicht überschreiten, damit auf diese Weise vielen der Zugang zur modernen Technik möglich wird.

Leider hat sich im Zuge des Projekts herausgestellt, dass ein 100-Dollar-Notebook auch bei allergrößter Sparsamkeit und Verwendung billigster Komponenten nicht zu verwirklichen ist. Allein die Kosten für die Batterie und das Display verteuern die Konstruktion so, dass man mindestens auf 150 Dollar pro Notebook kommt, haben die Entwickler eine Hiobsbotschaft auf Lager.

In unseren Breiten wäre dieser Preisunterschied nicht der Rede wert, in der angepeilten Zielgruppe (als Käufer kommen hauptsächlich Regierungen armer Länder und Hilfs- sowie Sozialorganisationen in Betracht) summieren sich diese 50 Dollar Mehrpreis aber doch deutlich. Allein Libyen, das schon 1,2 Millionen Stück der Billignotebooks geordert hat, müsste so 60 Millionen Dollar mehr aufwenden. Weitere vier Millionen der Sozialnotebooks sind unter anderem von Argentinien, Nigeria und Brasilien vorbestellt. Negroponte hofft nun auf einen weiteren Preisverfall der Komponenten. Denn es kommt wirklich sehr auf diese 50 Dollar an.

Mit dem Einsatz dieser Geräte können große Dinge geschaffen werden: Vorgesehen sind Schreib- und Chatprogramme auf einem abgespeckten Linux-Betriebssystem, eine integrierte Kamera und vor allem Voice over IP.

Auch ist an eine Nutzung als E-Book gedacht, was für Alphabetisierungskampagnen genutzt werden kann. Das würde in vielen Ländern zu einem kommunikativen und letztlich zu einen sozialen Sprung führen - und die Vision der Selbstverantwortung und Entwicklung aus  eigener Kraft in der Dritten Welt, die vom kritischen Westen vermehrt eingefordert wird, könnte wahr werden. Für wenig Geld und durch eine gute Idee.

weitersagen: drucken
REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

maximize
Print-Archiv
Folgen Sie uns
Termine

14. Februar

AIRO Tower, 1010 Wien

Vmware KMU-Roadshow 2012

16. Februar

All seasons Hotel, 4020 Linz

Vmware KMU-Roadshow 2012

21. Februar

Hotel Salzburg West, 5073 Salzburg-Wals

Vmware KMU-Roadshow 2012

22. Februar

Hotel Grauer Bär, 6020 Innsbruck

Vmware KMU-Roadshow 2012

28. Februar

Hotel Mercure Graz Messe, 8010 Graz

Vmware KMU-Roadshow 2012

1. März

Wirtschaftskammer Österreich

E-Day 2012

6. März - 10. März

Hannover

CeBIT 2012

Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum