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Firmenportrait

Sun legt in Österreich zu

Der US-Computerriese Sun hat in Österreich im vergangenen Jahr vor allem mit Open Source-Projekten gepunktet.

Durch die Unterstützung zahlreicher Open- Source- Projekte hat sich das Unternehmen in der Community schon positiv positioniert. - Bernhard Isemann, Geschäftsführer Sun Österreich

Conrad Gruber

Während Sun Microsystems derzeit weltweit gerade eine schwere Phase mit Sanierungsmaßnahmen und Kündigungen durchmacht, scheint die Sonne in Österreich zu strahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Auftragseingang um 50 Prozent, der Marktanteil wurde um fast zehn Prozent ausgebaut, wie Geschäftsführer Bernhard Isemann erklärt. Genaue Zahlen blieb er mit dem Hinweis auf die Konzernpolitik, die die Weitergabe von Länderzahlen nicht erlaubt, allerdings schuldig.

Wurde das letzte Geschäftsjahr vor allem durch die Themen Identity Management und Server-Verkäufe dominiert, so setzt Sun auch weiterhin auf Open Source, um sein Geschäft voran zu treiben. "Durch die Unterstützung zahlreicher Open Source-Projekte hat sich das Unternehmen in der Community schon positiv positioniert. Das wirkt sich natürlich auch bei den Hardwareverkäufen aus", erklärt Isemann.

Bei Open Source ergebe sich so etwas wie eine Umwegrentabilität, denn bei der Schaffung von Open Source-Umgebungen steige neben dem Bedarf an Hardware auch jener nach umgebenden Support-Strukturen, begründet Isemann das Engagement von Sun in diesem Bereich.

In Wien arbeitet Sun mit der Magistratsabteilung 14, dem Rechenzentrum der Gemeinde, bei der Entwicklung des Open Source-Desktops zusammen. In der MA 14 selbst soll das von Sun ins Leben gerufene und unterstützte "OpenOffice" bis Ende des Jahres auf fast allen Arbeitsplätzen anstelle von Microsoft Office installiert sein. In den anderen Dienststellen der Gemeinde Wien kann OpenOffice "auf Wunsch anstelle bzw. zusätzlich zu Microsoft Office" installiert werden. Etwa 1.000 der rund 19.000 Arbeitsplätze benutzen bereits ausschließlich die freie Office-Version, sagt Peter Pfläging von der MA 14. Durch die Ähnlichkeit in der Handhabung von Microsoft Office und OpenOffice würden keine Umsteigerschulungen nötig. Zusätzlich werde der Mozilla Firefox als Standardbrowser verwendet. In einigen Dienststellen wie z.B, der Magistratsabteilung Brückenbau (MA 29) seien Projekte zum Umstieg auf das so genannte "Wienux" im Laufen

Zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur wurde von Sun auch der so genannte "Schuldesktop" entwickelt, der nun österreichweit zur Auslieferung kommen soll. Zusammen mit den etablierten Lernplattformen können so auf der Basis des OpenSuSE Linux-Desktops und mit Suns StarOffice, dem kommerziellen Ableger von OpenOffice, die vorgegebenen Lehrpläne an Österreichs Schulen im IT-Bereich erfüllt werden. Laut Robert Kristöfl vom Unterrichtsministerium sei damit auch der im Lehrplan vorgesehene Unterricht in zwei Betriebssystemwelten "komfortabel durchführbar". Der Schuldesktop stelle auch eine wichtige Ergänzung zum Aufbau des österreichweiten Bildungsportal-Verbundes dar, betonte Kristöfl. Damit werde zur Zeit ein schulweit einheitliches und E-Government-konformes Anmeldeverfahren für Schul- und Lernportale schrittweise eingeführt.

Weltweit ist Sanierung angesagt

Aber zurück zu Sun: Das Unternehmen muss sich trotz der regionalen Erfolge weltweit dennoch auf eine länger dauernde Sanierung einstellen. Im Zuge der Sanierungsbemühungen im Konzern sollen allein in Deutschland 130 Jobs wegfallen. International will Sun in den nächsten paar Monaten 4000 bis 5000 Beschäftigte kündigen, das sind bis zu 13 Prozent der gesamten Belegschaft.

Der neue Sun-Chef Jonathan Schwartz will vor allem in der Verwaltung einsparen. Die meisten Mitarbeiter sollen in Zukunft keinen festen Arbeitsplatz mehr in einem Sun-Büro haben, sondern Telearbeit von unterwegs oder von zu Hause aus leisten. Von diesem Konzept verspricht sich Schwartz "signifikante Einsparungen und eine deutliche Erhöhung der Produktivität und Flexibilität".

Der Mitarbeiterstand von Sun Österreich beträgt rund 50 Personen. Trotz der konzernweiten Sparmaßnahmen sollen aber keine Mitarbeiter abgebaut werden. Die Gründe sind neben den oben geschilderten Geschäftserfolgen auch der Gewinn von Neukunden wie der Mobilkom Austria und Sony Österreich in der Multimedia-Sparte.

www.sun.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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