Von ursprünglich 11 ist der Verband heute auf rund 50 Mitglieder angewachsen, Hauptziel ist die in Österreich von österreichischen Firmen angeboten Software sowie damit verbundene Dienstleistungen zu fördern. Hier ist vor allem Lobbying ein zentrales Anliegen.
Trotz starker internationaler Konkurrenz ist die österreichische Software-Industrie heute ein nicht mehr wegzudenkender Teil unserer Wirtschaft: Über 3 Milliarden Euro Umsatz und rund 15.000 Mitarbeiter - das sind die Fakten allein der 50 VÖSI-Mitglieder. Dazu kommen noch die unzähligen Klein- und Kleinstbetriebe. "Es ist ungeheuer wichtig, dass Software im eigenen Land produziert wird", betonte Peter Kotauczek, seit Gründungsmitglied des VÖSI und seit 1992 Präsident des VÖSI. In seiner Festrede hielt er einen launischen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre
"Es war ein Auf und Ab und immer wieder die Frage: Brauchen wir überhaupt den VÖSI?", so Kotauczek. Immerhin gab es bereits Ende 1987 25 Mitglieder, Ende 1990 waren es dann bereits 34 Unternehmen. Heute sind rund 50 heimische Software-Betriebe beim VÖSI als Mitglieder gemeldet. War Software anfangs sicher ein etwas belächeltes Betätigungsfeld, so ist heute daraus eine selbstbewusste, österreichische Branche geworden. Kotauczek beklagte in der Folge jedoch die mangelnde politische Unterstützung: "Niemand regt sich auf, wenn ein Softwarehaus nach dem anderen unter ausländische Kontrolle gelangt, niemand spricht vom Verlust nationaler Werte". Die Politik sei gefordert, der Software-Industrie mehr Bedeutung und Zuwendung zu schenken, "denn die Software-Industrie ist eine der umweltfreundlichsten Branchen mit hoher inländischer Wertschöpfung, sie ist einer der wirtschaftlichen Schlüsselbereiche des Landes", fasste Kotauczek zusammen.
Wirtschaftlich orientiert ging es weiter. "Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im erweiterten Europa" - so betitelte WIFO-Leiter Karl Aiginger seinen Vortrag. Die wirtschaftliche Entwicklung sei durch einen Aufholprozess Europas gegenüber der USA gekennzeichnet gewesen. Seit 1995 "gibt es allerdings ein geringes Wachstum und eine hohe Arbeitslosigkeit", verwies Aiginger auf die Schattenseiten der jüngsten Geschichte. Dafür habe Europa eine "erfolgreiche, starke Währung geschaffen". Unter den EU 15 genieße Österreich eine Spitzenposition, die Nutzung eines "neuen Competitive Advantages ist aber sehr wichtig", bemerkte Aiginger. "Wir befinden uns in der Mitte und an der Kante", definierte Aiginger die Position Österreichs in Europa. Österreich müsse jetzt seine Chance nützen. Besonderes Augenmerk sei auf Forschung, Ausbildung und neue Technologien zu lenken. "Wenn wir Österreich erfolgreich als High-Tech-Land positionieren wollen, muss hier mehr Geld investiert werden", so seine klare Forderung.
Termin: Am 16. 11.2006, 15.30 Uhr findet die Generalversammlung des VÖSI im Haus der Industrie statt. Info & Anmeldung via Website.www.voesi.or.at




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 