Internet-Telefonie oder Voice over IP ist der IT-Begriff der Stunde. Vor allem Unternehmens-Telefonanlagen können - damit ausgerüstet - durch sinkende Telefonkosten neue Sympathien in der Controller-Etage erwecken. Doch aufgepasst: Das allein selig machende Kommunikationsmittel ist VoIP leider auch nicht.
Es beginnt gleich bei der Umrüstung. Gibt es in einem Unternehmen eine bestehende Telefonanlage - wo gibt es die nicht? -, sind gleich einmal einige grundsätzliche Überlegungen anzustellen: Ist man als Firmenchef bereit, hohe Umrüstungskosten auf eine IP-Telefonanlage zu tragen? Ist die bestehende Anlage eher älteren Datums und gar nicht IP-fähig, oder ist es möglich, aus ihr zumindest ein Hybrid-System zu formen? Was kostet das Ganze? Wann kann man es zurück verdienen? Ist das Firmennetzwerk überhaupt in der Lage, den Telefontraffic abzuarbeiten oder müssen neue Server, Router, Speicher und Kabelstränge her?
Sollte man nicht warten, bis der geplante Umzug des Unternehmens in ein neues Büro ansteht? Gehen Mehraufwand und Mehrausgaben für eine VoIP-Anlage einher mit einem effizienteren Kommunikationsverhalten der Mannschaft, die die Vorzüge der Internet-Telefonie auch zu nutzen weiß? Wie viele Schulungen sind nötig? Wie viel Überzeugungsarbeit?
Nicht zu vergessen auch die bis jetzt eher ausgeklammerte Sicherheitsproblematik. Wo man ein normales digitales Telefonnetz anzapfen kann, kann man auch VoIP-Protokolle auslesen. Dazu kommt, dass ein VoIP-System je nach Sicherheitsstatus all die Schwachstellen aufweist, die eine normale Internet-Verbindung auch hat, gerade auch dort, wo drahtlose Verbindungen (WLAN bei Notebook-Nutzern) vorhanden sind. Zu den Ärgernissen bei VoIP gehören auch so Dinge wie Voice-Spam und automatisierte Anrufe ("Voice-Bombing"), dazu Viren, Spyware und viele andere Übel aus dem WWW.
Das soll nicht heißen, VoIP wäre grundsätzlich problematisch. Aber keiner soll sagen, er hätte die Schwächen nicht gekannt.



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