Telekom Austria ist das größte Telekommunikationsunternehmen Österreichs und zählt mit einem Umsatz von rund 2,3 Mrd. EUR und rund 15.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im 1. Halbjahr 2006 zu den bedeutendsten Konzernen des Landes. Das Planungsteam der Telekom Austria hat es mit rund 800 Produkten, Tausenden Kostenelementen und 5000 Kunden bzw. Kundengruppen pro Monat zu tun.
"Mit unserer historisch gewachsenen Systemlandschaft war ein effizientes Arbeiten einfach nicht mehr machbar, daher haben wir beschlossen, unsere Datenflüsse neu zu ordnen und zu konsolidieren", erinnert sich Mag. Thomas Kloepfer, Leiter Controlling Applications & Decision Support Systems (DSS) bei der Telekom Austria, an die Gründe für den Projektstart. Für Kloepfer ebenso wichtig war die Entscheidung für eine strategische Plattform in Zusammenspiel mit der bestehenden Data Warehouse Lösung, die auch zukünftige Entwicklungen abzudecken verspricht.
"Klar definierte Anforderungen, frühe Einbeziehung der betroffenen Mitarbeiter und ein umfangreicher Proof of Concept sind die Voraussetzungen, um derartige Projekte rasch und vor allem ergebnis- und anwenderorientiert umzusetzen", skizziert Kloepfer die festgelegte Vorgangsweise.
Bei dem für die Plattformentscheidung maßgeblichen Proof of Concept konnte sich die Lösung auf Basis von SAP SEM und SAP Business Information Warehouse (SAP BW) durchsetzen. "Unser Gedanke war es, den Hersteller mit in die Verantwortung der Systementscheidung zu nehmen. SAP hatte uns für alle offenen Punkte eine Lösungsgarantie gegeben und diese letztendlich dank der Beratungskompetenz erfüllt", resümiert Kloepfer.
Anwender im Mittelpunkt
"Zu unserem wichtigsten Anliegen zählte, die Verbindung zwischen den Umsatz- und Absatzzahlen herzustellen und vor allem mehr Sicherheit bei der Qualität der Daten zu haben", formuliert Mag. Andreas Krenn, Leiter Business Analysis, Planning & Equity bei Telekom Austria, die Eckpunkte seiner Anforderungen.
Um diese globalen Anforderungen dann auch im Detail zu realisieren, hat sich das gemeinsame Projekt-Team von SAP, Trust Consult und Telekom Austria zu einer iterativen Vorgangsweise entschlossen. "Man kann nur das beurteilen, was man kennt, daher haben wir bei jedem Projektabschnitt das Feedback der Anwender eingeholt", begründet Mag. Markus Weigl, SAP Consulting Manager, diese Vorgangsweise. Dafür notwendig war ein Projektablauf, der sich an der Praxis, also dem Planungsprozess selbst, orientiert. Dieser Top-Down-Ansatz wurde zudem durch einen kontinuierlichen Plan-Ist-Vergleich begleitet. Dazu gehört es auch, das optimale Zusammenspiel zwischen der Lösung von SAP und bereits vorhandenen Fremdprodukten herauszufinden. Das Ergebnis bestätigt den eingeschlagenen und konsequent umgesetzten Weg. So konnte das Projekt innerhalb der geplanten Laufzeit und im geplanten Umfang realisiert werden.
Eine "Wahrheit" für Planung und Reporting
Den wirtschaftlichen Nutzen von Planungsqualität in Zahlen zu fassen ist schwierig, doch belegen die nunmehrigen Eckdaten und Möglichkeiten den Erfolg des Projekts eindeutig. So benötigt Telekom Austria für die Absatz- und Umsatz-Planung nur mehr ein Monat, "ein absoluter Spitzenwert", freut sich Andreas Krenn. Basis dafür sind die flexibleren Analyse- und Reporting-Möglichkeiten, die Abbildung der Planungsprozesse direkt im SAP SEM und die Qualität der Datenbasis.
"Dass die Datenbasis und Struktur nun außer Streit steht, vermeidet langwierige Diskussionen und erleichtert damit die Abstimmung zwischen den Bereichen", analysiert Krenn. "Wir sind stolz, nur mehr ‚eine Wahrheit' für Planung und Reporting zu haben", fasst Kloepfer den Nutzen aus seiner Sicht zusammen.
Lösung und Services
- SAP Business Information Warehouse (SAP BW)
- SAP Strategic Enterprise Management (SAP SEM)
Vorhandene Systemlandschaft
- SAP for Telecommunications (RMCA)
- mySAP ERP
- mySAP SRM (B2B)
Datenbank
- Oracle 9.2.0.5.0
Hardware
- HP 9000/800/SD32000 mit 12 GB Memory, 64 Bit, 6 CPU á 750 MHz
Betriebssystem
- HP-UX B11.11 9000/800




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8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 