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KMU-Telekom-Markt: Nach wie vor heiß umkämpft von allen Anbietern

Wer kann den KMU-Markt für sich gewinnen?

 

"Kleine": Volle Kraft voraus

Auch die kleinen Anbieter sind nicht faul und haben die Sommerpause genützt. "Wir bereiten gerade zwei neue ADSL/SDSL Pakete vor, die zusätzliche für den KMU gedachte Features beinhalten", verrät Oskar Obereder, Geschäftsführer des in Wien tätigen kleinen Providers Silverserver. Sehr aktiv präsentiert sich auch der in Kärnten ansässige Provider Net4You. Noch im Herbst wird Net4You neue KMU-Pakete (Internet, VoIP) auf den Markt bringen. "Weiters werden wir unser Angebot mit günstigen Breitbandprodukten zur Vernetzung von Standorten verstärken", kündigt Martin Zandonella, Geschäftsführer von Net4You, an. "Dabei werden wir intelligente Produkte für Sicherheit, Verschlüsselung und Komprimierung anbieten", hat Zandonella eine gute Marktnische für Net4You ausgemacht. In nächster Zukunft soll auch das Thema VoIP forciert werden.

Besieht man sich die Prognosen für die Zukunft, so wird klar: Mobilität und VoIP, mithin Gesamt-Telekommunikationslösungen, bestimmen das künftige Geschehen. Bei den Unternehmen geht es dabei vor allem um die Realisierung von Hosted IP PBX und IP Centrex-Lösungen. Interessant ist dabei das Ergebnis des Ländervergleichs einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL), die soeben erst fertiggestellt wird. Demnach befindet sich Österreich noch in der "Frühphase", während hingegen skandinavische Länder, aber auch die USA oder Japan uns hier um einiges voraus sind. Aber das sind wir in Österreich ja einigermaßen gewohnt. Wir hatten zwar immer schon kluge Köpfe und Erfinder, aber die Schnellsten waren wir noch nie, wenn es darum ging, Innovationen in der Bevölkerung oder Wirtschaft real umzusetzen.

"40% der KMU nutzen noch einen Einwahlmodem"

Monitor im Gespräch mit Christian Bauer, Leiter KMU-Produktmanagement, Telekom Austria

Wie beurteilen Sie den österreichischen Internet-Markt für Klein- und Mittelbetriebe (KMU)?

Viele, speziell kleine Unternehmen, haben noch keinen oder nicht den richtigen Breitbandzugang. Wir haben uns daher für den Herbst vorgenommen, all diese Unternehmen im speziellen auch in punkto Mobilitätsanforderungen zu beraten und zu unterstützen. Bereits jetzt gibt es da von uns ein Package (Internet plus mobile Breitband-Karte), ab Herbst werden wir zum Thema Mobilität ein neues Angebot auf den Markt bringen.

Das weitere Internet Access-Produktspektrum ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert, neu ist, dass WLAN standardmäßig dabei ist. Neu im Herbst kommt, speziell für die Zielgruppe der kleineren Unternehmen zugeschnitten, der "Web Assistant" auf den Markt: Damit kann der KMU selbst einen Internetauftritt in kürzester Zeit selbst erstellen bzw. ändern.

Wie würden Sie den technischen Standard bei den KMU denn im Moment einschätzen?

Es gibt zwei Gruppen. Erstens: Die Gut-Informierten. Sie haben je nach ihren individuellen Anforderungen den benötigten Internet-Access, insbesondere auch der Einsatz der symmetrischen Bandbreiten hat hier stark zugenommen. Die zweite Gruppe sind die, die sich mit dem Internet schwer tun. Das sind jene, die nur wenig mit dem Internet arbeiten, oft noch einen Einwahl-Zugang haben und die mit einem Breitband-Einstiegsprodukt sicher jetzt gut beraten sind. Wir schätzen, dass 40 % der KMU noch ein Einwahlmodem für den Internetzugang nutzen. Aber die Tendenz ist klar: Heute kauft der Kunde Breitband.

Wie agieren Sie am KMU-Markt, wie wollen Sie beim KMU punkten?

Ich denke wir sind gut aufgestellt, wir haben 100 Kundenberater, 50 Telekom-Shops in ganz Österreich, zusätzlich noch einen Händlervertrieb, das ist vor allem in den ländlichen Regionen sehr wichtig: Ein örtlich anerkannter Partner wird als vertrauenswürdig eingestuft. Unsere Herbst-Strategie ist zweigeteilt: Bei allen, die schon Internet haben, ist Upgrading und Mobilität ein Thema. Und all jene, die noch ohne Breitband sind, wollen wir natürlich auf Breitband bringen.

Wieso geht es mit der Breitband-Entwicklung nur so schleppend weiter?

Das Problem ist: die Leute sehen den Nutzen noch nicht. Das ist die Aufgabe der Anbieter: Den KMU entgegen gehen und den Leuten zeigen, wie sie ihr Business optimieren können.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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