Christian Henner-Fehr
Petra Scherr und Hannibal Skorepa kennen das Problem aus eigener Erfahrung. Damit sich ein PC für das Kontaktmanagement, die Terminverwaltung, das Projektmanagement und die vielen anderen Aufgaben, die in einem Unternehmen anfallen, verwenden lässt, muss er mit Software gefüttert werden. "Mit der steigenden Zahl an Programmen nimmt aber die Effektivität der Applikationen ab", verweist Skorepa, Geschäftsführer und Gründer des noch jungen Unternehmens bee4me auf die Schwierigkeiten, die im Laufe der Zeit auftauchen. Vor allem die fehlende Kompatibilität verursache nicht nur Ärger, sondern koste auch Geld, so Skorepa. "Und das nur, weil wir alles in den Desktop reingestopft haben", kennt er auch die Ursache dafür.
"Uns ging es daher darum, diesen Trend zu stoppen und den Desktop wieder zu entlasten. Hier eine vernünftige Lösung zu entwickeln, mit der ich mich organisieren kann, das war die Grundidee", erinnert er sich. Vor achtzehn Monaten gegründet, ist das junge Team nun mit einem Produkt auf den Markt gekommen, das den Anwendern Zeit, Kosten und Nerven sparen soll. bee4me ist ein Webbrowser basierendes Betriebssystem (OS) mit einem modular aufgebauten grafischen Interface. Mit Hilfe neuer Technologien wie Ajax und XSLT erhält jeder User seine eigene Programmoberfläche, die sich im Webbrowser wie eine Desktop-Applikation verhält. "Um unsere Software benutzen zu können, reicht ein Internet Browser", so Scherr, die als COO für das operative Geschäft verantwortlich ist.
Über den lässt sich dann die Business-Suite bedienen, die derzeit aus Office-Manager, Web-Manager, Project-Manager und CRM-Manager besteht. Zugangskontrollen, Einstellungen und Datenbankunterstützung werden durch das zugrunde liegende Open Source CMS Typo3 gemanagt. Dass die generierten Datensätze in einem Unternehmen unterschiedlich behandelt werden müssen und daher auch unterschiedliche Masken benötigt werden, ist kein Problem. "Wir erarbeiten mit unseren Kunden im Vorfeld, welche Daten benötigt und wie sie verknüpft werden", erklärt Skorepa. Darauf aufbauend sei es dann möglich, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, egal ob für große oder kleine Unternehmen, ergänzt Scherr.

Um unsere Software benutzen zu können, reicht ein Internet-Browser. - Petra Scherr und Hannibal Skorepa, bee4m
bee4me vereinfacht also die (gemeinsame) Arbeit, aber es hilft auch, Kosten zu sparen. Es fallen keine Lizenzgebühren an, da es sich um Open Source Software handelt. Dies bedeutet auch: Herstellerunabhängigkeit und freie Wahl des Systembetreuers. Kosteneinsparungen ergeben sich darüber hinaus im Bereich der IT-Dienstleistungen. Updates werden zentral verwaltet, für die Clients reicht der Webbrowser. Das führe auch zu geringeren Schulungszeiten für Mitarbeiter und Administratoren, sind Scherr und Skorepa überzeugt.
Mit dem gerade fertig gestellten Produkt sind sie aber noch lange nicht zufrieden. "Wir versuchen am Puls der Zeit und innovativ zu sein", beschreibt Scherr die Motivation, die sie antreibt. An den Modulen E-Mail-Management und Finanzmanagement wird bereits gearbeitet.
Das schnelle Wachstum streben Scherr und Skorepa mit ihrem Unternehmen nicht an. Nachdem sie sich ein Netzwerk im deutschsprachigen Raum aufgebaut haben und ihr Produkt bei den Kunden sehr gut angekommen ist, haben sie nun Osteuropa ins Visier genommen. Sprachprobleme gibt es keine, die Business-Suite ist dank Typo3 sehr schnell adaptierbar.




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8/2011
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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 