Für einen Schweizer Franken auf den Züricher Üetliberg - das war 1906 die Geburtsstunde der Gruppenreisen wie sie Alfred Kuoni in seinem "Reisebureau" am Züricher Belevue-Platz anbot. So bescheiden die Anfänge, so rasant ging es danach aufwärts. In Österreich ist Kuoni seit 1970 mit eigenen Filialen und solchen der Restplatzbörse vertreten. Vor allem als Spezialveranstalter hat man sich einen Namen gemacht. Kuoni stellt spezielle Pakete für die Interessenten zusammen: Maturaklassen, Singles, Sportler, Kultur- oder Musikbegeisterte.
"Eventreisen - ein gutes Beispiel sind Maturareisen - liegen stark im Trend. Hier steht das gemeinsame Erlebnis mit Gleichgesinnten im Mittelpunkt", erklärt Helmut Schönbacher, IT-Leiter beim Reiseverantalter Kuoni in Wien. "Alle benötigten Informationen sollen im Web verfügbar sein. Dieser Trend war für Kuoni der Anlass, die auf Progress-Technologien basierende Buchungs-Engine über das Web zugänglich zu machen."
Travel-System wird Web-fähig

Auf einen Blick: die technische Infrastruktur der Progress-Applikation Travel System TS2 beim österreichischen Reisebüro Kuoni.5
Vor der grundlegenden Überarbeitung und Modernisierung lief die Progress-Applikation Travel System TS2 auf IBM-RS/6000-Servern unter AIX. Die IBM-Systeme wurden durch HP-Server, und AIX durch Linux ersetzt. Zusätzlich erfolgte ein Update auf die neue Progress-Version Open Edge, um Webservices nutzen zu können, erläutert Schönbacher. Die Webservices spielen eine zentrale Rolle für die Buchbarkeit übers Internet.
Für Schönbacher hat die Verjüngungskur einen klaren betriebswirtschaftlichen Hintergrund: Kuoni kann damit heute alle an Reisen interessierten Bevölkerungsschichten schnell, direkt, flexibel und kostengünstig erreichen. "Der überwiegende Teil dieser Zielgruppe hält sich jeden Tag im Job oder auch in seiner Freizeit im Web auf. Hier müssen wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen präsent sein. Wer seine Vertriebskanäle nicht weiter öffnet, verpasst bedeutende Marktchancen", kommentiert Schönbacher.
Softwaretechnisch und architekturmäßig betrachtet hat Kuoni den riesigen monolithischen Block des über Jahre gewachsenen Travel-System in einfacher wartbare und erweiterbare Bausteine strukturiert. Schönbacher: "Das ließ sich mit Progress OpenEdge und den Webservices sehr gut machen. Hier hat Business-Logik Vorrang, denn damit erstellte Geschäftsfunktionen können komfortabel angepasst und wiederverwendet werden. Wir sind heute deutlich flexibler als zuvor, und können kurzfristig und mit minimalem Aufwand auf neue geschäftliche Anforderungen reagieren."
Der vollständige Roll-Out des modernisierten und Web-fähigen Travel-System war im Frühjahr 2006 abgeschlossen. "In der nächsten Phase", so Schönbacher "geht es darum, dass wir unsere Kunden besser kennenlernen und damit die Kundenbindung erhöhen und den Kunden noch besser und seinen Bedürfnissen entsprechend beraten können. Zu diesem Zweck liefern wir aus unserer Kundendatenbank über Webservices alle für den Verkauf relevanten CRM-Daten."
Jürgen Wasem-Gutensohn ist Redakteur bei der Beratungsgesellschaft für strategische Kommunikation PR-COM in München.
Die Kuoni Reisegruppe wurde 1906 von Alfred Kuoni in Zürich gegründet und hat sich über mehr als neun Jahrzehnte in allen Bereichen der Ferien- und Geschäftsreisen sowie der Incoming Dienstleistungen spezialisiert. Kuoni gehört zu den führenden Reiseveranstaltern in Europa und beschäftigt weltweit 7.900 Mitarbeiter. Rund ein Viertel des Umsatzes wird in der Schweiz erzielt.
In Österreich sind unter dem Dach der Reisebüro Kuoni Ges.m.b.H. mit Hauptsitz in Wien 3, Modecenterstraße 16, 19 Filialen der Kuoni Reisebüros, 22 Filialen der Restplatzbörse und den Spezialveranstaltern Golfreisen mit Schwung, Commerz-Reisen für Messereisen und Kuoni Incoming Services vereint. An der Wüstenrot Reiseservice Ges.m.b.H. hält Kuoni Anteile. Gemeinsam mit der Kuoni Travelpartner RBR Ges.m.b.H., rund 110 weiteren Reisebüros, zählt Kuoni zu einer der größten Reisebüroorganisationen in Österreich.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 