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Storage "Made in USA"

Angesichts wachsender Datenmengen und komplexer Speicherlandschaften versuchen IT-Manager ihre Storage-Systeme für die Zukunft zu eichen. Wer Lösungen für besondere Anforderungen sucht, könnte bei kleineren US-Anbietern fündig werden: Ein Blick in ihre innovativen Portfolios.

Als Ende Oktober amerikanische Storage Manager zur Storage Networking World Conference (SNW) in Florida zusammenkamen, wurde wieder einmal deutlich, wie sehr sich die Wehwehchen in den Speicherlandschaften der Unternehmen unterscheiden, die Situation aber auf beiden Seiten des Atlantiks die gleich ist: Rund ein Drittel der befragten Teilnehmer gestand ein, dass ihre Storage-Netzwerkinfrastruktur sowohl gegenüber Hackversuchen als auch physischen Fehlern anfällig sei. Ein weiteres Drittel will zwar kleinere Hardware-Versagen nicht ausschließen, zeigte sich jedoch überzeugt, dass Angreifer von außen der Speicherinfrastruktur nichts anhaben könnten. Die restlichen 27 Prozent schließlich fühlten sich immun gegenüber allem, was Storage-Systemen so alles zustoßen kann.

Weiters unterscheiden sich auch die Schwierigkeiten amerikanischer Manager, Storage-Anliegen gegenüber der Geschäftsführung ins Treffen zu führen, nicht von jenen europäischer. Hier wie dort stehen Businessabläufe und Effizienzsteigerungen im Vordergrund und Speicherthemen haben das Nachsehen. Das eigene Geld erlaubt indes nur beschränkte Bewegungsfreiheit: Durch Maintenance-Ausgaben geknebelte IT-Budgets machen es schwierig, den komplexen Storage-Landschaften Übersicht abzuringen.

Was also tun, um Knappheit auf der einen und wachsenden Speicherbedarf auf der anderen Seite unter einen Hut zu bringen? Laut Umfrage auf der SNW wendet sich etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen Virtualisierungstechnologien zu, weitere 28 Prozent behelfen sich mit SRM und SAN Management-Tools. Und wer nicht gerade den Ausbau seiner Support-Mannschaft plant, versucht sich an automatisierten Lösungen.

Vor dem Hintergrund des scheinbar unermesslichen Speicherbedarfs, floriert die Speicherindustrie seit Jahren ungebrochen. Weil man sich im traditionell wettbewerbsintensiven Markt nichts schenkt, kommt es wie zuletzt im ersten Halbjahr 2006 zu "unnötigen Preiserosionen", so die Marktbeobachter von Gartner. Bewegen sich schließlich vormals anderen Bereichen zugehörige Technologien in Richtung Storage, kaufen die Großen die Innovation der Kleinen hinzu. Und weil die Nachfrage stimmt, kommt unten stets nach, was oben später abgeschöpft wird ? oder sich auch ganz alleine behauptet.

Kalifornien Connection

„Bis heute hat es die Speicherindustrie nicht geschafft, den Kundenanforderungen hinsichtlich des stetig zunehmenden Datenwachstums zu entsprechen.“ - Mark Ward, Copan Systems

In Deloittes kürzlich veröffentlichter "Technology Fast 50"-Erhebung scheint das kalifornische Unternehmen Zantaz unter den am schnellsten wachsenden Firmen im Silicon Valley auf. Der Archivierungssoftware-Anbieter aus Pleasanton überzeugte die Analysten mit seinem Erlöswachstum, das zwischen 2001 und 2005 im Durchschnitt bei 3,4 Prozent lag. Zantaz, laut Eigendefinition weltweit führender Archivierungs- und Electronic Discovery Solutions (EDS) Anbieter, entstand in seiner heutigen Zusammensetzung im Jahr 2004 nach den Mergern mit Educom und Steelpoint.

Kernprodukt des Portfolios ist die Zantaz Enterprise Archive Solution, eine E-Mail- und File Management-Lösung für Storage-Optimierung und sicheren Aufbewahrung. Ohne kostenintensive Hardware- und Software-Anschaffungen und anschließende Maintenance sollen die Anwendungen nach Angaben des Herstellers innerhalb von drei Jahren 25 bis 40 Prozent an Kosten einsparen. Ebenfalls erhältlich sind die Produkte Supervisor und Reviewer, die sich um das Monitoring der Unternehmenskommunikation sowie die Echtzeitüberwachung von E-Mail und Messaging kümmern.

1993 ebenfalls in Kalifornien gegründet und mit Headquarter in Campbell bietet Aptare Web-basierte Software an, die Management und Optimierung von Umgebungen mit komplexen und sensiblen Daten erleichtert. Vorzeigeprodukt ist Aptare StorageConsole, ein Browser-basiertes Portal, das mittels einer eingängigen Darstellung Administratoren und Management gleichermaßen eine Echtzeitsicht auf die Daten eröffnet. Die neueste Version 6.0 bietet unter anderem automatisierten Support für EMC Legato Networker und Veritas Backup Exec.

