Österreichs Gesundheitswesen gilt als eines der besten der Welt, aber auch als eines der teuersten (9,6 % des BIP). Die demographische Entwicklung wird den Kostendruck weiter verschärfen. Um Einsparungen zu erzielen und gleichzeitig die Versorgungsqualität zu steigern, brauche es neue Strategien und innovative Lösungen, betont Ingo Juraske, HP-Vizepräsident für den öffentlichen Sektor EMEA. "Gesundheitssysteme befinden sich europaweit in einer Transformationsphase. Wir sehen dabei drei zentrale Anforderungen: Integration von Daten, gesicherter Zugang zu Informationen und Transformation von Prozessen. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien bietet wirksame Lösungsansätze für jeden dieser Bereiche", so Juraske.
Die Globalisierung des Gesundheitswesens

„60% der Daten in Krankenhäusern kommen aus der Radiologie und anderen bildgebenden Systemen. Nur 2-5% sind herkömmliche administrative Daten.“ - Manfred Moser, Healthcare Services Manager bei HP Österreich
Fehlerrate und Kosten würden durch ineffiziente Systeme in die Höhe getrieben. "Nach wie vor ist das mehrmalige Aufnehmen von Patientendaten in europäischen Gesundheitssystemen Gang und Gäbe. Das sind akkumulierte Kosten, die in anderen Wirtschaftsbereichen heutzutage nicht mehr entstehen", glaubt Juraske. Um konkurrenzfähig zu sein, brauche man anpassungsfähige, standardisierte und konsolidierte IT-Infrastrukturen. Im nächsten Schritt müsse auch die Interoperabilität der Software durch serviceorientierte Architektur (SOA) und moderne Middleware sichergestellt werden. Warum solle man zum Beispiel, so Juraske, "ein vorhandenes, leistungsfähiges SAP-System nur für den Personalstamm und nicht auch für die Verarbeitung von Patientendaten nutzen?"
Speichermanagement gegen Datenflut
Manfred Moser, Healthcare Services Manager bei HP Österreich, sieht im Speichermanagement besonders hohe Effizienzsteigerungspotentiale. "60 Prozent der Daten in Krankenhäusern kommen aus der Radiologie und anderen bildgebenden Systemen. Nur zwei bis fünf Prozent sind herkömmliche administrative Daten. Der Datenzuwachs beträgt jährlich 30 Prozent. Effizientes Speichermanagement ist daher in Krankenhäusern besonders wichtig", betont Moser.
HP Medical Archiving Solutions böten ein Lösungsportfolio für diese Herausforderungen. Ziel müsse die Schaffung einer logischen, zentralen Speicherwelt sein - auch bei Krankenhäusern mit verteilten Standorten oder in einen Krankenanstaltenverbund. Langzeitdaten sollten zentral gespeichert werden. Kurzzeitdaten dezentral dort, wo sie entstehen. "Die Relevanz von Kurzzeit-Daten sinkt schnell - daher ist in weiterer Folge das Auslagern der Daten auf langsamere, aber billigere Speichermedien im Sinne eines Information Lifecycle Management angebracht", so Moser. In der Realität seien Speichersysteme in den Krankenhäusern oft Insellösungen, Daten würden nur allzu oft redundant gespeichert.
Vision "Digitales Krankenhaus"
Zusätzlich zum Speichermanagement könnten auch moderne "Digital Hospital"-Infrastrukturen große Effizienzgewinne und große Erleichterungen für Patienten, Ärzte und Pflegepersonal bringen. Patiententerminal-Lösungen können zur zentralen Schaltstelle direkt am Krankenbett werden, wo Medizin, IT, und Haustechnik konvergent verschmelzen (Schwesternruf, Jalousien, Fernsehen, etc.). "Dafür ist eine frühzeitige Planung im Netzwerk-Bereich wichtig. Ziel muss Breitband bis ans Bett sein. Die Krankenhäuser werden zunehmend in Konkurrenz zueinander stehen. Das Kriterium wird sein: Bei wem steht der Patient am meisten im Mittelpunkt", prophezeit Moser.
HP hat das Konzept "Digitales Krankenhaus" gemeinsam mit den Partnern Cisco und Cardiac, einem norwegischer Entwickler von Middleware für den medizinischen Sektor, entworfen. Musterprojekt ist das St. Olav Hospital im norwegischen Trondheim. Im Rahmen der Projektpartnerschaft realisiert HP seit 2002 schrittweise eine integrierte Infrastruktur für Sprach- und Daten-Kommunikation, die gleichzeitig auch als Plattform für alle administrativen und klinischen Anwendungen und Systeme dient sowie Internet und TV-Angebote für den Patienten umfasst. Kjell Borthne, jetzt Chief Medical Officer von Cardiac, hat als Arzt das Projekt im St. Olav Krankenhaus maßgeblich mitentwickelt. "Es geht vor allem darum, einen smarten Workflow einzuführen, der vor allem die Effizienz des Personaleinsatzes steigert. 75 Prozent der Krankenhauskosten sind Personalkosten. Auch die Steigerung von Qualität und Sicherheit bringt einen messbaren Return on Investment", unterstreicht der Mediziner.




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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 