Die letzte Aktualisierung des Reports "The Forrester Wave: Enterprise Service Bus (ESB)" entstand vor dem Sommer und sieht die Software AG als strategisch führenden Hersteller im Bereich ESB. Ausschlaggebend dafür sind deren Produkte crossvision Service Orchestrator, das CentraSite SOA-Repository (SOA = software oriented architecture) sowie die starke Kompetenz bei der Großrechner-Integration.
Dazu Walter Weihs, Vorstand der Software AG Österreich und Zentral-Osteuropa: "SOA ist grundsätzlich ein sehr technisches Thema. Da es dabei aber das Ziel ist, dass sich die IT erstmals nach den Unternehmenszielen ausrichtet, müssen wir damit in die Vorstandsetagen kommen, um den neuen Ansatz dort darstellen zu können!"
Neue Angebote schnell verfügbar machen
Während früher beispielsweise eine Versicherung für ein neues Produkt bis zu sechs Monaten Entwicklungsaufwand hatte, soll dies mit SOA-Strukturen innerhalb von Wochen oder gar Tagen möglich sein. Gerade auch beim Zusammenspiel mehrerer Teilnehmer an einem Prozess (z.B. Flug) sei die Abgleichung der verschiedenen Geschäftsprozesse entscheidend, um dem Fluggast eine problemlose Reise garantieren zu können.
Der Entwicklungschef für crossvision beim Unternehmen, Johannes Viegener, weiß, dass "SOA nicht auf eine einzige Art zu definieren ist". Wichtig sei, dass nun die betrieblichen Prozesse zum Ausgangspunkt für neue Entwicklungen der IT werden. Nur so könne man nämlich wirtschaftliche Vorteile durch die Wieder-Verwendbarkeit von Services und die raschere Anpassung der IT an neue Unternehmens-Aufgaben sicherstellen. Inzwischen habe man zwei SOA-Konzepte (Versicherungen, Öffentlicher Sektor) entwickelt, die allerdings auf Grund der jeweils anderen Gegebenheiten ganz unterschiedlich sind.
Der Weg zur DBA
Henry Peyret von Forrester sieht den Weg von EAI (enterprise application integration) über die Einbeziehung der Geschäftsprozesse (business process management, BPM) bis zu ESB klar vor sich. ESB wird allerdings erst ab einem Zeitraum nach 2008 Wirklichkeit werden können, wenn die Aufgaben auf den verschiedenen Ebenen dorthin durchgeführt wurden. Dabei ist die zentrale Datenhaltung ein wichtiges Thema: "Sie müssen sich aber immer wieder fragen: Welche Daten brauche ich dafür? Welche Unternehmensregeln müssen eingehalten und hinterlegt werden? Welche Zahlen will ich regelmäßig über mein Unternehmen bekommen?", so der Analyst über den recht komplexen Weg hin zum Ziel der DBA (digital business architecture).
In der DBA sind Unternehmens-Services, mobiler Zugriff auf Unternehmensdaten, vereinheitlichte Kommunikationsprozesse und "on demand"-Prozesse vereint. Letztlich gehe die Entwicklung also vom heute noch sehr technologielastigen SOA über SOA 2.0 (parallel zu Web 2.0) hin zum sehr technikfernen, dafür ganz nahe am Unternehmensgeschehen liegenden DBA oder "organic business" (on demand Prozesse).




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8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 