Etwa südlicher, in Redwood City ist Monosphere beheimatet. Erst Ende Oktober schloss das sich auf Kapazitätsplanungssoftware konzentrierende Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 11 Mio. Dollar ab, angeführt von Intel Capital, dem Venture Capital-Arm des Halbleiter-Riesen. Während der Speicherbedarf weiter stark wachse und damit auch einen großen Teil des IT-Budgets einnehme, würden Tools zur Kapazitätsplanung meist nur aus selbst gemachten Skripts bestehen, so die Kritik von Monosphere. Gegen Hausgemachtes geht folglich auch MonoSpheres Storage Horizon an, das die Aufgabe der Kapazitätsplanung übernimmt.

Auf diese Weise würde das Geld dann an den richtigen Stellen ausgegeben, teure Engpässe vermieden. Das Release 2.3 verfügt zu diesem Zweck über einen so genannten Auto-Forecaster, der regelmäßige automatische Vorhersagen über sämtliche Applikationen und Speichervolumina hinweg ermöglicht.

Aufgeräumtes Storage

Heimlich, still und leise brachte zuletzt Polyserve aus Beaverton, Oregon eine 10-Mio.-Dollar-Finanzierungsrunde hinter sich. CEO Mike Stankey hält sich über den finanziellen Zuwachs gern bedeckt, weil man, so Stankey, der Konkurrenz nicht zeigen wolle, was man tue. Trotz Geheimniskrämerei entstehen schließlich doch Produkte, die auf Messen auch die Konkurrenz zu Gesicht bekommt. Jüngstes und gelungenes Ergebnis: PolyServe File Serving Utility for Linux 3.5. Die neue Version soll mehr Flexibilität bieten und anhand der Fähigkeiten für geclustertes Storage lässt sich die Workload-Optimierung noch genauer auf die Bedürfnisse der Benutzer abstimmen. Gleichzeitig ist die Software Basis für die Cluster-Lösung "BladeRack2 PolyServe Enterprise NAS Server", die gemeinsam mit dem Hardware-Partner Verari Systems entstand. Konzipiert sind die Produkte für Märkte mit besonders intensivem Speicherbedarf, wie etwa TV-Sender, Finanzdienstleister, aber auch Petrochemie-Unternehmen und deren aufwändige seismische Berechnungen.

Im Rahmen der SNW präsentierte auch WysDM Software seine neue Lösung. Das 2001 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in New York und EMEA-Niederlassung in London hat sich aus seinem angestammten Bereich des Backup Reporting in Richtung Application Discovery verändert. Mit Hilfe der WysDM Software Suite lassen sich Informationen direkt aus externen Datenbanken ziehen und diese in Software Reporting- und Analysefunktionen integrieren. Im Rahmen eines OEM-Deals soll künftig Copan Systems das System WysDM for Backups als zusätzlichen Teil seiner Persistent Data Storage Architecture (PDSA)-Lösungen vertreiben.

Die 2002 gegründete Copan konzentriert sich mit seiner MAID-Technologie (Massive Array of Idle Disks) auf die Zugänglichkeit von Langzeit-Speicherlösungen. "Bis heute hat es die Speicherindustrie nicht geschafft, die Anforderungen der Kunden hinsichtlich dem stetig zunehmenden Datenwachstum zu entsprechen", ist Mark Ward, Präsident und CEO von Copan Systems, überzeugt. Dass sein Unternehmen dies vermag, darauf setzen auch die Finanziers Austin Ventures, Globespan Capital Partners, Pequot Ventures und Credit Suisse, die Anfang 2006 Copans dritte Finanzierungsrunde realisierten.

Netzwerk-Anbieter Ciena macht es sich indes zur Aufgabe, im Laufe der Zeit gewachsene, heterogene Netzwerke von Cost in Profit Centers überzuführen und so Wert für Unternehmen und Endanwender zu generieren. Entscheidendes Werkzeug dabei ist die so genannte FlexSelect-Architektur, die Hardware mit serviceorientierter Management-Funktionalität verbindet und so einen neuen Level an Automatisierungsmöglichkeiten schafft.

Zuletzt kündigte das 1992 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Linthicum, Maryland und Niederlassung im deutschen Bad Homburg, ein Data Migration Managed Service (DMMS) an, das auf seiner CN 2000 Storage Extension Platform und der ON-Center Network Management Suite basiert. Unternehmen können dabei zwei oder mehr CN 2000-Plattformen inklusive Netzwerk-Management-Tools für Migrationsprojekte kurzfristig mieten.

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