Die Speicherlandschaft im Bundesrechenzentrum (BRZ) hat aus SAN- und Storage-Inseln der unterschiedlichen Plattformen wie Windows, UNIX und z/OS bestanden. Es war eine gewachsene Infrastruktur, wie sie heute in vielen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen besteht.
Das Ergebnis: Die Infrastruktur war umständlich zu administrieren, wenig effizient und auch fehleranfällig. Infolge von Pannen im Speicher-Bereich waren immer wieder Teile des Rechenzentrums außer Betrieb. Dadurch waren die an das BRZ angeschlossenen Ministerien von ihrer IT abgeschnitten und Beamte konnten mitunter nicht auf ihre Daten zugreifen.
"Das hatte negative Auswirkungen auf die öffentliche Verwaltung", schildert Wolfgang Danzinger, der seit April 2004 Leiter der IT im Bundesrechenzentrum ist. Danzinger und sein Team haben die Fehlerquellen analysiert und sich überlegt, welche technischen Voraussetzungen künftig notwendig sind, um die Bürgernähe technisch abzubilden und 7x24 Verfügbarkeit der Ämter zu gewährleisten.
Seine Lösung lautete: Zunächst die Installation einer neuen, zentralen SAN- und Storage-Infrastruktur, um die Storage- und SAN-Inseln des Bundesrechenzentrums zu konsolidieren. Die neue Speicherlösung sollte so ausfallsicher sein, dass das elektronische Amt ständig verfügbar ist. Der Datenzugriff sollte also nicht nur zu den Amtsstunden, sondern 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr möglich sein.
Danzinger: "Unser Ziel war gelebte Bürgernähe, alle Österreicherinnen und Österreicher sollen ständig Zugriff auf die öffentlichen Informationen haben." Gleichzeitig wollte Danzinger das vorhandene BRZ-Personal effizienter einsetzen und dadurch mehr Leistung erbringen. Das Bundesrechenzentrum schrieb öffentlich aus.
Der Bestbieter
Von allen Bewerbern ist Hitachi Data Systems als Bestbieter aus der Ausschreibung hervorgegangen. Der Zuschlag wurde im September 2005 erteilt.
Seither wurde fieberhaft gearbeitet: In wenigen Monaten wurden 60 Terabyte Daten von sieben unterschiedlichen Storage-Lösungen in mehreren SANs auf die Universal Storage Platform 600 sowie auf die Thunder 9585V von Hitachi Data Systems migriert.
Heute hängen an dem zentralen Speicher inzwischen 800 Server in der BRZ-Zentrale sowie weitere 800 Server in den Amtsstuben in ganz Österreich. Es werden die Daten von 50.000 Arbeitsplätzen in ganz Österreich zentral erfasst und gespeichert. Die 60 Terabyte Daten wurden vom BRZ auf zwei weitere Standorte in Wien gespiegelt. Weitere 500 Terabyte Daten sind auf Bändern gespeichert.
Armin Pöder, zuständiger Consultant von Hitachi Data Systems: "Das waren große Herausforderungen. Mittels des zwei-Standorte-Konzepts und mittels der remote Copy Funktionalität TrueCopy besteht heute eine maximale Datenverfügbarkeit."
Die technische Lösung im Detail
Seitens Hitachi Data Systems wurden vier SAN Directoren des Typs Brocade SilkWorm 48000 mit je 128 FC/FICON Ports und zwei FC-Switches des Typs Brocade SilkWorm 4100 installiert. Die SAN-Infrastruktur wurde entsprechend eines Core Edge Designs umgesetzt, die sowohl als FC-Netzwerk für Open Systems als auch als FICON-Netzwerk für z/OS verwendet wird. Die Speicherumgebung besteht aus zwei Systemen der Hitachi TagmSstore Universal Storage Platform (USP) 600 sowie zwei Speichersystemen des Typs Thunder 9585V von Hitachi Data Systems. Armin Pöder: "Mit Hilfe des Hitachi Partition Managers wurde das System im Sinne einer Servicequalität in zwei autonome Speichersysteme geteilt. Damit ist gewährleistet, dass jede Umgebung ausfallssicher ist und jederzeit auf garantierte Ressourcen zurückgreifen kann."
Große Einsparungen
Sechs Monate nach dem Projektstart ist Danzinger zufrieden: "Gemeinsam mit Hitachi Data Systems haben wir die Migration der Daten aus allen Welten in Rekordzeit geschafft."
Jedes Ministerium hatte sein eigenes SAN und seine eigene Storage- und Backup-Lösung. Diese sind nun zentral zusammengefasst. Die Mitarbeiter der einzelnen Plattform-Teams wurden ebenfalls in eine eigene Storage-Abteilung zusammengezogen. Die erzielten Kosteneinsparungen sind beachtlich. Danzinger: "Wir konnten die Kosten im Mainframe-Bereich um 140 Prozent und im Open Systems-Bereich um 40 Prozent pro Gigabyte senken. Heute liegen wir bei den Kosten insgesamt deutlich unter dem marktüblichen Durchschnitt. Hinzu kommt, dass die Lösungen leicht zu verwalten sind. Und das schönste ist: die Lösungen funktionieren einwandfrei und wir können in der Nacht ruhig schlafen."





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8/2011
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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 