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Dokumentenmanagement

Dicom auf der Suche nach mehr Bekanntheit

Dokumentenmanagement nach Best of Breed-Ansatz

Klaus Lackner

In den nächsten Jahren wird trotz elektronischer Rechnungslegung und anderen Initiativen die Papierflut nicht gebannt werden können. Automatische Verarbeitung der Eingangspost kann in vielen Unternehmen die Kosten drücken. (Foto: Dicom Group)

Durch zahlreiche Akquisitionen hat der Anbieter Dicom Group seine Marktposition erheblich ausgebaut. Die Produkte werden nun integriert, ein neues Marktauftreten gesucht und vor allem die Kundenbasis umworben. Die Segel sind auf Wachstum gesetzt und man will in Teilbereichen Größen wie EMC an den Kragen.

"Das papierlose Büro wird es nicht geben, ebenso wie es keine papierlose Toilette geben wird", sagte ausgerechnet der Geschäftsführer eines Systemhauses, der vom Trend zur Digitalisierung von Dokumenten seine Umsätze lukriert auf dem Partnerforum "Transform 06" von Dicom in Prag. Ein offensichtlicher Widerspruch, der aber keiner ist. Denn viele Unternehmen, die sich Gedanken über Rationalisierung ihrer Geschäftsabläufe machen, kommen zur Einsicht, dass die Lösung nicht etwa Papier oder digitale Dokumente, sondern Papier und digitale Dokumente heißen muss.

Information Capture (IC), wie man solche Prozesse nennt, ist ein Segment, das mittlerweile die Milliarden-Umsatzgrenze überschritten hat und mit jährlichen Wachstumsraten von fast 20 Prozent glänzt, wie Marktforscher dieses Segment einschätzen. Die Technik dahinter hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Mittlerweile kann Software mit hoher Zuverlässigkeit unterschiedlichste Dokumente erkennen, die darin enthaltenen Informationen anhand einzelner Felder analysieren und so beispielsweise Rechungen von Lieferscheinen unterscheiden. Ohne solche Systeme kann der Informationsgehalt von Dokumenten nicht in Warenwirschaftssysteme übertragen werden. Tätigkeiten wie Eingangsrechnungskontrolle, Lagerverwaltung oder Kreditorenmanagement lassen sich so weitgehend automatisieren. Geschäftsprozesse werden schneller, vor allem aber kostengünstiger.

Ein Riesengeschäft nicht nur für Hersteller von Hochleistungsscannern und DMS-Anbieter, sondern vor allem für Systemhäuser, die Endkunden beraten, solche Lösungen implementieren und warten, gegebenenfalls sogar den Betrieb übernehmen. "Mit jedem Euro, den wir verdienen, können unsere Vertriebspartner acht bis zehn Euro umsetzen", umreisst Andrew Pery, Vice President Marketing bei Dicom auf der Konferenz sein Angebot.

Scannen, so schnell wie Speedy Gonzales

Eine interessante Lösung aus Österreich ist der aus der Fernsehwerbung bekannte "Speedy Gonzales-Kredit" der Bank Austria (BA). Der Kreditnehmer braucht nur mit Reisepass und Gehaltszettel bei einer BA-Filiale den Antrag stellen. Nach 20 Minuten sind bereits alle Prüfungsprozesse abgeschlossen und der Kleinkredit kann ausbezahlt werden. Was einfach klingt, war ein prozesstechnisch sehr schwieriges Projekt. "In diesen 20 Minuten werden mehrere Tausend Überprüfungen und Prozesse losgetreten", erklärt der Projektverantwortliche Gerold Krommer von Astron Business Services gegenüber dem Monitor. Ein Dienst am Kunden, der das Projekt offensichtlich rechtfertigt.

Der neue Dicom-Chef Rob Klatell, der im März dieses Jahres in diese Position gehievt wurde, nutzte das Forum, um die "neue Dicom" und die möglichen Lösungsszenarien zu präsentieren. Der Weg zur Marktführerschaft führte bei Dicom über Akquisitionen und hier verschwieg Klatell nicht, dass die Übernahmepolitik seines Hauses für Verunsicherung bei so manchem Partner gesorgt habe. In Österreich ist das ursprünglich aus der Schweiz stammende Unternehmen seit der Übernahme der Wiener Topcall bekannt. Heute arbeiten 1.100 Mitarbeiter bei Dicom, die einen Jahresumsatz von 209 Mio. britische Pfund erwirtschaften. Tendenz steigend.

Der Grund für die Irritationen ist so einleuchtend wie ihre Auflösung: Seit 2000 hat Dicom sechs Firmen übernommen, darunter Unternehmen in unterschiedlichen Sparten wie den kanadischen Scann-Spezialisten Kofax und eben Topcall. Die Markennamen sind bisher erhalten geblieben. Jedoch soll ein stärkeres gemeinsames Branding die Firma Dicom bekannter machen. Das Unternehmen will seine Lösungen weiter integrieren und damit im IC-Bereich umfassend mitmischen.

Klatell selbst dürfte bei seinem Amtsantritt schnell klar gewesen sein, dass der unterschiedliche Markenauftritt der Dicom-Unternehmen durchaus störend ist und Dicom nicht unbedingt hilft, als Komplettanbieter im Capture-Markt gesehen zu werden. Überstürzen will der Manager zwar nichts, in Sachen Markt- und Markenauftritt werde es aber bald zu Entscheidungen kommen, so der CEO.

www.dicomgroup.at

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