Drei eigenständige Unternehmen mit zusammen sechs Geschäftsbereichen vereint die Wetterauer-Getränke-Industrie im deutschen Dorheim: Sie vertreibt die Bad Nauheimer Mineralquelle sowie Coca-Cola und betreibt ein GFGH-Logistikzentrum.
Die Wetterauer Logistik-Tochter bewegt jährlich zwölf Millionen Kisten, 60- bis 70.000 sind das proTag, die Kommissionsquote liegt zwischen 60 und 80 Prozent. Bis zu 45 Kommissionären arbeiten hier, im Sommer auch in drei Schichten.
Alle Warenpaletten sind mit ihrer NVE-Etikettierung über das Warenwirtschaftssystem Branchware eindeutig verknüpft. "Dies schließt Produktions-/Kunden-Auftragsnummer, Charge und MHD sowie NVE ein", erklärt H. Jürgen Würth, Geschäftsführer von Branchware. Die Anforderungen an die Chargenverfolgung gemäß EUV 178/2002 sind ganz erfüllt.
Kommissionierung und Lieferschein-Erstellung werden vom System automatisch verwaltet - bis hin zur Anzeige der Aufträge und Aufgaben auf den Staplerterminals sowie der Sprachausgabe für die Kommissionierer. Auch Differenzen bei der Kommissionierung werden rückgemeldet, Auftrags-, Lieferpapiere und der EDI/DESADV werden sofort geändert. An das unternehmensweites Warenwirtschafts- und ERP-System dockt eine einfach zu handhabende Pick-by-Voice-Lösung an.
Lagerprozesse, Kommissionierung und Stapler können mit dieser Software in Echtzeit gesteuert und auf Bestand wie Auftragslage abgestimmt werden. Prozessabläufe werden effizienter. Der Kommissionär benötigt weder ein MDE-Gerät noch eine Kommissionierliste. Auf diese Weise kann der Mitarbeiter parallel zur sprachgesteuerten Dateneingabe Ware kommissionieren. Die sonst aufwändige Nachkontrolle der kommissionierten Ware entfällt.
Im Pick-by-Voice-System topSpeech-Lydia von Topsystem lassen sich alle Vorgänge des Logistikzentrums abbilden. Das Sprachsystem "Lydia" erhält die Aufträge von Branchware. Der Kommissionierer wird zu den Lagerorten geführt und bekommt dann die Information, was zu tun ist. Verschiedene Prüf- und Kontrollstufen im Voice-Dialog machen eine anschließende aufwändige Kontrolle überflüssig. Der Prozess wird kürzer, die Kosten niedriger. Und noch etwas: Die Mitarbeiter haben jetzt ihre Hände für andere Aufgaben frei.
Die Kommissionierer tragen einen PDA auf Basis des HP iPAQ mit Betriebssystem Pocket PC 2003 von Microsoft am Gürtel verbunden, mit einem Headset. So gibt das Lydia-System Statussignale mit einfachen Sprachbefehlen über das Headset an das Warenwirtschaftssystem weiter: Der Kommissionierer hört die Arbeitsanweisungen und bestätigt deren Ausführung über das Mikro. Kugelschreiber und zeitraubende Schreibarbeiten gehören der Vergangenheit an. Nur 40 Begriffe müssen gelernt werden, einschließlich der zehn Ziffern.



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8/2011
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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 