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Netz & Telekom

Interview mit Martin Schoppelt, telefon & co

Breitbandinstallation: "Die nächsten Jahre viel zu tun"

1998 gegründet hat sich telefon & co zum kleinen, aber feinen Dienstleister rund um Festnetztelefonie und Internet am Markt etabliert. Statt der sechs Mitarbeiter noch vor drei Jahren haben heute 30 telefon & co-Angestellte alle Hände voll zu tun. Der Umsatz wird heuer auf 1,7 Mio. Euro klettern (2005: 1,36 Mio. Euro). Monitor Autorin Christine Wahlmüller sprach mit Martin Schoppelt, einem der Geschäftsführer von telefon & co.

Bei VoIP spüren wir das Interesse, aber die Vorsicht der Kunden. Viele wollen neue Telefonanlagen, die man auch umrüsten kann.“ - Martin Schoppelt, GF telefon & co, (Foto: Christine Wahlmüller)

Beginnen wir einfach mit der Unternehmens-Historie: Wie kam es eigentlich dazu, dass telefon & co gegründet wurde?

telefon & co haben wir 1998 aus vier Ein-Mann-Firmen gegründet. Am Anfang gab es wenige große Kunden, vor allem Avaya und Philips. Für Philips haben wir Telefonanlagen installiert. In diese Zeit fiel auch die Liberalisierung des Telekombereich. Da kam es zu ersten Kontakten zu den alternativen Betreibern wie RSLCom. Bis heute hat sich diese Partnerschaft mit eTel fortgesetzt. In dieser Zeit haben wir Router installiert, neben RSLCom auch für NetNet, UTA, Cybertron. Heute machen wir zum Beispiel Entbündelung und Störungsbehebung für eTel, für Avaya installieren wir Telefonanlagen. Dritter großer Partner und Kunde ist die Telekom Austria.

Wie sehen Sie denn jetzt anno 2006 Ihre Tätigkeit? Hat sich da viel verändert?

Ich würde sagen, derzeit haben wir 80 % Dienstleistung, 15 % eigene Kunden und 5 % Beratung. Unsere Dienstleistungen umfassen alles rund um Festnetztelefonie, Internet, aber auch EDV und allgemeine Elektrotechnik, Installation von Telefonanlagen, PC-Netzwerken, Alarmanlagen oder Bankomatkassen: Allein im Zuge der Euro-Umstellung haben wir 3.500 Bankomatkassen installiert. Natürlich gehört auch Wartung und Service der installierten Anlagen zu unserem Angebot. Wir haben im Festznetzbereich fast alles installiert, was es gibt, vom Wählamt bis hin zum Kunden. So war die Entwicklung des zweiten Bereichs, der Beratung, bei uns nur eine Frage der Zeit. Heute beraten wir vor allem Klein- und Mittelbetriebe in punkto Standleitungen, Billiger Telefonieren, ADSL, Auswahl der Provider oder Telefonanlage etc. Viele KMUs wissen auch oft nicht mehr, was sie alles haben. Da gibt es zum Beispiel analoge Leitungen für Alarmanlagen.

Und werden Sie auch von größeren Unternehmen beauftragt?

Bei größeren Unternehmen, wie etwa jetzt für Deichmann, holen wir zum Beispiel Angebote von mehreren Anbietern ein, einfach, um zu sehen, was ist für den Kunden am besten, und wir schauen uns auch nachher an, ob das auch eingehalten wurde. Aus all dem profitieren die telefon & co-eigenen Kunden. Wir haben zum Beispiel sehr viel Anwälte als Kundschaft. Aber auch viele ausländische Konzerne kommen nach Wien, machen hier eine Filiale auf und beauftragen uns mit der Abwicklung der Telekommunikation.

Könnten Sie etwas konkreter über Ihre Kunden sprechen?

Ja, wir betreuen etwa in Wien und NÖ die Caritas. Ein anderer guter Kunde ist der Schaffelhof, das größte Bio-Getreidelager in Österreich ("Ja Natürlich"). Via Internet wird dort alles gesteuert. Ein anderes Beispiel: Alle Akakiko-Filialen wurden von uns mit Telefonanlagen ausgestattet.

Wie sehen Sie Ihre Zusammenarbeit mit großen Telekomanbietern wie etwa der Telekom Austria?

Die TA ist sicher unser größter Auftraggeber, der uns vor allem für Spitzenabdeckungen wie zu Urlaubszeiten oder zu Weihnachten gerne beschäftigt. Für die TA waren wir sicher schon an die 30.000-mal im Einsatz. Gerne werden wir auch für Projekte engagiert, wo die Großen namentlich nicht auftreten können oder wollen. Wir installieren beispielsweise für die Firma Fintrax Kassenterminals in ganz Österreich. Zum Teil treten wir dann auch im Namen des Auftraggebers auf

Wie glauben Sie, wird sich die Festnetztelefonie in Zukunft entwickeln? Viele sagen voraus, dass das ein absterbender Ast ist.

Es nimmt ab, aber ich glaube nicht, dass es absterben wird. Ich glaube, dass in Zukunft viele Dinge parallel Platz haben werden. Es wird eine Mischung aus Festnetz, Mobil und IP, wobei die Telekom mit der mobilkom die besten Möglichkeiten hat. Bei VoIP spüren wir das Interesse, aber die Vorsicht der Kunden. Viele wollen neue Telefonanlagen, die man auch umrüsten kann.

Wie kann man in Zeiten wie diesen als relativ kleiner Anbieter am heiß umkämpften Telekom-Markt überleben?

Für uns hat sich immer eine neue Chance aufgetan, vor allem, da wir herstellerunabhängig sind. Ich glaube außerdem, dass im Breitbandinstallations-Bereich in den nächsten zwei bis fünf Jahren noch sehr viel zu tun ist.

Welche Trends sehen Sie ganz allgemein am KMU-Markt?

Sicher Breitband-Internet. Ein bisschen auch Mobilität, aber die Firmenchefs wollen etwas anderes als die Mitarbeiter, nämlich die ständige Erreichbarkeit - die Mitarbeiter sind aber froh, wenn sie alles abdrehen können. Es wird aber eine Generation kommen, die das anders sieht und nicht als Belastung empfindet. Insgesamt wollen die Kunden etwas Einfaches, das nachvollziehbar ist.

Was haben Sie für den Herbst geplant, was steht an?

Sehr viele Installationen für die Telekom, vor allem natürlich Breitband-Internet. Das wird vermutlich im Oktober beginnen. In Kooperation mit AKLT werden wir den Vertrieb von AGFEO-Telefonanlagen in Wien und Umgebung verstärken. Ich möchte auch das Thema Münzfernsprecher noch einmal angehen, in Einkaufszentren und geschützten Orten. Das ist nur ein kleines Randthema, aber interessiert mich irgendwie. Im Herbst haben wir auf alle Fälle immer die meiste Arbeit.

Letzte Frage: Wie sehen Ihre Ziele für 2007 aus?

Wir wollen eventuell noch eine eigene EDV-Firma gründen, das fehlt uns noch, etwa für die Betreuung der Workstations und Server. Außerdem soll der Dienstleistungs- und Beratungsbereich vom Volumen natürlich wachsen.

www.telefon.co.at

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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