Für Spannung ist im Telekommunikationsgeschäft wohl immer gesorgt. Kein Jahr vergeht, ohne dass neue, spannende Technologien, Ideen oder Endgeräte auf den Markt kommen. So ist es nicht schwer, einen dreitägigen Kongress thematisch zu befüllen. Doch Veranstalter IIR (Institute for International Research) hatte vorbildliche programmatische (Vor-)Arbeit geleistet: Über 40 nationale und internationale Referenten waren aufgeboten, um über die aktuellen Entwicklungen zu berichten.
Gleich der erste Tag wurde mit der großen Thematik des "Wettbewerbsmarktes in Österreich" eingeleitet. Schwerpunkt des ersten Vormittags war ein großes Diskussionsforum zum Thema "Tragen Kooperationen und Akquisitionen zu höherem Kundennutzen bei?" Dazu diskutierten u.a. Michael Fried, CCO von ONE, Klaus Steinmaurer, Leiter Recht bei T-Mobile, Peter Zehetner, Geschäftsführer von Ericsson Austria sowie Ralph-Peter Seraphim, Partner des Consulting-Unternehmens Accenture. Der Trend zu Zusammenschlüssen und Übernahmen am Telekommunikationsmarkt werde sich fortsetzen, prognostizierte Seraphim eine nicht gerade rosige Zukunft für alle jene, die in der Branche arbeiten. Als Beispiele führte der Consulter Tele2/UTA, UPC/Inode, T-Mobile/telering und Etel/Eunet an. Letztgenanntes Unternehmen wird übrigens aktuell gemunkelt, könnte der nächste Übernahmekandidat sein. Die Telekom Austria hat bereits Interesse bekundet. Auch bei ONE sieht Seraphim eine baldige Änderung der Eigentümerverhältnisse, bedingt durch den Ausstieg von E.ON.
Regulierung Zünglein an der Waage
Neben der aktuellen Marktsituation stand auch das Thema Regulierung auf dem Programm. Zu Recht, denn für viele alternative Anbieter ist der Eingriff der Regulierungsbehörde absolut entscheidend und (über-)lebenswichtig. "Die Weiterentwicklung der Regulierung wird von den bisherigen Erfahrungen, der Marktentwicklung und dem Bedarf zur Harmonisierung getrieben", stellte Roland Belfin von der Regulierungsbehörde RTR fest. Gleichzeitig gestand er, dass sich aufgrund der voranschreitenden Konvergenz auch neue Fragen für die Regulierung ergeben würden. Existentiell und spannend dann auch die Frage: Kann sich der österreichische Telekommunikationsmarkt im EU-Umfeld behaupten?", die u.a. von RTR-Geschäftsführer Georg Serentschy, ISPA-Generalsekretär Kurt Einzinger, aber auch politischen Vertretern aller Lager eingehend diskutiert wurden. Tenor der Aussagen: Trotz internationaler Übermacht und Eigentümer gibt es doch für heimische Unternehmen viel zu tun, insbesondere im Dienstleistungs- und Service-Bereich. Für die internationale Sicht der Dinge sorgte an diesem ersten Kongresstag Mohammed Dadas, leitender Angestellter bei France Telecom, der die Perspektive auf das europäische Umfeld, d.h. den EU-Telekommunikationsmarkt, lenkte.
4G als Sprung nach vorn
Der zweite Tag war ganz dem Thema "Technologiemarkt Österreich" gewidmet. Vor allem für alle jene, die sich einen Überblick über den aktuellen, technischen Status Quo (und eine Vorschau auf die nächste Zukunft) verschaffen wollten, war dieser Tag sehr wertvoll. So präsentierte z.B. Gerald Matz, Univ.-Prof. am Institut für Nachrichtentechnik der TU Wien, alles rund um WiMax und Mobilfunk. 4G wird einen "Sprung darstellen betreff Datenrate und Mobilität", versprach Matz. 1GB für Hotspots und 100 MB für das Handy wären dann realistisch, so seine Prognose. Auch das Thema VoIP wurde natürlich behandelt. Andreas Zöchling von Siemens präsentierte die Vorzüge von "Voice over IMS (IP Multimedia System): "IMS bedeutet insgesamt eine Bereicherung der Kommunikation, da mehrere Services und Applikationen gleichzeitig verbunden und genutzt werden können". Weiters wurde über Breitband, digitales terrestrisches TV aber auch Mobile Commerce berichtet. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen von Kundenorientierung.
Am dritten und letzten Tag schließlich wurde - leider vor nur noch sehr wenigen Besuchern - die Marktentwicklung, Status Quo und Zukunft, aktuelle Technologien und Akzeptanz bei den Kunden in Osteuropa durch Vertreter aus diesen Ländern (Polen, Kroatien, Ungarn, Tschechien) sehr anschaulich dargestellt. Resümee von Miklos Orban, bei Britsh Telecom für den Ostmarkt verantwortlich: "Die Incumbants sind überall nach wie vor dominant", federführend in punkto Liberalisierung sei Ungarn.
Im September 2007 wird die Telcon bereits zum 10. Mal veranstaltet.




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8/2011
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Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 