Das Tagungsprogramm bot unter dem Motto "Neueste Trends bei Performance und Sicherheit von Applikationen" neun Vorträge einschlägiger Experten. Begonnen wurde die Veranstaltung mit einer Keynote-Speech von Dr. Michael Vertneg von Deloitte mit einem Überblick über die Compliance-Regelwerke und deren Sinn und Nutzen.
Es folgte die Eröffnungsrede von Ing. Michael Gruber, Geschäftsführer von schoeller network control, der den Leitsatz für die Veranstaltung formulierte: "If you don't monitor IT, you can't manage IT". Ein Motto, das sich wie ein roter Faden durch die nachfolgenden IT Compliance Referate zog.
Analyse
Danach wurden die Vorträge, wie schon in den früheren Jahren, in zwei parallel ablaufende Stränge aufgeteilt. Im Analyse-Track referierte DI Michael Gingele von Fluke Networks über den Einsatz eines zentral betriebenen Service-Level Monitoringsystemes im Rahmen des Enterprise Performance Centers von Fluke Networks, mit dem Antwortzeitverhalten und Verfügbarkeiten der Applikationen rasch und zuverlässig erfasst und dokumentiert werden.
DI Thomas Mahringer von DynaTrace präsentierte ein Diagnose-System zur Analyse und Optimierung von JAVA/J2EE oder .NET Umgebungen. Sämtliche Transaktionen eines Web-Users innerhalb der Web-Server beziehungsweise der Application-Server bis hin zu den damit verbundenen Datenbank-Zugriffen können damit in Form eines Ablauf-Trace punktgenau verfolgt werden.
Walter Hofstätter, Supportleiter des führenden Analysatoren-Herstellers Network General, betonte in seinen Ausführungen, dass die Bandbreite nicht den alleinigen Engpass für Performance-Probleme darstellt, sondern dass die Latenz der WAN-Verbindungen von enormer Wichtigkeit sind.
Zum Abschluss des Analyse-Tracks präsentierte Jürgen Bemmerl von Juniper Networks die Application Acceleratoren, die eine dramatische Verbesserung der Anwendungs-Performance im Betrieb über WAN-Verbindungen bewirken sollen. Effiziente Datenreduktion und intelligente Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen der Latenzzeit sind seiner Meinung nach die Schlüssel zu optimierter Anwendungs-Performance.
Security
Im Security-Track bestätigte Christofer Muhm von CA die Aussagen von Deloitte zu den verschiedenen Regelwerken, die in der IT Anwendung finden. Weiters wurden die IT-relevanten Aspekte und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten ausführlich erläutert.
DI (Fh) Andreas Gabelin vom IPS Hersteller TopLayer Networks erklärte den speziellen Nutzen branchenbezogener Standards am Beispiel "Payment Card Industry Data Security Standard".
Dipl. oec. Christian Fahlke, Key Account Manager des von IBM kürzlich übernommenen Security Spezialisten Internet Security Systems, stellte Verbindungen zwischen den von ihm vorgestellten Lösungen und dem oftmals gefürchteten "Sarbanes-Oxley Act of 2002" her. Er informierte auch ausführlich über die "ISS on demand" Lösungen.
Helmut Deuter zeigte, unterstützt von seinem Kollegen Harald Speckbrock, RSA (the Security Division of EMC), wie man von praktizierter 2-Faktor Authentisierung auf einfachen Wegen zu einer IT-Umgebung gelangen kann, in der Authentisierungs- und Berechtigungsprobleme der Vergangenheit angehören.
Und Gianni Caputo von Aladdin beschloss den Security-Track; er stellte die Vorzüge von Authentisierung mittels Zertifikaten vor, die auf USB-Geräten gespeichert werden, und ging näher auf die mögliche Verhinderung von Phishing Attacken durch die Verwendung von Aladdin-eigenen Technologien ein.
Ein gelungener Abschluss war das Impulsreferat von Mag. Hans Holdhaus zur Performance des eigenen Körpers. Erstaunlich war hierbei die Ähnlichkeit der Analyse-Reports des so genannten "Lebensfeuers eines Menschen" im Vergleich zu einem Performance-Report in der Netzwerktechnik.
Stimmen der Teilnehmer
"Die Veranstaltung findet in einem sehr gediegener Rahmen statt. Sie ist ein interessantes Zusammentreffen von teilweise sehr unterschiedlichen Standpunkten, beispielsweise Technik versus Management. Dies ist aber auch ihr besonderer Reiz, denn dadurch entstehen sehr interessante Gespräche und es lassen sich interessante Kontakte und Partnerschaften knüpfen." - Michael Ritter, VA-Tech Hydro
"Wir haben heute gesehen, wie sehr das Thema "Performance-Diagnose" die Anwender betrifft. Wir haben sowohl die großen Anforderungen kennen gelernt, die heute hier gegeben sind als auch aktuelle Werkzeuge, um diese Probleme zu beherrschen. Vor allem der innovative und in die Applikations-Blackboxen hineinreichende Ansatz von dynaTrace Diagnostics beschleunigt die Diagnose von heterogenen, verteilten Systemen enorm." - DI Thomas Maringer, dynaTrace "Das Raiffeisen Forum ist ein sehr schöner Rahmen für einen solchen Event, und die Vorträge sind interessant und betreffen rundweg aktuelle Themenbereiche. Man bemerkt ja, dass manche Themen plötzlich von allgemeinem geworden Interesse sind. Und genau hier hat schoeller network control jedes Mal wieder ein gutes Gespür für die Wahl seiner jeweiligen Themen." - DI Herbert Scheichel (Bankwesen) "Schlagwörter wie "Compliance" oder "Governance" sind bereits zu Themen geworden, die in aller Munde sind. Und wir wollen hier unsere Kunden schützen und unterstützen. So musste z. B. ein IT-Risiko-Handbuch, wie es in jedem Unternehmen vorhanden ist, früher bloß auf der ersten Seite von jedem Zuständigen abgezeichnet werden. Heute dagegen muss vom Unternehmer bewiesen werden, dass dieses Wissen auch praktisch umgesetzt wird - ein weitaus höherer Anspruch. Und bei der Umsetzung dieser Ansprüche helfen auch wir unseren Kunden - in allen Bereichen." - Christian Fahlke, Key Account Manager, Internet Security Systems "Man trifft hier das "Who's Who" der Network-Branche in Österreich. Auch die Vorträge waren sehr praxisnahe, und sie haben wieder eines gezeigt: was man in einem Netzwerk nicht tatsächlich messen und erfassen kann, kann man auch nicht beherrschen. Zugleich war dies eine gute Gelegenheit insbesondere für Menschen in der Management-Funktion, sich wieder über die neuesten und aktuellsten Trends in diesem Bereich zu informieren und sich mit anderen auszutauschen." - Ing. Peter Jäckel, Raiffeisen Informatik "Das heutige Thema war für mich sehr interessant, weil beziehungsweise obwohl ich mich selbst mit diesem Themenbereich ständig befasse. Viele Dinge, die mir in den letzten Monaten bei meiner Arbeit begegnet sind, habe ich hier wieder gefunden, diese Themen sind am Markt präsenter als je zuvor. Und es sind längst keine Einzelfälle mehr, sondern betreffen mittlerweile viele Unternehmen. Auch die Lösungen, die hier angeboten werden, nutze ich zum Teil schon selbst, aber auch für mich war durchaus auch etwas Neues und Interessantes dabei. Außerdem: Man merkt, man ist mit seinen Problemen nicht alleine da steht, sondern Teil einer großen Community ist."- Alexander Hochkugler (Siemens Business Services)




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6/2011
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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 